Hüte - viel mehr als nur eine Kopfbedeckung

Artikel von Tommy Weber am 12. März 2021 um 17:09 Uhr im Forum Allgemeines & Sonstiges - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Hüte - viel mehr als nur eine Kopfbedeckung

12. März 2021     Kategorie: Trend & Lifestyle
Wer an Hüte denkt, hat vielleicht die britische Königin im Sinn oder die ausgefallenen Kreationen, die die Damen jedes Jahr auf der Rennbahn im englischen Ascot auf dem Kopf tragen. Im täglichen Leben gibt es nicht mehr viele Menschen, die einen Hut als modisches Accessoire tragen. Im Sommer zum Schutz vor der Sonne sind Hüte schon eher zu sehen, aber bei offiziellen Anlässen wird weder von den Damen noch von den Herren das Tragen eines Hutes erwartet. Lange Zeit sah das ganz anders aus, da gehörte der Hut immer dazu.

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Der Hut und seine Geschichte
Im antiken Griechenland trugen weder Männer noch Frauen einen Hut, nur die Handwerker ließen sich an ihren runden Kappen gut erkennen. Während das einfache Volk barhäuptig blieb, war es bei den reichen Patriziern modern, einen Hut zu tragen, allerdings nur an einer Schnur und über den Rücken hängend. Ganz anders bei den alten Römern, für sie war der Hut das Zeichen für Freiheit und jeder Sklave, der in die Freiheit entlassen wurde, bekam einen Hut. In Deutschland wurden Hüte im 10. Jahrhundert ein Thema, jedoch zunächst nur bei den Sachsen, die einen Strohhut trugen. 200 Jahre später war der Hut populär und Damen konnten bereits unter verschiedenen Modellen wählen. Im 13. Jahrhundert trugen die Herren einen Hut, wenn sie auf die Jagd gingen und es gab den Beruf des Hutmachers.

Im 15. Jahrhundert wurde das flache Barett modern, es gab den klassischen „Tudor-Hut“, den die englischen Könige in Mode brachten, aber für den Alltag waren die Hüte der damaligen Zeit nicht geeignet. Die Hüte, die wirklich jeder tragen konnte, kamen erst ein Jahrhundert später in Mode. Bekannt sind die spitz zulaufenden Hüte mit der breiten Krempe für den Herren, aber auch Hüte aus Filz, die nach Wunsch mit einer Feder geschmückt wurden, sie gehörten bald zum Straßenbild.

Dekorativ und edel
Mit der Zeit änderte sich ebenfalls die Hutmode. Für die Damen wurden um 1800 die sogenannten Schutenhüte modern, die je nach Geldbeutel noch kostbar dekoriert waren. Abgelöst wurden die Schutenhüte, die mit hübschen Seidenbändern unter dem Kinn gebunden waren, von kleinen Teller- und Kapotthüten. Aus den USA kam der elegante Stetson für den Mann, aus Großbritannien die Melone sowie der Bowler, ein typischer Hut für den Herrn, der bis heute modern ist. Als die Kleider der Damen schmaler wurden, setzten die breiten Hüte die passenden Akzente. Diese Hüte waren sehr dekorativ, mit edlen Spitzen, Federn von exotischen Vögeln und großen Blüten aufgepeppt.

Mit der aufkommenden Emanzipation verwandelte sich der elegante Hut in die schlichte Kappe und erst die feminine Mode der 1950er Jahre brachte den Hut wieder in Mode. Es war John F. Kennedy, der das Ende der Hutmode einläutete, denn er leistete 1961 seinen Amtseid ohne Hut. Aber ganz ohne ging es doch nicht, zumindest nicht im Film. James Bond trug wieder Hut und unvergessen Audrey Hepburn mit Hut in „Frühstück bei Tiffany's“.

