Luftverschmutzung in Peking: Lieber nicht durchatmen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 28. Januar 2007 .

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  1. #1 28. Januar 2007
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    In Chinas Hauptstadt Peking ist es normal, dass es nach Auto- und Fabrikabgasen stinkt. Im Winter hängt dazu noch ein Kohlegeruch über der Stadt. 2006 war das schlimmste Jahr für die Umwelt, gab kürzlich der chinesische Vizeumweltminister zu. Bis zum Jahr 2008, wenn die Olympischen Spiele in China stattfinden werden, will die Regierung in Sachen Umweltschutz und vor allem auch bei der massiven Luftverschmutzung viel tun. Vom olympischen "Luftqualitätsverbessserungsplan" ist jedoch bisher nichts zu spüren.

    Eine gelblich graue Smogglocke hängt über Peking. Es riecht nach Industriequalm, nach Autoabgasen und nach Kohle - denn damit wird im Winter noch überwiegend geheizt. Der Smog zieht sich wie dicke Nebelschwaden durch die Stadt. Mit Sichtweiten von oft unter 50 Metern. Wer hoch schaut, kann die Sonne nur erahnen. Sie scheint, dringt aber nicht durch die Smogglocke hindurch. Das ist Alltag in Peking. 16 der am meisten verschmutzten Städte weltweit liegen in China. Die Luft der chinesischen Hauptstadt ist fünfmal so schmutzig wie die von New York.

    Urlaub vom Smog

    Frau Pan, eine Pekinger Zahnärztin, beschwert sich: "Ich sehe kaum noch den blauen Himmel. Es ist immer diesig. Es gibt zuviel Industrie und durch die vielen Baustellen ist die Luft ständig voller Dreck." Wie viel Gift sie täglich einatmet, will sie lieber nicht wissen. Auch Ren Hongjuan winkt ab. Die 30-jährige Büroassistentin war gerade einen Monat in Deutschland. Als sie zurückkam, war sie geschockt. Zum ersten Mal spürte sie die Ausmaße der Luftverschmutzung am eigenen Körper: "Wenn man längere Zeit in Peking ist, dann merkt man das gar nicht, wie schmutzig es ist. Sofort, als ich aus dem Flugzeug kam, habe ich den Smog wahrgenommen. Nach ein paar Tagen habe ich dann erst gemerkt, wie schwer das Atmen fällt. Ich muss hier oft husten, Ich habe ständig das Gefühl, mir steckt was im Hals."

    Wir müssen leider drinnen bleiben

    Angelika Stengel geht das genauso. Seit anderthalb Jahren leitet sie den Deutschen Kindergarten in Peking. "Heute wird 'mal wieder nur drinnen gespielt. Das muss so sein, um die Lungen der Kleinen zu schonen. Die Luftverschmutzungstabelle, die der Kindergarten jeden Tag von der Stadt Peking bekommt, zeigt mehr als 150 an. Das ist Luftverschmutzungsgrad 3 - ein Wert, der als gesundheitsschädlich gilt und bei dem das Pekinger Luftmessamt die Bevölkerung auffordert, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Dazu Angelika Stengel: "Wenn der Wert unter 100 sinkt, dann sind wir dann glücklich. Da sieht man das auch, wenn man rausguckt, dass die Luft ganz klar ist."

    Hoffnung auf die "Blauen Tage"

    Viel zu oft wabert noch ein gefährlicher Nebel aus Blei, Stick- und Schwefeloxiden. Doch bis zu den Olympischen Spielen soll die Luft besser werden. Bis dahin soll es mehr der so genannten "Blauen Tage" geben, an denen der Luftverschmutzungswert nicht mehr als Grad zwei erreicht. Das ist ein normaler und akzeptabler Wert für Großstädte, erklärt Wang Dawei, der Direktor des Pekinger Amtes für Luftmessungen: "Wir haben so etwas wie einen olympischen Emissionscountdown. Der beinhaltet, was alles bis zu den Olympischen Spielen im Jahr 2008 getan werden muss. Unsere Kraftanlagen werden überprüft, das Wasser wird kontrolliert und die Luftverschmutzung gemessen."

    Für die Olympischen Spiele macht Peking dicht

    Doch falls all das nicht hilft, hat die Regierung schon mal vorgesorgt. Laut Erlass müssen alle Fabriken im Umkreis von 120 Kilometern rund um Peking kurz vor, während und kurz nach den Olympischen Spielen ihre Produktion einstellen, und auch hunderttausende Autos werden für das sportliche Großereignis stillgelegt. Ein gigantischer Aufwand - damit die Touristen und die Athleten nicht ahnen, wie schlimm die Luftverschmutzung in Peking ist, sondern nur den blauen Himmel sehen.

    Quelle: tagesschau.de
     

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