Martin Luther - ein Mönch verändert die Welt

Artikel von Tommy Weber am 3. November 2017 um 14:54 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft

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Martin Luther - ein Mönch verändert die Welt

3. November 2017   Tommy Weber  
Der 31. Oktober 2017 ist ein besonderer Tag, denn an diesem Tag kommen auch alle überwiegend katholischen Regionen in Deutschland in den Genuss eines Feiertags. Normalerweise feiern die katholischen Christen am 1. November Allerheiligen, einen Reformationstag gibt es in der katholischen Kirche nicht. Wahrscheinlich ist das die späte Rache an einem Mann, der vor 500 Jahren die Welt auf den Kopf gestellt hat. Am 31. Oktober 1517 fanden sich am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg 95 gewagte Thesen von einem gewissen Martin Luther.

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Eine Art Emanzipation

Martin Luther kommt am 10. November 1483 in Eisleben als Sohn eines Ratsherren zur Welt. Da am 11. November der Martinstag ist, lässt ihn sein Vater auf den Namen Martin taufen. Luther ist ein guter Schüler, er studiert in Erfurt und strebt eine Karriere als Jurist an. Ein schweres Gewitter ändert seine Karrierepläne, denn in seiner Angst schwört der junge Martin, dass er fortan sein Leben als Mönch führt, wenn Gott ihn vor Blitz und Donner schützt. Der Deal funktioniert und Luther tritt in ein Kloster des Augustiner-Ordens ein. 1512 ist er Professor der Theologie in Wittenberg und je mehr er sich mit dem Thema Glauben und Kirche auseinandersetzt, umso größer sind seine Zweifel. Vor allem der Ablasshandel stört ihn, mit dem Papst Leo X. den Petersdom in Rom finanzieren möchte. 1517 reißt Luther dann endlich der Geduldsfaden, er schreibt 95 Thesen auf und nagelt diese an der Schlosskirche zu Wittenberg an. Aus historischer Sicht ist das allerdings umstritten, einige Historiker sind der Ansicht, dass der Hausmeister auf Luthers Wunsch die Thesen öffentlich gemacht hat.

Die Welt im Umbruch

Am Anfang des 16. Jahrhunderts ist die Welt im Umbruch. Columbus hat Amerika entdeckt und in Mainz erfindet Johannes Gutenberg den Buchdruck. Diese Erfindung kommt dem rebellischen Luther zugute, denn seine Schriften müssen nicht mehr mühsam mit der Hand kopiert werden, die Druckpresse druckt sie in kurzer Zeit, und zwar massenhaft. 1520 veröffentlicht Luther „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ und bringt damit die Obrigkeit gegen sich auf. Seine scharfe Kritik an der Kirche hatte schon vorher für Unmut gesorgt, aber die Behauptung, dass der Mensch die Kirche nicht braucht, hat für Martin Luther bittere Folgen. 1521, auf dem Reichstag in Worms, soll Martin Luther seine Thesen widerrufen. Das tut er jedoch nicht und der Mythos vom Rebellen ist geboren. Sein Landesherr Friedrich der Weise lässt Luther, der jetzt als vogelfrei gilt, auf die Wartburg bei Eisenach entführen. Dort übersetzt er getarnt als Junker Jörg die Bibel in die deutsche Sprache.

Luther wirkt bis heute

Luther gilt seit seiner Bibelübersetzung als Begründer der deutschen Sprache. Er hat dem Volk „aufs Maul geschaut“ und so übersetzt er auch. Es ist eine einfache Sprache, die jeder verstehen kann, aber es ist einmal mehr ein Seitenhieb auf die Kirche. Bis zu Luthers unfreiwilligem Aufenthalt auf der Wartburg gab es die Bibel nur in Latein, damit war Gottes Wort nur den wenigen gebildeten Menschen vorbehalten. Luther gilt auch als Spalter des Glaubens, denn seine Rebellion blieb nicht ohne Folgen. Ohne Luther hätte es den Dreißigjährigen Krieg nicht gegeben und Thomas Müntzer hätte die Bauern nicht in ihr Verderben geführt. Die Anhänger der Reformation sind plötzlich Verfolgte, sie müssen fliehen und viele landen in Amerika, wo sie einen modernen Staat aufbauen. Was ist heute von Luther geblieben? Wie sieht die Zukunft aus? Vielleicht in einer stärkeren Ökumene, denn im Luther-Jahr 2017 hat sie offensichtlich versagt. Noch immer stehen sich die beiden Landeskirchen eher als Kritiker und Zweifler gegenüber und nicht als Freunde im Glauben.

Martin Luther wirkt bis heute nach. Sein Mut und seine Standhaftigkeit sind beispielhaft und sollten auch in der heutigen Zeit ein Vorbild sein.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / rumifaz
 

Kommentare

#3 5. November 2017
Luther ist der Grund für den Laizismus im christlichen Glauben, dies sollte nicht unerwähnt bleiben.