Hüte von heute
Hüte waren nie ganz verschwunden, aber heute sind sie unübersehbar wieder präsent. Beim Adel ist der Hut Pflicht und sogar im Alltag sind Hüte wieder angesagt. Es gibt eine unendlich große Auswahl an Hüten in allen Formen und Farben, extravagant oder klassisch, festlich oder cool. Damen tragen im Sommer den angesagten „Trilby“ oder den immer noch populären Schlapphut. Junge Männer bevorzugen das lässige Basecap und im Winter einen Beanie, also eine Mütze, die weit nach hinten in den Nacken getragen wird. Trachtenhüte kommen wohl nie aus der Mode und selbst der Kompotthut aus den 1920er Jahren erlebt eine Renaissance. Der Strohhut sitzt herrlich leicht auf dem Kopf und schützt vor der Sonne und der klassische „Fedora Hut“ ist elegant und modisch zugleich.

Hüte kaufen bei www.hutshopping.de ist die einfachste Form, den persönlich passenden Hut zu finden und zu kaufen. Hier reicht die Auswahl vom lässigen Strohhut über den maskulin wirkenden Bowler bis zum König der Hüte: dem Zylinder. Warm ist der Hut aus Wolle und wer zum Angeln geht, trägt den Fischerhut, der ideal vor der Sonne schützt und den Kopf kühl hält. Cool sind die Hüte, wie sie im australischen Outback getragen werden und der Westernhut ist ebenfalls ein Hut, der mit modischen Trends nichts am Hut hat.

Der Hut als Statement
Hüte waren immer mehr als eine Kopfbedeckung, sie dienten zugleich als politisches und gesellschaftliches Statement. In England ist der Hut bis heute ein Symbol dafür, welcher gesellschaftlichen Schicht sein Träger angehört . An erster Stelle stand der König, der eine Krone trug, dann kam der Adel, der nicht ohne Zylinder das Haus verließ. Dem Adel folgte das reiche Bürgertum und trug Melone, wie beispielsweise Winston Churchill stets eine Melone auf dem Kopf hatte. In der Rangliste folgten danach die Angestellten, die sich einen Bowler leisten konnten und ganz weit unten in der Rangliste waren die Arbeiter zu finden, sie konnten sich keine Hüte leisten und trugen Kappen.

Al Capone machte den sogenannten Borsalino berühmt, der britische König Edward VII. den Homburg Hut, den auch Konrad Adenauer gerne auf dem Kopf hatte. Edward VIII. mochte den „Trilby“ mit der schmalen Krempe und machte ihn zum Modehut der 1930er Jahre in Europa. Kemal Atatürk wollte die moderne Türkei und verbot kurzerhand den traditionellen Fes, den die Männer trugen und so kam der Hut in der Türkei genauso in Mode.

Sind Hutmacher wirklich verrückt?
Seit es Hüte gibt, gibt es auch Hutmacher und diesem Beruf haftet ein seltsames Image an. Es heißt, Hutmacher seien verrückt, ganz so wie Lewis Carroll den Hutmacher in „Alice im Wunderland“ beschrieben hat. Lewis Carroll hat den verrückten Hutmacher nicht erfunden, denn bis heute heißt es in England „Mad as a hatter“, also verrückt zu sein wie ein Hutmacher. In früheren Zeiten arbeiteten Hutmacher viel mit Quecksilbersalzen, um die Hüte aus Filz und Fellen besser formen zu können. Die Dämpfe der erhitzten Salze sorgten für schwere Schädigungen der Nerven, die Intelligenz ließ immer mehr nach und die Hutmacher verblödeten praktisch. „Hutmachersyndrom“ wurde diese Vergiftung genannt und in der damaligen Zeit hielt man die Hutmacher eben für verrückt. Heute ist so etwas natürlich kein Thema mehr, denn Quecksilber oder andere hochtoxische Stoffe werden bei der Herstellung von modernen Hüten nicht mehr verwendet.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / kleberpicui
 

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