Japans Walfang-Lobby jubelt

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 19. Juni 2006 .

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  1. #1 19. Juni 2006
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    Im Kampf gegen das Walfang-Verbot können Japan und andere Walfang-Nationen einen wichtigen Erfolg verbuchen. Erstmals seit rund 20 Jahren fand sich in der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine Mehrheit, die für eine Aufhebung des Walfangmoratoriums stimmte. Das Verbot bleibt aber vorerst in Kraft, weil für seine Aufhebung eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich gewesen wäre. Bei der Jahrestagung der IWC im Karibikstaat St. Kitts und Nevis gab es 33 Stimmen für ein Ende des Moratoriums, 32 dagegen.

    In der nicht bindenden Resolution heißt es, das vorübergehend verhängte Moratorium sei "nicht mehr länger erforderlich". Wale seien schuld an der Dezimierung der Fischbestände - das "Management" der Meeressäuger habe deshalb große Bedeutung für die Ernährung von Küstenregionen. Nach dem Willen der Unterzeichner der Resolution, Japan, Norwegen und Island, soll sich die IWC künftig nicht mehr um den Schutz der Wale kümmern, sondern um die Regulierung des kommerziellen Walfangs.

    Walfang-Gegner reagieren geschockt

    Die Beobachter von Greenpeace und andere Bürgervertreter werteten den Erfolg der Walfangnationen als ersten Schritt, sie aus der Internationalen Kommission zu entfernen. Die Umweltschützer reagierten schockiert. Die Abstimmung zeige, dass Japan mit seiner Suche nach Unterstützung Erfolg habe - auch wenn sich faktisch zunächst nichts ändere, sagte eine Sprecherin der Umweltorganisation WWF.

    Die Internationale Walfangkommission ist seit Jahren in zwei Lager gespalten - das der Befürworter und das der Gegner des kommerziellen Walfangs. Japan soll seit Jahren arme Länder mit Entwicklungshilfe dazu bringen, in seinem Sinne abzustimmen. Japan hält sich wie Island offiziell an das Walfangverbot, nutzt jedoch die Möglichkeit zum Fang mit der Argumentation "zu wissenschaftlichen Zwecken". Norwegen ist das einzige der drei Walfangbetreibenden IWC-Mitglieder, das das Verbot ignoriert.
     

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  3. #2 19. Juni 2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    Symbolischer Sieg oder Niederlage?

    Symbolischer Sieg oder Niederlage?
    Florian Rötzer

    Die Befürworter des Walfangs konnten Resolution durchsetzen, nach der das Walfangverbot nicht mehr notwendig sei und in der die Walschützer kritisiert werden
    Die Länder, die seit Jahren versuchen, das 1986 beschlossene Walfangmoratorium aufzuheben, haben auf der jährlichen Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Saint Kitts und Nevis zwar nicht den erwünschten Durchbruch erzielen, aber doch einen ersten Erfolg erreichen können. Mit einer knappen Mehrheit von 33 zu 32 Stimmen – China enthielt sich der Stimme - wurde entschieden, dass ein Moratorium nicht mehr notwendig ist.

    In der jetzt unter dem Vorsitz von Japan angenommenen Erklärung wird zwar nicht der Walfang wieder erlaubt, was eine Dreiviertelmehrheit erfordern würde, aber die erste Hürde für den vor allem von Japan, Norwegen, Russland und Island befürworteten kommerziellen Walfang ist damit gefallen. Bislang gibt es nur eine Genehmigung für den "wissenschaftlichen" Walfang, der aber ganz offen dem Konsum dient. Norwegen hat letztes Jahr eigenmächtig beschlossen, die Walfangquote um ein Viertel auf über 1.000 Tiere für dieses Jahr zu erhöhen.

    [​IMG]
    {img-src: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22921/22921_1.jpg}
    Foto: Jeremy Sutton-Hilbert/Greenpeace​

    Vor allem Japan versucht seit Jahren, mit einer "Koalition der Willigen" das Moratorium zu kippen. Kleinere Mitgliedsstaaten werden mit Druck und Vorteilen dazu gebracht, für die Wiederaufnahme des Walfangs zu stimmen. Eine andere Strategie ist, neue Länder in die Walfangkommission aufzunehmen. So wurden u.a. Mali und die Mongolei Mitglieder, die nicht einmal eine Küste haben. Um die Einflussmöglichkeiten zu vergrößern, liegt Japan viel daran, dass die Abstimmungen geheim erfolgen. Das wurde mit einer Mehrheit von 33 zu 30 noch abgelehnt. Auch mit der Forderung, den kommerziellen Fang von Schweinswalen und Delfinen zu gestatten, konnten sich die Befürworter des Walfangs nicht durchsetzen.

