ISPs sollen 1200 Websites sperren

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 29. Januar 2007 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 29. Januar 2007
    Zensur in der Schweiz und anderswo demnächst auch für Warez?
    Die Schweizer Internetanbieter werden wahrscheinlich zukünftig dazu genötigt, den Zugriff auf 1200 Kinderporno-Seiten zu sperren. Wählt man eine illegale Seite an, wird man dorthin umgeleitet, wo potentielle Kinderschänder am wenigsten hin wollen: zum schweizerischen Bundesamt für Polizei. Für den Anfang haben die dänischen Kollegen 1000 Urls geliefert, 200 weitere sollen aus eigenen Ermittlungen stammen. Die Swisscom-Tochter Bluewin beginnt schon in den nächsten zwei Wochen mit der Umsetzung. Insgesamt kann damit gerechnet werden, dass ca. 80 Prozent aller Schweizer Surfer bei der freien Wahl ihrer Websites demnächst einschränkt werden.


    Um es vorneweg klarzustellen: Maßnahmen gegen Kinderpornographie sind grundsätzlich wünschenswert. Allerdings gibt es bei diesem Vorhaben jede Menge Haken und Ösen. Alleine die technische Umsetzung dürfte sich als schwierig gestalten denn schon nach sehr kurzer Zeit dürfte ein Grossteil der Liste bereits veraltet sein. Darüber hinaus besteht auch das Risiko, dass Seiten gesperrt werden, dessen Inhalt nichts mit Kinderpornographie zu tun hat. Wenn also die IP-Adresse 1.2.3.4 blockiert wird, sich dort aber auch die Firmenwebsite einer unbeteiligten Firma XY befinden, wären die Seiten der Firma natürlich auch nicht mehr erreichbar.

    Die Angelegenheit ist schon etwas länger in der Pipeline und war bis zur Veröffentlichung eines Artikels in der Sonntagszeitung mehr oder weniger im Sand verlaufen. Schon im Juni 2006 bekamen die ISPs einen Brief von diversen Instituten mit dem Titel: "Freiwillige Blockierung von kommerziellen Kinderpornographie-Websites durch Schweizer Internet Service Provider - Kampagne "Stopp Kinderpornographie im Internet!" Das Problem: So oder so stehen die Provider mit einem Fuß im Knast. Geht man dem Schreiben nach und sperrt die Seiten, sofern dies technisch überhaupt möglich ist, kann man sie wegen der aktiven Ausübung von Zensur verklagen. Bleiben die Provider untätig, kann man sie wegen Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie anklagen.Das Interessante an der mehr oder weniger freiwilligen Zensur, die da von oben herab verordnet werden soll ist: Analoges gilt natürlich auch für die Musik- Film- oder Softwarepiraterie. Die Rechtslage in der Schweiz ist bei weitem nicht klar. Wo ist die Grenze zwischen Kinderschutz und Zensur? Soll ein ISP, der Datenpakete von A nach B transportiert, sich wirklich zur Zensurbehörde machen lassen? Von Briefträgern wird schließlich auch nicht verlangt, die auszutragende Post vor Auslieferung auf ihre moralische Unbedenklichkeit zu prüfen. Die Autoren von blogg.ch fragen nicht zu Unrecht warum man das Problem ausgerechnet bei den Providern anpackt? Laut Artikel 17, Absatz 1 und 2 (Medienfreiheit) der Bundesverfassung der Schweiz ist:

    "Die Freiheit von Presse, Radio und Fernsehen sowie anderer Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen Verbreitung von Darbietungen und Informationen ist gewährleistet.

    Zensur ist verboten.
    "

    {bild-down: http://www.gulli.com/fileadmin/news_teaser/zensur.jpg}

    Und sollte das Beispiel aus der Schweiz Schule machen, könnte man auch in Deutschland auf vergleichbare Ideen kommen. Pressetext.ch berichtete kürzlich bereits darüber, dass auch die IFPI den Providern an den Kragen will, weil nach deren Meinung noch immer zu viel Musik über Tauschbörsen heruntergeladen wird. Dies ist übrigens in der Schweiz absolut legal! Nach Angaben von IFPI-Chef Kennedy wäre die IFPI sogar dazu bereit die Internet-Provider zu verklagen, die bei seinen Plänen nicht mitspielen wollen. Laut Pressesprecher Stefan Michalk der IFPI Deutschland will man alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Man sehe sich aufgrund des vorliegenden Gesetzentwurfes zur Durchsetzungsrichtlinie der EU zum zahnlosen Tiger degradiert.


    quelle: gulli untergrund news
     

  2. Anzeige
  3. #2 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    ich finde es total affig das langsam fast alle länder auf den überwachungs und zensur tripp kommen.
    ich meine das internet sollte nicht zenziert werden denn es dient zur informations beschaffung. ansonsten kommen man ja nie an die informationen die man haben möchte bzw nur an die die einem der staat erlaubt. das ist einfach nur arm X(
     
  4. #3 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    öhm ja dann lad mal schön weiter runter -.-


    mehr als geil sowas. sowas soll auch in DE gemacht werden. bin total dafür.
     
