Klima: große Teile des Great Barrier Reef unrettbar verloren

Artikel von raid-rush am 17. April 2017 um 22:51 Uhr im Forum User News - Kategorie: Wissenschaft

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Klima: große Teile des Great Barrier Reef unrettbar verloren

17. April 2017   raid-rush   Kategorie: Wissenschaft
Das Great Barrier Reef umfasst hunderte kleinere Korallenriffe und Inseln, die sich über eine Länge von insgesamt rund 2500 Kilometer und eine Fläche von etwa 344tausend Quadratkilometer erstreckt. Es ist die Heimat Tausender Tierarten. Dieses über Millionen Jahre gewachsene sieben Naturweltwunder stirbt. Der Grund ist eine zu hohe Wassertemperaturen. Forscher gaben nun die erschreckende Nachricht bekannt, dass große Teile des Riffes unwiederbringlich verloren sind.

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Schuld am Sterben des Riffs ist die globale Erwärmung. Diese führt zu wärmeren Wassertemperaturen, die wiederum zu Korallenbleiche führen, einem Prozess, bei dem Korallen die Algen abstoßen, die symbiotisch in ihrem Gewebe leben und essentiell für ihr überleben sind. Wenn dies in großen Dimensionen auftritt, spricht man von einem „Mass Bleaching Event“. Nun tritt dieses bereits zum vierten mal ein: 1998, 2002, 2016 und 2017. Das Problem: Nach jedem dieser Events benötigt das Riff eigentlich mindestens 10 Jahre, um sich zu erholen. Doch das Korallen absterben stoppt nicht und eine Erholungszeit ist nicht mehr absehbar.

Mit den Korallen die Grundlage für tausende von Arten sind, verschwinden auch diese. Die Nahrungsgrundlage für viele weitere Arten wird damit kleiner und auch diese schwinden in Ihrer Population. Da sie sich nicht so schnell anpassen können wie sich die Umwelt verändert. Für die Erde sind Veränderungsintervalle eigentlich in sehr großen Zeitabständen normal, die Evolution passt sich diesen an - allerdings haben auch schon in der frühen Erdzeit immer wieder Katastrophen zu einem Massenaussterben geführt.

Laut den gesammelten Daten ist inzwischen fast die Hälfte des Great Barrier Reef gebleicht. Weiterer Schaden wurde durch den Zyklon „Debbie“ verursacht, der Teile des Riffs traf, die von der Korallenbleiche verschont geblieben sind.

Eine Erholung scheint nicht mehr möglich und somit hat die Erde in Zukunft ein Naturweltwunder weniger.
Zunehmend betroffen sind alle Ozeane und Meere.

1,5 Grad Celsius Erderwärmung werden als verträglich angesehen
Prominenter Unterstützer dieser Studie ist unter anderem das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) mit Sitz in Österreich. Die acht Forscher orientieren sich an der allgemein anerkannten 1,5-Grad-Celsius-Marke: Diese Gesamterwärmung wird allgemein als verträglich für die heutige Erdbesiedlung angenommen. Außerdem zogen sie Emissionsdaten aus vielen verschiedenen Bereichen heran, wie aus der Landwirtschaft, den fossilen Brennstoffen, der Lebensmittelproduktion und der Bioenergie. Auch die natürlichen Ökosysteme, die das CO2 aus der Luft aufnehmen, wurden genau unter die Lupe genommen, inklusive ihrer Entstehung sowie Zerstörung (z.B.: Abholzung).

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CO2-Emissionen müssen innerhalb von 10 Jahren sinken um den Kollaps zu verhindern
Die ganz klare Empfehlung der Wissenschaftler lautet, den Anteil fossiler Brennstoffe am globalen Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2100 auf unter 25 % herunterzufahren (aktuell liegt er bei 95 %). Und wenn es nicht bis dahin zum Technologie Austausch kommt, sollte der Prozentsatz noch weit niedriger liegen. Um die ambitionierten Ziele der UN-Klimakonferenz in Paris zu erfüllen, sollten die durch Menschen verursachte CO2-Emissionen innerhalb der nächsten 10 Jahre ihren endgültigen Höhepunkt erreichen und danach endlich sinken.

Um diese Ziele zu erreichen ist es auch nötig das der Konsument seine Gewohnheiten anpasst oder zumindest Veränderungen akzeptiert. Denn auf die Politik alleine ist kein verlass, wie wir in den USA sehen werden Trendwenden zur erneuerbaren Energien aus Profitgier mit Füßen getreten. Die Zukunft liegt also in der Hand jedes Einzelnen, ob wir in 10 Jahren noch eine haben.
 
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