Netzkultur - Das Netz als Feind

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von graci, 23. Mai 2009 .

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  1. #1 23. Mai 2009
    DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22 [http://www.zeit.de/2009/22/Der-Intellektuelle]

    Von Adam Soboczynski
    Warum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird

    Der Abscheu, der sich im Internet über die letzten Bastionen sachkundiger Meinungsbildung ergießt, hat unverkennbar revolutionären Anstrich: Die in der Existenzkrise befindliche Zeitung ebenso wie ihr Pendant im Netz seien veraltete Machwerke von Oligarchen; Foren, Blogs, selbst Plattformen wie Pirate Bay, über die urheberrechtlich Geschütztes illegal bezogen werden kann, hingegen verkörperten antiautoritäre Freiheit, Gegenöffentlichkeit und seien damit moralisch veredelt. Der unterdrückte Underground fege emanzipatorisch endlich das Establishment hinweg. Geschwindigkeit siege über Behäbigkeit, Spontaneität über Professionalisierung, der Unvergütete über den Honorierten. Ein vom Verlag angestellter Journalist ist gegenüber dem Blogger immer schon im Unrecht – wie einst der Fürst im Ancien Régime gegenüber dem Bürger, der Moral und Fortschritt auf seiner Seite hatte.

    Jedem, der wachen Auges durch das Internet streift, ist die antiintellektuelle Hetze in den Kommentaren vertraut, die sich gegen angeblich Sperriges richtet, gegen kühne Gedanken, gegen Bildung überhaupt. Man lese nur jene höhnischen Nutzerbeiträge, die sich als Wurmfortsatz unter einem typischen Feuilletonartikel finden. Leser mit technokratisch verschlüsselten Namen wie muehl500 beklagen regelmäßig »akademisch anmutende Wortakrobatik« und Abgehobenheit eines Artikels. Nicht den Hauch einer Berechtigung hat die Hoffnung, noch auf Leser zu stoßen, die – vielleicht gar leicht verschämt – Unverstandenes als Antrieb begreifen, ihre Bildungs- und Konzentrationsdefizite zu beheben. Ein Autor, der ein bestimmtes Niveau nicht unterschreitet, hat schlechterdings seinen Job nicht gut gemacht, sich einfach nicht durchringen können, sein Schaffen als Dienstleistung für Durchschnittskonsumenten zu begreifen.

    Wir leben in einer Übergangsphase. Noch gibt es die Papierzeitung und ihr Pendant im Netz. Die Papierzeitung versammelt den politischen Skandal, Boulevardeskes und das gegenwartsanalytische Feuilletonstück. Letzteres mag vergleichsweise wenig Leser finden, verleiht der Zeitung als Ganzes aber Autorität. Sie wird ernst genommen gerade aufgrund jener Beiträge, die nicht von jedem widerstandslos verdaubar sind. Das Netz jedoch kennt kein Zusammenwirken von Texten unterschiedlichen Anspruchs und Zuschnitts zum höheren Ganzen. Sie befinden sich unterschiedslos im Wettstreit um die Aufmerksamkeit des Lesers: Man gelangt auf Artikel zumeist durch die Eingabe eines Suchbegriffs, seltener aber, indem man gezielt ein bestimmtes Portal aufsucht und sich ausschließlich darin bewegt. Der Reiz des Netzes besteht in der notorischen Aufhebung der geschlossenen Form vom Internetauftritt eines Anbieters, der auf diesen Umstand wiederum reagiert, indem er Beiträge möglichst populär verschlagwortet, damit sie in der Ergebnisliste von Google weit oben auftauchen. Attraktiv ist ein einzelner Beitrag im Internet, wenn er möglichst viele Leser findet. Attraktiv ist ein einzelner Beitrag für die Papierzeitung, wenn er ihr, im Sinne der Mischkalkulation, zu einem ansprechenden Gesamtprodukt verhilft.

    Die meisten von Zeitungs- und Magazinverlagen geführten Internetangebote neigen mittlerweile dazu, in bislang ungeahntem Ausmaß leicht Bekömmliches dem argumentationslastigen Stück, die Nachricht der Analyse vorzuziehen. Überschrift und Unterzeile verlangen nach einer hysterischen Zuspitzung. Indes kommt es einer Odyssee gleich, sich durch das Dickicht von Links innerhalb eines Nachrichtenportals zu kämpfen, um noch Kritisches im alten Wortsinne zu finden: Artikel, die sich der Kunst filigraner Beurteilung und Unterscheidung, der gewagten Infragestellung von Sachverhalten widmen.

