Landtagswahl NRW 2017

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von dungeonlight, 9. April 2017 .

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  1. #1 9. April 2017
    Mich stört wie Mainstream-Medien eine Vor-Auswahl treffen, indem nicht
    alle zur Wahl zugelassenen Wahl-Optionen vorgestellt werden, sondern nur ein Teil.
    Das ist anti-demokratisch. Deshalb dieser Thread hier.

    Am 14. Mai 2017 wird in NRW gewählt. Das sind eure Wahl-Optionen, wie der
    Landeswahlleiter vor 5 Tagen ermittelte & vor 4 Tagen Kund tat - viel Spaß beim Diskutieren und Wählen:

    1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD

    2. Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU

    3. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN GRÜNE

    4. Freie Demokratische Partei FDP

    5. Piratenpartei Deutschland PIRATEN

    6. DIE LINKE DIE LINKE

    7. Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD

    8. Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative Die PARTEI

    9. FREIE WÄHLER Nordrhein-Westfalen FREIE WÄHLER

    10. Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit BIG

    11. Freie Bürger-Initiative/ Freie Wähler FBI/FWG

    12. Ökologisch-Demokratische Partei ÖDP

    13. Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung - Politik für die Menschen Volksabstimmung

    14. Aktion Partei für Tierschutz TIERSCHUTZliste

    15. Allianz Deutscher Demokraten AD-Demokraten NRW

    16. Alternative für Deutschland AfD

    17. AUFBRUCH C - Christliche Werte für eine menschliche Politik AUFBRUCH C

    18. Bündnis Grundeinkommen BGE

    19. Demokratische Bürger Deutschland DBD

    20. Deutsche Kommunistische Partei DKP

    21. Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 Zentrum

    22. DIE RECHTE DIE RECHTE

    23. DIE REPUBLIKANER REP

    24. Die Violetten - für spirituelle Politik DIE VIOLETTEN

    25. Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands JED

    26. Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD

    27. PAN - die Parteilosen PAN

    28. Partei für Gesundheitsforschung Gesundheitsforschung

    29. PARTEILOSE WÄHLERGEMEINSCHAFT in der Bundesrepublik Deutschland PARTEILOSE WG "BRD"

    30. Schöner Leben

    31. V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer V-Partei³

    32. Ungültig wählen

    33. Gar nicht wählen


    Primär-Quelle: MIK NRW: Landeswahlausschuss lässt 31 Parteien zur Landtagswahl zu
     

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  3. #2 9. April 2017
    AW: Landtagswahl NRW 2017

    Gut aber wenn ich jetzt wählen gehe, wer ist dann der richtige? Dafür müsste ich ja erst mal jedes Wahlprogramm durchlesen und darauf hoffen das es nicht gelogen ist. Abgesehen davon ist fast alles was drin steht vll schön klingend in der Realität aber nicht umsetzbar oder schädlich ist, nur ich kann max. 4 Züge im Schach Vorausdenken... was kommt dabei raus, ich wähle irgend etwas nach Bauchgefühl und Emotion der aktuellen Lage die mir irgend wo im Internet über den Weg läuft.

    Das demokratische System funktioniert nur dann, wenn alle die Etablierten wählen und die glücklicherweise schon sehr viel richtig machen. Hilft aber der Entwicklung nicht immer weiter. Drauf zu hoffen das der Bürger so schlau ist die richtige Wahl zu treffen ist einfach so wie zu erwarten das der Wähler im Schach mehr als 10 Züge vorausdenkt. Das kann und wird er nicht. Demokratie hat Sinn auf regionaler und kommunaler Ebene, wo die Folgen überschaubar sind und man vll auch mehr Wissen hat um überhaupt eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

    Viele sehen auch keinen Unterschied in der Wahl zwischen regional/kommunal oder Bund und Land. So entscheidet das oft der Kandidat auf Bundesebene.

