Handy-Töne aus dem Apfelbaum

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 4. April 2005 .

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  1. #1 4. April 2005
    Singvogelmännchen lassen sich einiges einfallen, um mögliche Partnerinnen mit neuen Liedern zu beeindrucken. Gelehrige Amseln trumpfen sogar mit Handy-Gebimmel auf.

    Manche Vögel singen nicht nur gut, sondern komponieren auch. Wer in diesen Tagen glaubt, aus dem Apfelbaum ein Handy klingeln zu hören, wurde vermutlich von einem Amselmännchen getäuscht. Amseln seien unglaublich vielseitige Sänger, sagt Matthias Werner von der Staatlichen hessischen Vogelschutzwarte in Frankfurt. Ein Vogel beherrsche bis zu 78 Strophen und baue immer wieder neue Töne ein - oft sei Fahrrad- oder Telefonklingeln zu hören. "Auch Kohlmeisen führen einen immer wieder an der Nase herum", sagt Werner. Sie haben 32 verschiedene Rufe im Repertoire.

    Andere Vögel wiederholen immer dieselbe Strophe. Den Gesang von Dorngrasmücken beschreibt Werner so: "He, he, Sie da, gehn Se mal weg da". Oder Singdrosseln: "Philip, Philip - David, David." Selbst das Lied der Nachtigall sei recht statisch. Sie übertöne allerdings alle anderen mit ihrem lauten Gesang. Ohne Variationen singt auch der kleine Zaunkönig.

    Vögel singen Dialekt

    Vor allem die weit gereisten Zugvögel fallen nach Beobachtungen der Vogelkundler durch Vielseitigkeit auf. Sumpfrohrsänger oder Gelbspötter lassen sich von Lauten aus ihrem afrikanischen Winterquartier inspirieren. Auch Stare sind begabte Imitatoren: "In der Nähe eines Hühnerstalls gackern sie", sagt Werner. Dialekte gibt es nach seinen Worten bei allen Arten: Buchfinken zwitschern an der Nordsee ein bisschen anders als in den Alpen.

    Grundsätzlich singen nur die Männchen, und sie haben zwei Ziele: Ihr Revier gegenüber Artgenossen abstecken und möglichst viele Weibchen anzulocken. Das vielstimmige Vogelkonzert im Frühjahr verwirrt die Tiere nicht. Verstanden werden die Lieder nämlich nur von Artgenossen - alle anderen lassen sie kalt.

    quelle: Stern.de
     

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