Krise nutzen für einen wirtschaftlichen Wandel?

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Orca123, 5. April 2020 .

  1. #1 5. April 2020
    Zuletzt bearbeitet: 7. April 2020
    ...
     
    raid-rush gefällt das.
  2. #2 5. April 2020
    Ich denke auch das es jetzt wichtig wäre die globale Welt in Richtung Nachhaltigkeit und Verzicht zu trimmen. Die Pandemie ist nur ein kleiner Anfang, die größeren Herausforderungen stehen erst noch an und die Menschheit ist kaum gerüstet, weil sie zu beschäftigt ist mit Reich werden.
    Wenn das Klima und die Ökosysteme kippen, dann sind wir in Größenordnungen von 100 Millionen Toten pro Jahr. Auch wenn der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist, so kann man die Folgen wie bei der Pandemie mildern wenn man eben langsamer macht und sich mit weniger zufrieden gibt.

    Wir werden also viel weniger Konsum haben müssen und sehr viele Arbeitsplätze werden sich verändern und alle müssen mit deutlich weniger auskommen. Das wird keinem gefallen. Doch das ist die einzige milde Lösung.

    Die Alternative ist, die Leute werden frustriert und voller Wut radikaler und das politische Umfeld wird zerbrechen und die Gruppierungen sich bekriegen. Eine globales Massaker wird stattfinden, wegen Hunger und Not in der armen Welt und wegen Frust und Wohlstands-Fettbauch in der ersten Welt, die hinterher die letzte sein wird.

    Die Pandemie ist eigentlich das beste was passieren kann. Ich hatte ja schon mal geschrieben, das man einen gemeinsamen Feind braucht der den Menschen sehr viel Angst macht, nur so kann man die Masse kontrollieren und vor ihrer eigenen Dummheit schützen. Heute wo alle an Konsum und Wohlstand glauben hat doch keiner mehr Angst, entsprechend macht jeder was er will.


    Meine gerne zu verachtende These;
    Jeder der sich zur Vernunft erklärt und Wissen als Basis für Entscheidungen akzeptiert bekommt eine Impfung. Alle Staaten und Führer die sich weigern, werden unter gehen und vom Virus zerlegt.

    Wir sehen ja wie weit wir mit Freiheit und Demokratie gekommen sind, kurz vorm Abgrund stehen die Lemminge. Die größte Volkswirtschaft der Welt hat einen Präsidenten an der Macht der dümmer ist wie Toast und die zweit größte Volkswirtschaft ist eine Diktatur, die in Krisenzeiten allen überlegen ist. Beides ist doch absolut beknackt... warum nicht das beste aus beidem.

    Freiheit ist möglich, man muss sie sich aber hart erarbeiten mit Bildung und Vernunft.

    Ich bin derzeit noch am Durchdenken einiger Szenarien, es schaut nicht all zu rosig aus. Vermutlich werden Weltweit zahlreiche Menschen dem Virus geopfert, um den Systemzusammenbruch zu verhindern, viele Länder hatten sich ja geweigert harte Maßnahmen zu ergreifen - letztendlich musst sie es doch tun, weil sonst Millionen Menschen sterben würden. Doch an irgend einem Punkt steht auch das System zur Wand und zu welchen Gunsten dann entschieden wird, kann man erahnen. Der Systemzusammenbruch würde wohl noch schwerere Folgen haben.

    Ich denke dieser Virus könnte als erster Warnschuss angekommen sein. Eine technokratische Schutzstaffel die durch die Straßen fährt und Dummheit aus den Leuten prügelt? Das wird wohl auch nichts helfen, gegen Dummheit hilft leider auch keine Gewalt. Es bleibt also bei der Angst vor etwas unfassbarem unsichtbarem. Ein Killervirus der sich dauerhaft Etabliert wäre doch wohl auch für den Dümmsten ein Grund an die Wissenschaft zu glauben auch wenn er es nicht versteht.


    Persönliche Bemerkung;
    Das alle Läden dicht sind und keiner mehr sinnlos konsumiert und shoppen geht, ist mir völlig recht, ich finde es sehr angenehm wenn es ruhiger ist. Sicher viele Jobs sind dann überflüssig, das waren sie vorher auch. Und es gibt genug andere Arbeit die gemacht werden kann. Kann sich halt der Mechaniker aus der Autoindustrie kein Sportflitzer mehr leisten, egal braucht er eh nicht, er wird halt dann im Altenheim arbeiten oder am Acker ökologischen dienst leisten. Wir haben Demokratie jeder kann sich sein verderben selbst auswählen.

