Interview: Hinter den Kulissen der Spywarehersteller

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 4. Mai 2005 .

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  1. #1 4. Mai 2005
    Ben Edelmann: Auch American Express und Disney nutzen Ad- und Spyware
    Im Interview mit c|net enthüllt der Spywareexperte Ben Edelmann einige interessante Details über die meist ungebetenen Programme wie WhenU und Claria, letzteres früher unter dem Namen Gator bekannt. Trotz des halbseidenen Rufs, den Ad- und Spyware hat, gehören zu dem Werbekunden der entsprechenden Programmhersteller Unternehmen wie American Express, Sprint PCS, Disney oder Expedia. Der Spyware-Werbemarkt ist trotz seines schlechten Rufs nach Berechnungen von The Register zwei Milliarden Dollar schwer.

    Edelmann spricht konsequent ausschließlich von Spyware - denn Adware, die Werbefenster aufpoppen läßt, überwacht das Surfverhalten des Users und blendet entsprechend Banner und Popups ein. Hier sieht er auch die größte Gefahr für den konventionellen Werbemarkt: Adware sabotiert normale Werbung, indem gezielt Werbefenster mit der Anzeige der Konkurrenz geöffnet werden, wenn der Surfer auf einer Seite mit einem bestimmten Werbebanner landet. Das Schalten gewöhnlicher Werbung wird dadurch unattraktiv: je mehr Surfer mit adwareverseuchtem Rechner die entsprechenden Seiten besuchen, desto geringer der Effekt für die mit legitimen Mitteln werbende Partei.

    Der Kampf gegen Spyware wird zwar an allen Fronten geführt - kürzlich kündigte download.com an, sämtliche Programme mit gebündelter Ad- und Spyware nicht mehr zum Download anzubieten, ein Spywarehersteller wurde in New York vor kurzem verklagt. Darüber hinaus stehen mit Programmen wie Spybot Search&Destroy oder AdAware durchaus leistungsfähige Spywareentferner zur freien Verfügung. Dennoch nimmt das Aufkommen der Werbeschleudern kontinuierlich zu. Die SpyAudit-Studie beobachte im ersten Quartal 2005 unerwünschte Programme auf 88% der privaten Rechner, im Schnitt 7,2 nicht-Cookie-Infektionen pro betroffenem Rechner.

    Edelmann nennt als weiteres großes Problem rechtliche Schwierigkeiten der Hersteller von Spywareentfernern. Lavasoft, Hersteller von AdAware, wurde bereits verklagt, weil ein Adwareprogramm durch AdAware entfernt werden könne: dies seien unfaire Geschäftsmethoden. Anders als Virenprogrammiere würden die Adwarehersteller durchaus auch mit juristischen Mitteln zurückschlagen, so Edelmann. Die User stimmen der Installation des Adwareprogramms in der Regel ja zu - auch wenn sie meist die entsprechenden AGBs und EULAs nicht gelesen haben. Mit Klagedrohungen hätten die Adwarehersteller oftmals Erfolg - auch ohne Gerichtsverhandlung, oftmals lassen sich die Adwareentferner einschüchtern.

    Der 25jährige Edelmann, der gerade seinen Doktor in Ökonomie macht, studiert weiterhin in Havard Jura. Seine Consultingtätigkeiten in Bezug auf Adware hätten inzwischen genügend eingebracht, um sein Rechtsstudium bis zum Abschluss zu finanzieren.


    quelle: gulli untergrund news
     

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