MSN-Suche: Microsofts IIS-Webserver bei den Ergebnissen bevorzugt?

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 27. April 2005 .

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  1. #1 27. April 2005
    MSN findet Apache nicht ganz so gut
    Eine Studie Ivor Hewitts ergab ein überraschendes Ergebnis: der Trefferanteil auf Servern, die mit dem Microsoft-Webserver IIS liefen, waren gegenüber Servern mit Apache - Webserver unter den Suchergebnissen der Microsoft-Suche deutlich erhöht - gegenüber den Netcraft-Statistiken der Webserver weltweit einerseits als auch den Suchergebnisse anderer Searchengines wie Google oder Teoma. Seiten, die auf IIS - Servern liegen, werden von der MSN-Suche vermehrt angezeigt.

    Nach seinen ersten Tests entbrannte eine heftige Diskussion bei Slashdot, in der unter anderem auf die kleine Datenbasis Hewitts' hingewiesen wurde - in der Tat könnten in seinem ersten Test normale statistische Schwankungen zu den Unterschieden geführt haben. Das Experiment wurde nun mit einer größeren Anzahl von Suchbegriffen wiederholt, die Ergebnisse waren dieselben: je nach Suchbegriffen schwankte der erhöhte Anteil von Treffer-Seiten auf IIS - Servern zwischen sieben und zehn Prozent.

    Nun ist Microsoft bekannt für seine Strategien, verschiedene Produkte aneinanderzukoppeln, damit sie sich gegenseitig pushen - mit dieser Methode hatte man den ersten Browserkrieg gegen Netscape gewonnen, mit derselben Strategie versuchte MS, seinen Media Player und das WMA - Format gegen andere Player und mp3 durchzusetzen - auch wenn Monopolkommissionen hier immer noch versuchen, regelnd einzugreifen. Ob MS hier bewusst Server mit dem hauseigenen IIS bevorzugt, kann dennoch bezweifelt werden: möglich ist beispielsweise, dass die Suche Microsofts Features des IIS mit berücksichtigt, die eine bessere Indexierung entsprechender Webseiten verursachen und die den Konkurrenten nicht bekannt sind, oder dass Spider der MSN-Suche und Ausgabe der IIS-Server besser aufeinander abgestimmt werden können, weil beide Produkte im selben Softwarehaus gefertigt werden - Google steht eine solche Möglichkeit mit dem Closed-Source-Paket IIS nicht zur Verfügung.

    Verglichen mit den anderen Schwachpunkten der MSN-Suche ist dieses Phänomen ohnehin vernachlässigbar: die MSN-Suche konnte sich mit Hilfe einer teuren Werbekampagne bislang zwar durchaus einen gewissen Marktanteil sichern, fällt aber ansonsten durch eine massive Gängelung der User auf - in Abhängigkeit ihrer Herkunft. Mit Hilfe von GeoIP stellt die Suche fest, woher ihre Nutzer kommen - wer aus Deutschland kommt, bekommt auch mit englischen Suchbegriffen überwiegend deutsche Seiten, Ergebnisse mit "erotischen Inhalten" werden dem deutschen User gleich gänzlich vorenthalten - wenn man nicht weiss, wie sich die entsprechende Technik überlisten läßt. Wobei sich die Frage stellt: warum nicht gleich eine andere Suchmaschine nehmen?


    quelle: gulli untergrund news
     

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