Model einer Demokratie madison

Dieses Thema im Forum "Schule, Studium, Ausbildung" wurde erstellt von MeineKekse, 31. August 2011 .

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  1. #1 31. August 2011
    Hi, ich wollte mal Fragen ob mir jemand ein Model der Demokratie, die Madison im Sinne hat erstellen kann.

    Für mich würde das folgender Maßen aussehen Volk vertrit unterschiedliche Parteien und kann einen Platz in einer Partei einnehmen. Die Parteien stellen Abgeordnete die sich untereinader kontrollieren. Diese abgeordnete stimmen über Beschlüss ab.

    Gibt es eine Gewaltenteilung bei madisons idee?

    Hier noch mal Madisons text
    Code:
    Die „Federalist Papers“ wurden 1787/88 in New York unter
    dem Pseudonym „Publius“ veröffentlicht. Ihre Verfasser waren
    James Madison, Alexander Hamilton und John Jay. Verfasser
    des Artikels Nr. 10 war James Madison.
    Überall beklagen sich unsere besonnensten und ehrenhaftesten
    Bürger, die für öffentliche und private Redlichkeit
    eintreten,
    dass unsere Regierungen zu labil seien, dass das
    öffentliche Wohl in den Streitigkeiten der rivalisierenden
    Cliquen
    missachtet werde und dass Beschlüsse nur zu oft
    nicht in Übereinstimmung mit den Forderungen der Gerechtigkeit
    und den Rechten der Minderheit gefasst werden, sondern
    aufgrund der überlegenen Macht einer selbstsüchtigen
    und anmaßenden Mehrheit.
    Mögen wir auch noch so sehr wünschen, dass diese Klagen
    unbegründet wären – die offenkundigen Tatsachen gestatten
    uns nicht zu leugnen, dass sie in einem gewissen Ausmaß
    berechtigt sind. […]
    Abb. 12.2: Willensbildungsprozess in der Konkurrenzdemokratie
    Unter einer Clique verstehe ich, dass sich eine Gruppe von
    Bürgern – es kann die Mehrheit oder eine Minderheit sein –
    unter dem Antrieb von Leidenschaften und Interessen zusammenschließt,
    die im Gegensatz zu den Rechten der übrigen
    Bürger oder zu den dauernden und allgemeinen Interessen
    der Gemeinschaft stehen.
    Es gibt zwei Methoden, dieses Übel abzustellen: Beseitigung
    seiner Ursachen oder Kontrolle seiner Folgen. Auch zur Beseitigung
    der Ursachen des Cliquenwesens gibt es zwei Methoden:
    Entweder man schafft die Freiheit ab, die zu seiner
    Existenz notwendig ist, oder man schreibt allen Bürgern die
    gleichen Ansichten, Leidenschaften und Interessen vor. Auf
    nichts könnte der Ausspruch, dass das Heilmittel schlimmer
    sei als die Krankheit, mit größerer Berechtigung angewendet
    werden als auf die erste der genannten Methoden. […]
    Die zweite Methode ist ebenso undurchführbar, wie die erste
    unsinnig wäre. Solange die menschliche Vernunft unzulänglich
    bleibt und man dem Menschen die Freiheit lässt, sich dieser
    unzulänglichen Vernunft zu bedienen, wird es verschiedene
    Meinungen geben. Solange eine Verbindung zwischen der
    Vernunft des Menschen und seiner Eigenliebe besteht, werden
    seine Meinungen und seine Leidenschaften einander beeinflussen,
    und aus Meinungen werden Ziele entstehen, auf die er
    seine Leidenschaften richtet. Dazu kommt als weiteres unüberwindliches
    Hindernis für eine Gleichwertigkeit der Interessen
    die Verschiedenheit der Fähigkeiten der Menschen, aus der die
    Eigentumsrechte entspringen. Der Schutz dieser Fähigkeiten
    ist die wichtigste Aufgabe der Regierung. Aus dem Schutz
    verschiedener und ungleicher Fähigkeiten zum Erwerb von Eigentum
    ergibt sich unmittelbar der Besitz von Eigentum verschiedener
    Art und verschiedenen Ausmaßes, und aus seinem13
    Einfluss auf die Gefühle und Meinungen der Besitzer folgt eine
    Spaltung der Gesellschaft in verschiedene Interessengruppen
    und Parteien. Die verborgenen Ursachen der Spaltung in Parteien
    sind also tief in der menschlichen Natur verwurzelt. […]
    Diese verschiedenen einander widersprechenden Interessen
    miteinander in Einklang zu bringen, ist die Hauptaufgabe der
    modernen Gesetzgebung. Parteigeist und Spaltung in Interessengruppen
    haben also ihren Platz im normalen Ablauf der
    Regierungstätigkeit. […] Wir gelangen daher zu dem Schluss,
    dass die Ursachen der Spaltung in Interessengruppen nicht beseitigt
    werden können und dass Heil nur darin zu suchen ist,
    Mittel zur Kontrolle der Auswirkungen zu finden. […]