    Wenn es eine Impfung gibt, bitte keine für Trump... und jeder der diesen Affen immer noch wählen würde, der sollte an CoVID-19 selbst erfahren was das bedeutet, bei vollem Bewusstsein zu ersticken.
     
  3. #3 5. April 2020
    Zuletzt bearbeitet: 5. April 2020
    Ja die Märkte sind in vielen Bereichen gesättigt, die Industrie ist schon seit Jahren in einer Rezession und das wäre auch nicht besser geworden. Ist auch irgend wo Irrsinn, die ganzen Autos die ewig viel Energie und Ressourcen schlucken stehen überwiegend nutzlos herum. Noch mehr Autos auf die Straße... undenkbar. Es wären so oder so Million Arbeitsplätze abgebaut worden in den nächsten Jahren. Die Produktivität ist global immer stärker angestiegen, das jedes Produkt in 100 Ausführungen gibt und das auch noch so billig das es wirklich jeder kaufen kann. Super beschissen für die Umwelt, gut für die Konsumbefriedigung.


    Korrekt.

    Mehr Geld bringt also fast nichts, weil Geld ist genug da... der Konsum ist einfach am Limit. Die Krise unterscheidet sich also von allem was bisher da war, denn Krisen die mit einer Knappheit zu tun hatten, wurden super schnell gelöst, weil die Nachfrage da war und man einfach nur mehr Produzieren musste. Heute ist es genau anders herum, die Nachfrage ist am stagnieren und die Produktion ist weiter gestiegen. Jahrelanges Gelddrucken, (die Geldmenge Weltweit hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht) hat es kaum geschafft eine kleine Inflation zu erreichen. Jetzt kommt es wohl kurzfristig sogar wieder zur Deflation, weil viel weniger Konsumiert wird und Tonnen an Ware herumsteht und irgend wie noch billiger verkauft wird.

    Was sagt uns das? Ganz einfach, das wir deutlich höhere Standards brauchen die nachhaltig sind und damit auch aufwendiger und somit steigen auch die Preise realistisch an und es gibt Fortschritt und Entwicklung. Die Politik hat die Industrie geschont und damit langfristig Innovationen behindert die letztendlich die Wirtschaft killen.

    Die Vorstellung das jeder irgend wann alles haben kann, so wie es der kapitalistische (oder der sozialistische auch) Traum verspricht, ist absurd und unrealistisch. Die Leute werden ohne Arbeit und Konsum durchdrehen, jeder ist an dies bequeme Konsumgestellschaft gewöhnt, die komplette Demokratie basiert auf Werbung und Konsum. Das wird alles in die Luft fliegen.

    Die Coronabonds sind unvermeidbar, andernfalls wird Europa so nicht mehr durchhalten und das weitere Absacken der schwachen Euroländer wird auch die starken heftig mit runter ziehen.


    Die Bilderberger haben scheinbar auch nicht besonders viel Erfolg, auch wenn sie vll auf dem richtigen Weg sind die Technokratie voran zu treiben? Womöglich sind es zu wenige Denker und viel mehr ambitionierte wohlhabende Weltverbesserer mit starkem Ego, die glauben es am besten zu können.
    Politiker waren schon immer Schachfiguren, weil sie nicht durch Kompetenz an Positionen kommen sondern durch Gunst der Partei welche in Form von Spenden getragen wird.
    Schachfiguren sind ok, wenn sie keine Entscheidungen selbst treffen sondern die nehmen würden welche mehrere unabhängige Experten entwickeln. Das schlimme ist, das die Figuren versuchen selbst zu entscheiden oder ihrem Günstling verpflichtet sind, der sie in diese Position gebracht hat.

    Wir haben also absolut keine Technokratie sondern leider eher eine Lobbykratie. Immer schön Zuckerbrot verteilen, nur nichts unpopuläres entscheiden. Kein Wunder, dass dann auch nichts Sinnvolles passiert.

    Ob die Bilderberger eher Lobbykratie oder eher Technokratie oder irgend wo dazwischen sind, kann ich nicht beurteilen. Ich fände es gut, wenn so ein Verein eher Wissenschaftler zu sich holt als die Schachfiguren.