    Nach einer vom WWF in Auftrag gegebenen Umfrage in 10 kleinen Ländern in der Karibik und im Pazifik, deren Regierung den Walfang befürworten, hat sich jeweils eine deutliche Mehrheit gegen die kommerzielle Jagd auf Wale ausgesprochen. Regierungen ignorieren die öffentliche Meinung", so der WWF, "und stimmen – angeblich im Interesse ihrer Bürger - für den Walfang."

    Die von kleinen Karibikstaaten der Koalition eingebrachte und jetzt beschlossene Resolution, die das Moratorium als nicht mehr notwendig erachtet, wird etwa von der High North Alliance als historischer Durchbruch und als Anerkennung des kommerziellen Walfangs gefeiert. Gefordert wird eine "Normalisierung" des Walfangs und ein Ende des "emotionalen" Verbots. Als Erfolg gilt, da die Erklärung beinhaltet, dass die Wale an den Küsten "riesige Fischmengen" fressen und so die Lebensmittelversorgung der Küstenländer beeinträchtigen würden. Überdies hätten sich die Walbestände weltweit erholt. Die Position von Ländern wie Australien, Neuseeland oder Großbritannien, die den Walfang strikt ablehnen, werden in der Resolution als "dem Ziel und Zweck des Internationalen Abkommens zur Regulierung des Walfangs zuwiderlaufend" bezeichnet. Gerügt werden Umweltschutzorganisationen, die sich in die "souveränen Rechte im Hinblick auf die Ressourcen für die Lebensmittelsicherheit und die nationale Entwicklung" von Staaten einmischen. Man müsse die kulturelle Verschiedenheit anerkennen und endlich ein "wissenschaftsbasiertes Management der Meeresressourcen" umsetzen.

    Für den Umweltminister ist die Annahme der Resolution hingegen die "größte Niederlage des Naturschutzes" in der Kommission. Der australische Umweltminister Ian Campbell will das Ergebnis aber positiver sehen. Dieses Jahr zumindest sei Japan noch daran gescheitert, das Moratorium aufzuheben. Man müsse aber stärker darauf hinwirken, dass es auch weiterhin in Kraft bliebe. Dafür müssen man weitere Länder gewinnen.

    Campbell hatte im Vorfeld der Konferenz einen zusammen mit dem International Fund for Animal Welfare (IFAW) erstellten Bericht vorgestellt, der zeigen soll, dass der von Japanern betriebene Walfang "grausam" und "unmenschlich" sei. 80 Prozent der Wale sterben nicht, nachdem sie harpuniert wurden. Sie werden teils unter großen Schmerzen wegen der Wunden an das Schiff gezogen und kopfüber unter Wasser gehalten, so dass sie langsam ersticken, weil damit auch ihre Blaslöcher unter Wasser sind. Belegt wurde der qualvolle von Tod von Walen auch durch Videos, die von Greenpeace aufgenommen wurden.

    In Japan nahm man die Kritik nicht erfreut auf. So konterte der japanische IWC-Repräsentant Joji Morishita, dass das Töten der Wale auf die "humanste, durch die Wissenschaft bewiesene Weise" geschehe. Überdies frage er sich, wie lange es wohl dauern würde, bis ein Känguru in Australien stirbt.


    quelle: Telepolis
     
  4. #3 19. Juni 2006
    die menschheit ist so dumm! wenn ich das lese läuft es mir ganz kalten den rücken runter...

    "Wale seien schuld an der Dezimierung der Fischbestände" bitte was? es gibt so weinige wale und die wenigen, die es noch gibt am besten abschlachten?!

    also,
    rettet die wale!!


    (Pagefinder - Get INSIDERinfo on thousands of topics) xD
     
  5. #4 19. Juni 2006
    Naja...es gibt wenige Wale, die sich von Fisch ernähren. Das ist also absoluter humbuck. Ein Tier darf sich nicht von der Natur ernähren...der Mensch darf es allerdings :rolleyes:

    Ich halte absolut nichts mehr von den Japanern (ja, ich stecke sie in eine Schublade). Wer so mit der Natur umgeht...hat keine daseinsberechtigung. Erst der Tiger, jetzt die Wale, dann kommen die Delphine...was kommt als nächstes?
    Jetzt wo sich die Walbestände wieder erholt haben, sollen sie wieder dezimiert werden...sowas bescheuertes.
    Was würde ich dafür geben, die verantwortlichen Japsen an einer Harpune verbluten zu sehen....
    Damit bin ich kein deut besser...aber was sich die Japaner rausnehmen, ist unter aller sau.
    Das ist, als wenn man einen Krebskranken heilt, um ihn danach wieder mit Krebs erkranken zu lassen und leiden zu sehen...
     
  6. #5 20. Juni 2006
    ich frage mich warum ihr euch beim wahl aufregt, aber bei anderen tieren die gnadenlos abgeschlachtet werden, sagt keiner was...

    warum? weil ihr sie esst und es nicht schafft sie nicht zu essen...
    das erinnert mich an die nichtraucher die den rauchern nicht glauben sie würdens net schaffen loszukommen...

    mein teil: support the alf
     

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