    In einer reinen Demokratie, womit ich eine zahlenmäßig kleine
    Gemeinschaft meine, deren Mitglieder sich versammeln und
    selbst die Regierung ausüben, [kann] kein Heilmittel für das
    Übel der selbstsüchtigen Interessengruppen gefunden werden.
    In fast allen Fällen wird die Mehrheit eine gemeinsame Leidenschaft
    oder ein gemeinsames Interesse haben. Der Zusammenschluss
    und die Möglichkeit, das Einverständnis zu pflegen,
    folgt aus der Regierungsform von selbst, und es gibt nichts,
    was den Trieb, die schwächere Partei oder eine missliebige Person
    den eigenen Interessen aufzuopfern, einschränken könnte.
    Aus diesen Gründen sind solche Demokratien zu allen Zeiten
    zum Schauplatz stürmischer Auseinandersetzungen geworden
    und haben sich zur Wahrung der persönlichen Sicherheit und
    der Eigentumsrechte als ungeeignet erwiesen. Und gewöhnlich
    haben sie nach kurzer Lebensdauer ein gewaltsames Ende
    gefunden. Politische Theoretiker, die diese Art von Regierung
    befürworteten, waren der irrigen Meinung, dass die Menschen,
    wenn man ihnen gleiche politische Rechte gibt, auch
    in Bezug auf ihre Eigentumsverhältnisse, ihre Meinungen und
    ihre Leidenschaften völlig gleichgemacht werden könnten.
    Eine Republik, worunter ich eine Regierung verstehe, in der die
    Idee der Vertretung des Volkes verwirklicht ist, eröffnet bessere
    Aussichten; von ihr lässt sich das Heilmittel erhoffen, das wir
    suchen. […] Die Auswirkung […] besteht einerseits darin, dass
    die öffentliche Meinung geläutert und erweitert wird, indem
    sie den Filter einer ausgewählten Gruppe von Staatsbürgern
    passiert, deren Einsicht die Gewähr bietet, dass sie die wahren
    Interessen ihres Landes erkennen, und deren Patriotismus und
    Gerechtigkeitsliebe die Annahme zulässt, dass sie diese wahren
    Interessen nicht augenblicklichen Vorteilen opfern werden.
    Auf diese Weise kann es geschehen, dass die Stimme des Volkes
    dort, wo sie aus dem Mund der Volksvertreter spricht, eher dem
    Wohl der Allgemeinheit dient, als dort, wo das Volk selbst zusammentritt,
    um seinen Willen kundzutun.
    James Madison: The Federalist Papers, Nr. 10, zitiert nach:
    Dieter Oberndörfer/Wolfgang Jäger:
    Klassiker der Staatsphilosophie II, Stuttgart 1971, S. 57– 62
    M 5 Reden an die Wähler von Bristol
    Am 3. November 1774 wurden Henry Cruger und Edmund
    Burke für die englische Hafenstadt Bristol ins britische Unterhaus
    gewählt. In ihren Dankesreden an die Wähler von
    Bristol führten sie aus:
    Cruger: Es war stets meine Auffassung, dass den Wählern das
    Recht zusteht, ihren Parlamentsmitgliedern Weisungen zu erteilen.
    Ich für meinen Teil werde es im Parlament stets als meine
    Pflicht ansehen, eurem Rat und eurer Instruktion zu folgen. Ich
    werde mich als Diener meiner Wähler verstehen, nicht als ihr
    Herr, ihrem Willen unterworfen, nicht ihnen überlegen. […] Eurem
    rechtschaffenen Urteil will ich mich beugen – oder fallen.
    Burke: […] Sicherlich, meine Herren, es sollte die Freude und
    der Stolz eines jeden Repräsentanten sein, mit seinen Wählern
    in der innigsten Eintracht, der engsten Übereinstimmung und
    der freimütigsten Verbindung zu leben. Deren Wünsche sollten
    für ihn größtes Gewicht haben. […] Vor allem hat er stets und
    in allen Fällen deren Interessen den seinen vorzuziehen. Aber
    seine unvoreingenommene Meinung, sein reifes Urteil, sein erleuchtetes
    Gewissen, die darf er ihnen nicht opfern. […]
    Ihr Repräsentant schuldet Ihnen nicht nur seinen Fleiß, sondern
    sein Urteilsvermögen. […]
    Ein Parlament ist kein Kongress von Anwälten verschiedener
    und miteinander verfeindeter Interessen. Ein Parlament ist
    vielmehr die beratend-abwägende Versammlung einer Nation
    mit einem Interesse, dem des Ganzen. Dort dürfen nicht
    lokale Zwecke oder Vorurteile die Richtschnur sein, sondern
    das Gemeinwohl. […] Sobald ich Abgeordneter bin, bin ich
    nicht mehr ein Mitglied Bristols, sondern ein Mitglied des
    Parlaments. Wenn die lokale Wählerschaft ein Interesse […]
    vertreten sollte, [das] offenkundig mit dem Wohl des ganzen
    Landes unvereinbar ist, so darf ich diesem Streben ebenso
    wenig wie jedes andere Parlamentsmitglied nachgeben.
    
    
     

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