    Womöglich sind die Bilderberg Treffen auch nur das offizielle Aushängeschild wo man die Frontfiguren entsprechend einbezieht und behelligt bzw Lorbeeren verteilt. Ich hoffe mal das die Vorarbeit und das Denken schon vorher erledigt wurde durch Wissenschaftler und Philosophen. -- Wenn nicht wäre ich sehr enttäuscht.

    Ein Marshallplan hört sich schön an, aber was genau das sein soll, muss wohl erst noch durchdacht werden. Den Zusammenhalt stärken wäre dringend nötig, es sollte viel enger in allen Bereichen auf Europaebene laufen - nur mit Solidarität rückt man näher zur Einheit. Länder die nationalistisch aus dem Ruder laufen, müssen wieder eingeholt werden und zwar mit einer Offensive und nicht mit dieser Opferrolle. Die Medienhoheit muss hohe Priorität bekommen und großes Budget. Wir brauchen eine starke und schnelle Cyber-Armee die im Internet aufräumt. Aber auch Offline wäre eine EU-Armee die sich selbst verteidigen kann ratsam, quasi eine NATO die auch ohne USA geht. Dann haben wir auch Druckmittel gegen Länder die meinen Europa nur Ausnutzen zu wollen und selbst nationalistisch handeln. Dann setzt man denen das Messer auf die Brust, entweder ihr seit bei der Europa-Idee dabei oder ihr könnt euch selbst verteidigen, weil ihr dann nicht mehr in der NATO seid.

    Außerdem ist die Armee ein großes Sozialprogramm, die ganzen zukünftigen Arbeitslosen können dort untergebracht werden. So hat man auch Reserven für Pflege oder wie jetzt Gesundheitskrisen. Die könnten alle direkt von der EZB finanziert werden und sind quasi Europa-Verbeamtet. Das hat den Vorteil, das keiner der dort sein Lebensunterhalt bezieht die fütternde Hand beißt, die werden sich also für Europa einsetzen.

    Europa muss so tief verankert werden, dass ein Zerbrechen nicht mehr möglich wird. Man könnte sogar komplett alle Bürokratie und alle Beamten der EU unterstellen und sie werden von dort bezahlt. Jeder muss gefühlt Abhängig sein von der Einheit in Europa - ist heute auch schon wirtschaftlich so, 60% aller Arbeitsplätze sind Abhängig von Europa nur viele wissen das nicht.
     
    Orca123 gefällt das.
  4. #4 6. April 2020
    Da wir ja in einer Demokratie leben, haben das mehr oder weniger die Wähler in der Hand gehabt... und das da nichts passiert ist, liegt daran, das eine Mehrheit kein Interesse hatte etwas zu verändern und zum anderen daran, das wir nun mal nur zwischen den Populisten in verschiedenen Ideologien entscheiden können. Eine Hand voll Farben die alle in eine andere Richtung unflexibel uns starr denken, und zwischen diesem Haufen darf sich dann der Wähler entscheiden -- dass dann überhaupt was Funktioniert ist rein der Wirtschaft zu verdanken, die letztendlich so oder so einfach läuft, die Politik hat im großen und ganzen nur minimal an bestimmten Schrauben (Gesetzen) gedreht und soweit möglich alles laufen lassen. Denn der Wähler will nur eins, mehr mehr besser mehr billig, Arbeit und Zuckerbrot, damit lassen sich die Mehrheiten abspeisen (weil ihre Existenz auch davon abhängt; Stichwort Angst) und das ist der Grund, warum Demokratie super simpel mit Kapitalismus zusammen funktioniert. Wäre die Welt unendlich groß und die Ressourcen, Umwelt unendlich, würde dieses System ewig perfekt funktionieren. Aber die Realität schaut anders aus, die Erde ist am Limit und das System droht zu scheitern.

    Die Demokratie herrscht in vielen Ländern der Welt und sie hat es nicht fertig gebracht etwas so zu ändern, dass es nachhaltig wurde. Weil die Mehrheit schlicht bequem ist und zufrieden mit dem Wachstum/Wohlstand (Nur das wird nicht unendlich sein). Eine politische Änderung findet wenn überhaupt dann meist auch noch radikal statt, wenn Emotionen und Unmut sich breit macht - weil sich Konsequenzen langsam breit machen. Der Wähler ist also ein schwarz/weiß Denker, entweder es läuft alles, Job und Konsum, so wird rein gar nichts geändert oder es läuft nicht und der Frust entlät sich in emotionalen Wahlentscheidungen.