    Die Demokratie ist nicht mehr so funktional wie sie einst war und der Schutz ist löchriger. Die Vergangenheit hat gezeigt wie oft Demokratie gescheitert ist, sobald die informative Macht nicht mehr bei den intellektuellen Vorbildern liegt. Populismus und Desinformation sind aufgrund gestiegener Komplexität stark geworden, wenn die Plausibilität bzw Nachvollziehbarkeit nicht mehr greifbar ist, birgt Demokratie ein höheres Risiko. Außer eine informative Vorfilterung gegen Desinformation und Populismus inklusive Aufklärungsversuch wehren es ab. Mit Bildung und Aufklärung alleine wird es schwer. Die Aufklärungsquote bei komplexerer Information nimmt also stetig ab und das zeigt auch die Quote der sog. Abgehängten. Das ist ein Spiegelbild dieser Entwicklung.



    Leider kommt die Politik auch nicht schnell genug weiter, weil global die Interessen zu national sind. Absolut kontraproduktiv für die Erde und den Menschen, wenn schön jeder weiter vor sich hin wächst und Konflikte um Ressourcen zunehmen. Nur damit keiner nachgeben muss will jeder wachsen und stärker werden.

    Die Hoffnung ist ja, das wenn alle Menschen im Rest der Welt auch Demokratie bekommen, man die so steuern kann, das es zu einer ordentlichen Weltunion kommt. Ich hoffe für die Menschheit das dieser Plan irgend wann aufgeht.

    Die Zukunft sollte von Philosophen, Wissenschaftlern und Denkern vorangebracht werden und dafür sollten alle Grundlagen da sein, damit fast jeder dazu gehören könnte (also auch eine demokratische Basis, deren Entscheidungskraft abhängig von der Vernunft ist). Viel Bildung, keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Zeit zum Lernen, Studieren, Philosophieren und Forschen. Jeder sollte sein leben lang Studieren/Lernen können und Wissen aneignen und dies weiter Entwickeln, der Mensch unterscheidet sich doch maßgeblich vom Tier, weil er sehr wissbegierig ist und sich nicht auf den Trieben (fast alle Eigenschaften die zum Kapitalismus führen, Neid, Völlerei, Lust) ausruht.

    Glücklicherweise ist die Technologie fast so weit um "Sklaverei" überflüssig zu machen,wie damals in Griechenland, als die großen Philosophen Ideen schufen.
    Wenn diese Technologie dann noch Ökologischer arbeitet (anstelle von maximaler Produktivität) und wir alle unsere Ziele von Konsum und Besitz auf Ziele des Wissens und den Menschen selbst richten, würden wir deutlich höhere Chancen haben das unsere Spezies noch lange lebt. Sicherlich werden wir noch öfters über die Eigenschaften stolpern und ein volles Utopia wird es aufgrunddessen nie geben, für die "erste Welt" wird es ohnehin kaum noch eine Steigerung geben auf dem bisherigem Weg.

    Fangen wir doch damit an den weltweiten Individualverkehr einzudämmen (Umweltschädliches zu erst), anstatt zu subventionieren, nur um Arbeitsplätze zu erhalten, welche in wenigen Jahren eh wegrationalisiert werden.
     
  4. #3 10. April 2017
    AW: Landtagswahl NRW 2017

    Tja, so ist das in einer Demokratie, wo erwachsene Menschen selbstverantwortlich eine Entscheidung treffen wollen und/oder müssen. Man muss sich informieren und man muss selbstständig denken.
    Ich kann mich recht gut daran erinnern, dass du Menschen in den USA (Trump) und GB (Brexit) unterstellt hast, sie wären zu blöd für die Demokratie und ihnen solle das Wahlrecht entzogen werden. Liest man dein Posting, könnte man spekulieren, ob deine Sprüche von damals zu den diesjährig anstehenden Wahlen jetzt quasi auf dich zurück fallen. :rolleyes:

    Ich ziehe meine vorherige Aussage zurück. Man könnte nicht spekulieren, sondern du bist ganz klar ein klassischer Fall von "self owned". :D
    Du schreibst schließlich selbst, dass du im Schach nicht mehr als vier Züge im Voraus denken kannst. Damit stehst du dann wohl auf der selben Stufe wie die Trump-Wähler und Brexit-Befürworter.
    Unsere etablierten Parteien machen dummerweise so gut wie gar nichts richtig. Man profitiert nur von der Dummheit und Bequemlichkeit in Verbindung mit einer immer noch zu stark ausgeprägten Obrigkeitshörigkeit. Wobei es natürlich auch immer noch zur typisch deutschen Mentalität gehört, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten. So lange man zumindest gefühlt immer noch einen Menschen hat, auf den man herabblicken kann, ist der Deutsche ja zufrieden.
    Um es mal mit Volker Pispers zu halten: Wir sitzen in einem ICE und fahren seit Jahrzehnten auf einen Abgrund zu - und wechseln immer nur den Lokführer aus.

    Der von dir in der Vergangenheit stets gelobhudelte Kapitalismus. Wachstum, Wachstum, Wachstum...

    Und wer soll all diese Bildungsinitiativen bezahlen? Geld muss erwirtschaftet werden, damit man lehren kann. Bildung gibt es nicht zum Nulltarif und wer studiert, erwirtschaftet nichts.

    Stimmt... Wir können uns alle glücklich schätzen, dass Industrie 4.0 auf dem Vormarsch ist. All die ganzen Arbeitsplätze, mit denen Menschen jetzt noch selbst ihr Geld verdienen, werden endlich abgeschafft. Ist doch schön, wenn die Besitzenden noch mehr Kohle scheffeln, sich ihrer sozialen Verantwortung weiterhin entziehen und endlich auch der Mittelstand keinen Grund mehr hat, die Zeche für alle zahlen zu müssen. Denn den wird es dann nicht mehr geben, weil er selbst zu den Hilfeempfängern gehören wird.
    Es hat allerdings einen Vorteil. Sinn- und realitätsfernes Hartz-IV-Bashing wird dann seltener werden, wenn es fast nur noch Hartz-IV-Empfänger gibt.

    Warum in die Ferne schweifen...? Fang doch mal hier in Deutschland an. Ich bin mal gespannt, wie du die Menschen, die noch in Lohn und Brot stehen, zu ihren Arbeitsstellen bringen oder aber anderweitig weiterbeschäftigen willst. Ist ja natürlich schwer vorstellbar, dass Menschen 10, 20 oder mehr Kilometer zur Arbeit fahren, weil sie es müssen.
     
  5. #4 10. April 2017
    AW: Landtagswahl NRW 2017

    Sagen wir so, es kommt nicht gut an mit Intelligenz zu prahlen. Bringt zudem auch nichts, um etwas zu erreichen muss man sich also zum Rest dazu stellen.

    Aber das sollte aus dem restlichen Text eigentlich hervorgehen warum ich die Demokratie in der jetzigen Form für nicht mehr Zeitgemäß halte. Ich bin der Meinung das die Entscheidungsmacht des Volkes in Zeiten von Internet und globaler Komplexität deutlich reduziert werden muss, oder der individuellen Fähigkeiten angepasst wird.

    Für mich ist daher nicht jeder Gleich, nur vorm Gesetz. Was Verantwortung und Entscheidungsfähigkeit angeht sehe ich das ganz anders. Das sollte meiner Meinung nach also berücksichtigt werden.


    Das hat für dich den Anschein. Dachte ich auch lange. Zumindest der Lobbyismus ist ein Problem. Im Ganzen gesehen führen sie nur das aus, was getan werden muss, es gibt tatsächlich keine großen Spielräume mehr wie früher. Die Welt ist in Mechanismen bzw Systemen gefesselt und wer da etwas Ändern will, kann das nur wenn er gegenüber anderen erfolgreich ist. Die Chancen stehen aber besser, wenn viele Länder eine Demokratie oder zumindest Regierungen haben die Zukunftsorientiert denken, so dass man dann auch über Diplomatie weiter kommt ohne Militär. Ziel ist es also Weltweit gleichgesinnte an die Macht zu bringen.

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten die Welt nachhaltig positiv zu verändern, wenn man etwas zu sagen hat durch wirtschaftliche Macht oder durch militärische Macht.

