Hohe Cannabis nachfrage: Deutschland muss importieren

Artikel von Burg und Er am 26. August 2018 um 20:21 Uhr im Forum Wissenschaft & Forschung - Kategorie: Politik & Recht

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Hohe Cannabis nachfrage: Deutschland muss importieren

26. August 2018     Kategorie: Politik & Recht
Nachdem die Nutzung von Cannabis als Schmerzmittel in Deutschland 2017 legalisiert wurde, steigt die Nachfrage stetig an. Auch die Kosten werden von der Krankenkasse erstattet, sofern keine andere Behandlungsmethode zur Verfügung steht. Nun musste das Bundesgesundheitsministerium einräumen: Die Nachfrage ist deutlich höher als kalkuliert. Im vergangenen Jahr stellten 20 tausend Patienten einen Antrag, davon wurden 60 Prozent genehmigt. Da in Deutschland bisher noch sehr wenig Cannabis für Apotheken angebaut wird, müssen diese aus Kanada und den Niederlanden importiert werden. Ursprünglich war eine Import-Menge von 1,2 Tonnen vertraglich festgelegt. Durch die hohe Nachfrage musste Gesundheitsminister Jens Spahn nun aber noch einmal nachverhandeln. Das Ergebnis: Die Niederlande verdoppeln ihre Liefermenge auf 1,5 Tonnen pro Jahr.

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Deutschland Importiert vier Sorten Medizinisches-Hanf (Cannabis) aus Kanada, die auch bei uns wachsen könnten.


Der eigene Anbau verzögert sich erheblich
Spahn bedankte sich dann auch pflichtschuldig bei seinem Amtskollegen und betonte, dass die bereits begonnenen Cannabis-Therapien ohne Einschränkung fortgesetzt werden können. Eingesetzt wird der Wirkstoff beispielsweise bei Nervenkrankheiten, bei bestimmten Augenleiden, bei ADHS und dem Tourette-Syndrom. Eigentlich wollte Deutschland ab dem nächsten Jahr auch bereits selbst Cannabis anbauen. Einige Startups hatten sich schon in Stellung gebracht, um diese Aufgabe unter staatlicher Kontrolle zu übernehmen. Die Ausschreibung der dafür zuständigen Bundesagentur musste aber aufgrund von Verfahrensfehlern wiederholt werden, was erhebliche zeitliche Verzögerungen zur Folge hat. Nun wird erst im Jahr 2020 mit den ersten Pflanzen aus heimischer Produktion gerechnet. Dank der Importe aus den Niederlanden ist aber auch bis dahin nicht mit einem Engpass zu rechnen.

Cannabis vollständig legalisieren?
Der private Konsum von Cannabis ist in Deutschland allerdings auch weiterhin ausschließlich zu medizinischen Zwecken und mit offizieller Genehmigung erlaubt. Anders sieht dies inzwischen in Kanada aus, wo das Parlament eine vollständige Legalisierung beschlossen hat. Befürworter dieser Maßnahme hoffen, dass so der illegale Handel mit Cannabis gestoppt werden kann und stattdessen legale Geschäftsmodelle entstehen. Erste Hinweise darauf gibt es bereits. So haben mehrere Brauereien teilweise Milliardensummen in Cannabis-Unternehmen investiert. Gleichzeitig wurde in Kanada aber auch der Jugendschutz drastisch verschärft. Wer die Droge an Kinder und Jugendliche verkauft, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Befürworter einer vollständigen Legalisierung. Bisher fand sich dafür aber keine Mehrheit im Parlament.

Ethischer Aspekt zum Pflanzenverbot
Nach wie vor ist unklar, ob eine Pflanze, welche nur für den privaten Anbau (in geringen mengen) genutzt wird, überhaupt verboten werden darf. Letztendlich finden sich zahlreiche giftige Pflanzen, welche als Rauschmittel oder Medizin genutzt werden können in unserer Natur. In wie weit einem Menschen also verboten werden darf, eine Pflanze für sich zu nutzen, egal ob als Heilmittel oder Rauschmittel, ist unklar - zumindest rein plausibel und ethisch. Immerhin, es gibt keine Steinigungen mehr, dafür umso mehr Lobbyeinträge in der Bibel 2.0

Quelle: Medizinisches Cannabis: Deutschland importiert 1,5 Tonnen niederländisches Cannabis
Bild & Quelle: Deutschland importiert Cannabis aus Kanada – Sensi Seeds
 

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