    Extrem schwer. Vielen fehlt es an der Grundlage die komplexen Dinge zu verstehen. Sie auf Basis von Wissen zu überzeugen ist schwer bis unmöglich. Viele lassen sich nur durch Emotionen und Ängste überzeugen und das ist mit einer echten Demokratie unvereinbar und verantwortungslos. Vertrauen das rein auf blindem glauben an Versprechungen basiert ist keine sichere Basis.

    Unser Schulsystem ist eine Katastrophe. Wir brauchen eine Fundamentale Bildung die alle Zusammenhänge verständlich macht und nicht strickt und stupide nach Fächern und Lehrplan abarbeitet. Wissen ist nur dann Wertvoll wenn es richtig Verknüpft ist und das in Kombination mit Intelligenz und Kreativität gebracht wird. Stupides statisches Wissen aneignen kann jeder nur das hilft keinem... das kann auch jeder billige Algorithmus. Das Hirn muss flexibel auf Probleme reagieren können. Kinder und Jugendliche müssen lernen wie man Probleme löst und wie man Denkt und Wissen einsetzt. Ob jemand die Prüfung durch stupides Auswendiglernen schafft, ist absolut sinnlos und wertlos, das Wissen ist sofort vergessen. Das wichtigste ist die Fähigkeit wissen zu verarbeiten und zu verknüpfen, so bleibt es erhalten und erweitert sich ständig. Je mehr Wissen man in seinem Leben so mit einbezieht, desto feinere Entscheidungen/Lösungen können getroffen/gefunden werden.

    Es hat also durchaus seinen Sinn, wenn Entscheidungsträger ein Mindestalter haben, nicht nur weil dann das Testosteron sinkt sondern weil der Verstand reift. (zumindest bei einigen)
    Doch auch hier gibt es grenzen, irgend wann nimmt die Hirnleistung zu stark ab und das Wissen und die Weisheit alleine reichen nicht mehr aus um komplexere Probleme lösen zu können. Dann dient man noch als wertvoller Berater der Wissen einwerfen kann. Doch das Schachspielen sollte man dann doch der Generation zwischen 35 und 65 überlassen.

    Ich denke das die Politik auch überfordert war und ist mit den Problemen. Sie hat sich auf den Kompromiss zwischen Lobby und Wähler eingelassen - fatal. Denn das was die Lobby will lässt sich sehr gut mit dem Zuckerbrot für die Bürger verbinden. Letztendlich eine "scheinbare" Win-Win Situation, aber keine Nachhaltige und eine gefährliche. Der Wähler bekommt Arbeit und Brot, darum kümmert sich die Lobby welche die Politik im Griff hat und die glaubt, dann läuft doch alles... nur das ist eben viel zu banal und fatal. Auf den Lorbeeren der Wirtschaft hat sich die Politik ausgeruht und alles laufen lassen. Bequemlichkeit getragen vom Wahlvolk, das ebenfalls ganz zufrieden ist.
    Die einzigen die Veränderung und Reformen noch Vorantreiben sind die Technokraten der EU, doch auf die hört keiner und deren Macht ist zu klein. Die Nationalstaaten sind langsam und faul, hängen an der Lobby und am Pöbel. So geht langsam alles vor die Hunde... siehe Gauland Krawatte.
     
    Orca123 gefällt das.

  5. Videos zum Thema
    Video Script
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Themen mit den Stichworten: Krise nutzen wirtschaftlichen

  1. Wirtschaftskrise 2018
    klaiser, 2. April 2018 , im Forum: Finanzen & Versicherung
    Antworten:
    17
    Aufrufe:
    5.608
  2. Antworten:
    2
    Aufrufe:
    969
  3. Krise in der Ukraine
    raid-rush, 27. April 2014 , im Forum: Politik, Umwelt, Gesellschaft
    Antworten:
    1.317
    Aufrufe:
    111.988
  4. Antworten:
    25
    Aufrufe:
    2.577
  5. Projektkrisen Besonderheiten IT-Projekten
    SackMitFalten, 28. November 2013 , im Forum: Schule, Studium, Ausbildung
    Antworten:
    1
    Aufrufe:
    1.000