    Ich bin daher der Meinung das die Nationen nur blockieren. Wenn wir etwas verändern wollen geht das nur noch global oder mindestens Europaweit damit es irgend wo etwas bringt.

    Umwelt, Menschen und Rohstoffe sind nun mal International... nationale Entscheidungen sind also nicht Wirksam und schädigen nur die Nation die sich dazu entschließt wenig attraktive aber nötige Reformen umzusetzen. Der Mensch ist eben bequem und möchte keine Veränderung und schon gar nicht zu seinem Nachteil. Den Nachteil definiert er Heute über seinen Besitz und wenn Umwelt geschützt werden soll entstehen hier direkte Konflikte zwischen Konsumfreiheit und legalen Angeboten und Preisen.

    Die Politik traut sich nichts, weil sie es dem Wähler recht machen will und deshalb muss Fleisch billig sein und die Rente hoch. Das ist nur ein banales Beispiel. Eine Politik die sich nach Populismus richten muss, ist nicht Zukunftssicher und aufgrund der zunehmenden Komplexität was an Wissen und Fähigkeiten nötig ist auch im Beruf, bei zunehmender Bevölkerung ist es logisch das immer mehr Abgehängt werden. Der Mensch ist keine Maschine der man ein Upgrade verpasst... aus einem Golf kann man keinen Ferrari machen, Menschen sind nicht gleich. Das Leben ist nur gleich Wert!


    Ich wiederhole noch mal. Der Kapitalismus war wichtig um eine so schnelle Entwicklung zu erreichen. Das bedeutet nicht das er für ewig Funktional ist. Wachstum wird es auch so immer geben, weil Wachstum muss nicht definiert werden durch mehr Konsum und Menschen sondern Wachstum kann sich am Wachstum des Wissens der Menschheit bemessen. Wachstum nicht durch Quantität wie bisher sondern durch Qualität.

    Vermutlich wird sich so schnell gar nichts ändern können weil es einfach nicht geht das viele Menschen nichts zu tun haben... die würden sich Nutzlos fühlen trotz zb Grundeinkommen. Und mit 40-50 noch mal Studieren mag auch nicht jedem zusagen. Also werden sie weiter in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sein müssen und die Politik wird alles dafür tun deren Stimme nicht an Populisten zu verlieren.

    In der Zukunft würde eben vorher schon das entsprechend lange und ausgiebige Bildungssystem dafür sorgen das viele auch wo anders Eingesetzt werden könnten (weil es die einfachen Jobs eben nicht mehr gibt). Zudem würde es auch nicht mehr so viele Nachkommen geben. Dennoch wird es immer Abgehängte geben, das ist halt einfach so. Deren Existenzberechtigung darf man auch nicht anzweifeln. Man darf aber versuchen das es möglichst wenige sind die nicht mitkommen. Das kann man auch steuern, das muss nicht jedem gefallen aber es wäre natürlich gut wenn Kindern nicht von dummen Eltern behindert würden, oder eben diese erst gar keine Eltern sind. Die genauere Umsetzung sollte dann natürlich vorher Philosophiert werden.


    Geld für Bildung wäre genug da. Die Währung der ersten Welt hat genug abwertungspotential und das Geld wird durch Technologie erwirtschaftet die andere Länder abhängig machen. Letztendlich bleibt es leider eine Lösung nur der ersten Welt, der Rest wird weiter für uns Schuften... bis sie nicht mehr gebraucht werden.

    Nach bisherigen Prognosen soll die Weltbevölkerung bis 2070 weiter stark Anwachsen... sofern nichts dazwischen kommt. Und ich bin mir sicher das dieses Wachstum so ungesund ist, das etwas dazwischen kommen wird. Nicht handeln und zusehen? Immerhin sind wir mit schuld. Klar könnte man sagen egal wir haben das was wir wollten der Rest erledigt sich von alleine. Aber ich würde schon versuchen das kommende Leid zumindest etwas zu mindern. Ganz verhindern wird man es nicht können.