  5. #4 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    ob sie die nun sperren oder nicht.. was bringt es? dann gehst du halt ueber nen proxy auf die website, oder die seite zieht auf nen anderen server um... es gibt keine effektive moeglichkeit der zensur.. und diese albernen versuche sind einfach nur lachhaft.. und verstoßen zudem gegen das grundgesetz.
     
  6. #5 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    lol sorry hatte den artikel nicht aufmerksam gelesen dachte es handelt sich um warez seiten :rolleyes: bin ich hohl ey xD

    wenn es sich wie oben beschrieben um 1200 kinderporno sites handelt bin ich auch dafür das auf diese seiten der zugriff gesperrt wird!
     
  7. #6 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    Ich finde, dass das Sperren dieser Websites weder NUR gut noch NUR schlecht ist.
    Natürlich ist es gut, dass solche Seiten gesperrt werden, denn Kinderpornografie ist einfach nur das allerletzte!
    Andererseits verstößt es gegen das Grundgesetz und es stellt sich die Frage, ob der Staat so massiv eingreifen sollte. Solang es bei Seiten mit Kinderpornografie bleibt, bin ich dafür, doch ich denke es wird eher darauf hinauslaufen, dass wir bald nur noch das im Internet finden, was der Staat/... uns erlaubt und da bin ich eindeutig dagegen. Wenn der Staat so massiv in eine der wichtigsten oder sogar die wichtigste Informationsquelle unseres Zeitalters eingreifen darf, kann man sich irgendwann nicht mehr sicher sein, ob die Informationen auch wirklich den Tatsachen entsprechen.


    Gegenwärtiges Beispiel ist die Zensur von www.google.cn (China)


    Schaut euch mal diese Ergebnisse an: google.de

    Und im Vergleich das Ergebnis auf: google.cn

    "Komischerweise" bekommt man auf google.cn keine Ergebnisse (wenn man durch andere Suchbegriffe Treffer für Tiananmen erziehlt, sieht man nicht wie bei google.de Bilder von Panzern/...)
     
  8. #7 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    Solange es nur Kinder p0rnseiten sind hört sich doch das ganze ganz gut an.
    Aber so wird es im Endeffekt nicht bleiben.

    Nach und nach wird das Internet viel zu eingegrenzt - kann ich mir zumindest vorstellen.
     
  9. #8 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    ich bin auch dafür! wird auch zeit mehr dagegen zu tun.
    und nicht jeder ist schlau einen proxy einzuschalten wenn er auf solche seiten geht.
     
  10. #9 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    dem kommentar im von gulli schließe ich mich 200% an. wenn jmd an kinderpornos interesse hat, wird er sie auch so noch bekommen. finde es :poop: das hier mechanismen erprobt werden die leicht missbraucht werden könnten.
     
  11. #10 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    ich denke auch, dass so lange man die sperrung auf seiten mit kinderpornographie beschränkt, es durchaus berechtigt ist. kinderpornos sind wirklich zu verachten und deren verbreitung sollte unterbunden werden
    jedoch ist es immer so, dass es wege geben wird, um diese seiten trotzdem aufrufen zu können
    außerdem sehe ich auch die gefahr, dass diese zensur auf andere gebiete angewandt werden wird
     
  12. #11 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    Grundsätzlich finde ich es auch ne gute Idee aber denk mal einen Schritt weiter:
    Dann werden im Zuge dessen demnächst auch Warez-Seiten gesperrt und da bin ich gegen...
    Das ist eben bei fast allem das Risiko: Es kann missbraucht werden....
    Ausserdem ist es wieder ein Schritt hin zur Zensur, was ich ebenfalls NICHT befürworte...
     
  13. #12 30. Januar 2007
    AW: ISPs sollen 1200 Websites sperren

    Naja diese Seiten müssen erstmal als Warez seite aufgefunden werden^^ .

    Und wenn dann gehen wir halt wirklich alle über ein proxy rein. gibt doch genügend dafür.

    Aber das projekt wird nach .de sehrwarscheinlich garnicht kommen. :]
     

  14. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...
  • Annonce

  • Annonce