    Die Maßnahmen sind natürlich ein Eingriff in persönliche Freiheiten aber ohne die wird sich nichts ändern. Rechte sind zum Schutz der Menschen und nicht die Menschen für den Schutz von Rechten in dem man jede Freiheit erlaubt deren Konsequenz hinterher allen schadet. Gesetze sind hoffentlich vernünftig aber immer nur so gültig wie die schützende Macht darüber.
     
  6. #5 10. April 2017
    AW: Landtagswahl NRW 2017

    @ raid-rush:
    Durchwachsener Beitrag. Teils (!) sehr treffende Ausführungen. Es ist nicht leicht, darauf einzugehen.
    Im Detail sowohl Bestätigung als auch Dementi werden ihm nicht gerecht.
    Lass es mich mal so versuchen: ich leg flüchtig meine Perspektive dar, und in Verbindung mit deinem Beitrag kannst du dir dann 'nen Reim draus machen:

    Wählen ist nicht leicht, weil man so viel Auswahl hat, und mehr dazu gehört, als schönen Worten zu folgen oder dem, was andere Akteure über Wahl-Option X sagen.
    Intuition ist aber ein wichtiger Teil, um das gut auf die Kette zu bekommen; wo analytisches Denken schwach wird, ist Intuition stark: Bei Komplexität. Wer sich nur auf Verstand verlässt, handelt auf Basis von Halbwissen; gleiches gilt natürlich auch für Intuition; es braucht schon Verstand und Intuition, um das beste aus sich rauszuholen.

    Die Schwierigkeit des Wählens ist aber kein Anlass zum Verzweifeln: Wählen gehen ist nur die Spitze des Eisbergs. Viel mehr Einfluss auf Politik hat, wie ich und du unser Leben gestalten. Wie behandeln wir andere? Was essen wir? Wo parken wir unser Geld? Was tragen wir für Klamotten? Wie stimmen wir tagtäglich mit unserem Geldbeutel ab? Das, was du da draußen erlebst, diese Realität, das ist konstruiert durch die Summe all unserer Lebensstile. Alles ist Politik. Und wer sich dessen bewusst wird, und den eigenen Lebensstil im praktischen Alltag anfängt, bewusst mit den eigenen Werten abzugleichen, hat größeren Einfluss auf Politik, als es 1000 Wahlen je haben könnten - was nicht heißt, dass man sich schenken kann, zur Wahl zu gehen.
    Ironischerweise bringt dieser größte politische Hebel in unserer Hand - unser Lebensstil - uns nicht wie Wählen gehen zur Verzweiflung, sondern ist was, dass wir einfach ganz natürlich leben. Und wenn wir so schon mit unserem größten politischen Hebel umgehen, können wir erst Recht die Sache mit repräsentativen Wahlen ohne Verzweiflung angehen.

    Die Herrschaft der Bevölkerung - gleich Demokratie - hatten wir bislang leider noch nie.
    Ihr Fundament ist eine informierte, selbstbestimmte Bevölkerung, deren Stress-Pegel niedrig genug ist,
    dass ihre Denk-Hirne eingeschaltet sind - was sie zu Mitgefühl, Kreativität, abstrakten, analytischen und strategischen Denken befähigt - und nicht etwa ihre Instinkte führen.
    Status-quo: Gier formt unsere Welt auf vielfältige Art und Weise so, dass die Bevölkerung einen sehr hohen Stress-Pegel hat. Und wann immer wir sehr gestresst sind, übernehmen Instinkte und schalten als erstes das Denk-Hirn ab. Damit ist dann auch nix mehr mit Sachpolitik, Suchen und Finden der besten Lösung, Zusammenarbeit, Mitgefühl, Kreativität, Einfühlungsvermögen, etc. - also der ganze "good shit", auf den wir Menschen als Spezies so stolz auf uns sind. Neurowissenschaften, Psychologie, Pädagogik und Geschichte zeigen das. Hat im Zuge eines zu hohen Stress-Pegels unser instinktives Hirn das Kommando übernommen, handeln wir egoistisch, ignorant, gewaltbereit, grausam und autoritär.
    Wollen wir Demokratie, ist Volksentscheide auf Bundesebene ein netter Tippel-Schritt. Und den können wir auch gerne besser gestern als heute gehen. Viel wichtiger ist allerdings, den Stress-Pegel in der Bevölkerung zu senken und Gier zu dekultivieren, indem Mitgefühl und Emanzipation kultiviert wird. Menschen im Alltag helfen, dass deren Stress-Pegel sinkt. Das ist der demokratisierendste Akt, den man machen kann. Dicht gefolgt: Menschen beibringen, sich selbst kritisch zu informieren. Wie geht Eigen-Recherche? Fakten-Check? Wie kommt man in einem Meer von Informationen zurecht? Der beste Journalist ist man selbst; aber das will gelernt sein. Selbstbestimmung/Emanzipation fördern heißt aber natürlich auch, Menschen in allen anderen Bereichen zu befreien, nicht nur was Informations-Kultur angeht.

    Wenn die Bevölkerung aus lauter Individuen besteht, die niedrigen Stress-Pegel haben, und mitfühlend und selbstbestimmt sind, werden wir mit der steigenden Komplexität in der Politik besser zurecht kommen. Egal ob nun durch repräsentative Demokratie - da würden wir wohl endlich so gescheit sein, Parteien für schlechte Sachpolitik abzuwählen, und nach Sachpolitik wählen, und nicht etwa Bekanntheit oder Tradition - oder durch direkte Demokratie - da würden wir dann wohl verstärkt versuchen, mittels Internet & Software Willensbildungssysteme zu entwickeln, mit deren Hilfe eine große Masse an Menschen sich effizient gemeinsam informieren, diskutieren und Entscheidungen fassen kann, die qualitativ Parlamenten haushoch überlegen wären.

    Wenn gesagt wird, dass Demokratie Intellektuelle braucht um zu funktionieren, braucht sie eigentlich geistige (Selbst-)Befreiung jeder einzelnen Person in der Bevölkerung, die aufgrund eines zu hohen Stress-Pegels weit hinter ihrem intellektuellen Potential zurück steht. Wenn man so will, haben wir alle das Zeug Intellektuelle zu sein; es ist bloß so, dass vielen durch einen zu hohen Stress-Pegel der Weg dahin zu verstellt ist.

    In diesem Sinne mach' ich meine Wahlstimme bei der Landtagswahl NRW 2017 davon abhängig, mit welcher Wahl-Option die größte Senkung des Stress-Pegels in Aussicht steht. ;)

    Menschen stehen nicht über Tieren, sondern mit ihnen gemeinsam in einen Kreis. In manchen intellektuellen Bereichen sind Tiere sogar Menschen überlegen. So haben Delfine ein höheres Sozialverhalten als Menschen. Wir alle haben Instinkte - durch einen Teil in unserem Gehirn, den man als "Überlebens"-Hirn treffend zusammenfassen kann. Viele von uns Spezien haben auch ein emotionales Gehirn - das spielt eine zentrale Rolle bei unseren Empfindungen. Menschen grenzen sich dadurch von Tieren ab, dass ihr Denk-Hirn anteilig viel größer ist, als die anderen beiden Hirnteile. Aber das heißt nicht, dass Tiere dumm sind oder weniger wert. Alle Subjekte haben Existenzrechte, die zu achten sind.
     
  7. #6 10. April 2017
    AW: Landtagswahl NRW 2017

    Da kann ich eigentlich in allen Punkten zustimmen, lediglich mit der direkteren Demokratie habe ich ein Problem.

    Macht das denn Sinn (zu Entscheiden) wenn wir uns dabei in dem hohen "Stresspegel" befinden den du beschrieben hast? So zündet man die Emotionsbombe und nicht die Vernunft, das belegen doch die Erfolge der Populisten die mit oberflächlichen und emotionalen Themen als Basis nehmen um Volksentscheidungen für sich zu gewinnen. Die NSDAP ist so genauso legal an die Macht gekommen.
    Ich bin also absolut gegen direkte Demokratie oder Volksentscheide auf Bundesebene, zumindest wenn es wichtige bzw komplexe Themen betrifft.

    Die Grundlage der Demokratie muss also erst mal geschaffen werden um deren sinngemäße Fähigkeit zu gewährleisten. Und die Grundlage ist wie du beschrieben hast intellektuelle Leistung, Vernunft, Bildung aber auch soziale Fähigkeiten und eben nicht gestresste Triebe. Da das aber Zustand ist, ist es für mich doch total widersprüchlich dann die Stärke dieser Stimmung aufzubohren in dem ich ihr noch mehr Entscheidungsmacht gebe.

    Der Mensch hat selten aus Fehlern gelernt, die er nicht selbst gemacht hat. Zu hoffen oder zu glauben das eine Schelte durch eine irrationale Wahl Wirkung hätten ist Wunschvorstellung (auch meinerseits gewesen). Nur der eigene Schmerz prägt sich gut genug ein. Das zeigt auch einen mangel an Empathie beim Menschen (heute?).
     
  8. #7 24. April 2017
    Ja, sehr gute Überlegung. Da kann ich dir größtenteils nur zustimmen, auch wenn ich das teilweise nicht so in Worte fassen würde. Ob beim Status-Quo Einführung von Volksentscheiden Sinn macht? Aus besagten Erwägungen wahrscheinlich nicht. Würde wohl Jacke wie Hose sein. Erst mal muss der Status-Quo geändert werden. Danach erst ist der Weg frei für sinnvolle Einführung von Volksentscheiden.

    Und was dieses "Status-Quo ändern" angeht, hole ich mal etwas aus:
    Entscheidend ist nicht, "wer das Rennen macht" oder was für Aussichten Partei X hat, sondern dass die größten Probleme der Bevölkerung angegangen werden. Wahlen sind eine Gelegenheit, Impulse für das Lösen jener Probleme zu geben.

    Ich beschreibe besagtes Problem mal etwas auführlicher und wiederhole mich da auch teilweise, weil der Punkt so wichtig ist:
    Die große und sogar noch zunehmdende Einkommens- und Vermögensungleichheit ist das größte Problem unserer Gesellschaft. Damit verbunden ist die um sich greifende Angst vor sozialem Abstieg. Die zweifelsohne zunehmende Automatisierung würde dieses Problem sogar verschärfen, so sie nicht durch mutige Sozialpolitik begleitet wird. Und darüber hinaus sind auf zunehmende Einkommens- und Vermögensungleichheit und Automatisierung auch zurück zu führen, dass wir heute eine Rekord-Armutsquote trotz Rekord-Beschäftigung haben.

    Natürlich sehe ich auch viele andere Probleme und sehne mich nach Lösung jener anderen Probleme. Mittlerweile bin ich bloß zur Ansicht gelangt, dass all jene anderen Probleme nur Folge dieses einen Problems sind. Das ist darin begründet, dass Angst vor sozialem Abstieg und hohes Armutsrisiko psychologisch an der Bevölkerung nicht spurlos vorbei gehen: Sie erhöhen den Stress-Pegel in der Bevölkerung. Und wenn bei Menschen der Stress-Pegel hoch ist, geht das Denk-Hirn aus und die Instinkte übernehmen.

    Dann werden Ellbogen ausgefahren, anstatt auch auf andere zu achten. Dann kann auch nicht mehr abstrakt gedacht werden, und auch nicht zwischen Realität und Einbildung unterschieden werden. Kurz: Sind wir sehr gestresst, werden wir egoistisch, ignorant, grausam und autoritär.

    Neurowissenschaften, Pädagogik, Geschichte, und Psychologie sehen alle aus einem anderen Winkel auf beschriebenen Sachverhalt und doch bestätigen sie ihn stets. Kriege, Ignoranz für das Leid anderer, Rechtsruck, Korruption - egal, welches Dicke Brett in der Politik du dir nimmst, oder dir wichtig ist, alle sähen ganz anders aus, wenn der Stress-Pegel in der Bevölkerung deutlich niedriger wäre.

    In diesem Sinne nehme ich von nun an jede Wahl als Gelegenheit war, so wirksam und effizient wie möglich auf Senkung des Stress-Pegels in der Bevölkerung hinzuwirken.
     

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