    Der unmittelbar messbare Markterfolg eines Textes im Internet unterliegt jenem massenkulturellen Sog, der seit Anbeginn der Moderne beklagt wird. Intellektualismus überlebte, solange kein Medium zur Hand war, ihn dem nackten Wettbewerb zu unterwerfen. Nun herrscht das Diktat der Mehrheit ausgerechnet im Mantel des Demokratiezugewinns: Breite Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs sei egalitär, ergo sei sie demokratisch. Wer so argumentiert, übt Verrat am formalistischen Kern der Demokratie: Er hat weder die Übertragung von Souveränität auf Vertreter im Blick noch robuste Institutionen, die Partizipation strukturieren und begrenzen. Vielmehr wird das Mehrheitsprinzip nach marktwirtschaftlichem Vorbild geltend gemacht. Es hat sich auf vormals von der Marktlogik geschützte Bereiche wie Wissenschaft, Kunst und Bildung ausgedehnt, die wie feudale, auszumerzende Restbestände traktiert werden.

    Es geht vom prinzipiell egalitaristisch strukturierten Netz eine normierende Gewalt aus, deren prägnantester Ausdruck die Bewertung von Serviceleistungen sind. Wer über Google Maps einen Orthopäden in seiner Nähe sucht, dem wird sogleich der Quotient von Beurteilungen über dessen Praxis angezeigt, die, bei Lichte besehen, grob rufschädigend sind. Ein bis fünf Sterne können vergeben werden samt Kommentar: Nur ein Stern von Gaby, da sie trotz Terminabsprache eine halbe Stunde auf die Behandlung warten musste, doch immerhin zwei Sterne von Max, dessen Hüftleiden zwar fachgerecht behoben wurde, doch der Mundgeruch des Arztes sei kaum zu ertragen gewesen usw. »Zehn Deutsche«, sagte Heiner Müller, »sind dümmer als fünf Deutsche.«

    Bildungsfeindlichkeit gelangte zuletzt prägnant zur Blüte in den beiden sozialistischen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts. Sie richteten sich gegen den störrischen, nicht restlos absorbierbaren Intellektuellen, der sich einst seines Einzelgängertums rühmen durfte und als freier Autor oder Journalist sein Auskommen fand, insofern die Universität nicht für ihn sorgte. Schutzlos ist er allerdings, wo ausschließlich die Anzahl seiner Anhänger über seine Relevanz entscheidet. Tödlich wäre es für den Intellektuellen, einzustimmen in den Lobgesang einer bunten Welt von Teilöffentlichkeiten, die eine bislang klar strukturierte, von Institutionen gefilterte Öffentlichkeit ersetzt. Er mag zwar einen feinsinnigen Blog führen, doch seine Minderheitenmeinung ist darin zu schwach, um gehört zu werden – oder gar um lukrativ zu sein.

    Man geht indes fehl, den Intellektuellen als bildungshuberischen Besitzstandswahrer aufzufassen, der grimmig den Verfall von Lateinkenntnissen beklagt. Man verengt auch sein Wesen, wenn man ihn als Sprachrohr einer bestimmten politischen Strömung begreift. Vielmehr ist er jener Störenfried, wie ihn José Ortega y Gasset in seinem Aufsatz Der Intellektuelle und der Andere (1940) umriss: »Auf den ersten Blick scheint er ein Zerstörer, man sieht ihn, einem Metzger vergleichbar, stets die Hände voll von Eingeweiden der Dinge. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der Intellektuelle kann nicht, auch wenn er es wollte, im Hinblick auf die Dinge Egoist sein. Er macht aus ihnen ein Problem. Das ist das höchste Kennzeichen der Liebe.« Der Intellektuelle wundert sich, wo sich niemand wundert. Er ist, wo er auftritt, ein produktiver Gegner selbst noch des Publikationsorgans, für das er schreibt, das ihm – dem ersten Anschein nach in geradezu widersinniger Weise – den Broterwerb sichert. Sein Blick auf das »Entlegene, der Haß gegen Banalität ... ist die letzte Chance für den Gedanken« (Adorno). Da der Intellektuelle aus der Mehrheitsdemokratie geistesaristokratisch herausragt, ist er der Einzige, der die Bedingungen der Staatsform, in der er lebt, zu reflektieren vermag. Er stabilisiert Demokratie, indem er sich ihr wesenhaft entzieht.

    Bekämpft wird er heute von gleich mehreren Seiten. Von Universitäten, die ihre Professoren durch verschulte Studiengänge zu Referenten des Immergleichen degradieren, von verlagsgeführten Internetzeitungen und E-Book-Verlagen, die ihre sogenannten Contents radikal dem internetspezifischen Marktprinzip unterwerfen dürften, von der Aushöhlung des Urheberrechts, schließlich von einer heraufziehenden Laienkultur, die sich ihrer Unbedarftheit rühmt: vom Kneipier, der einen Blog über den Bundestagswahlkampf führt, über die Verwaltungsfachangestellte, deren Gedichte jeder Verleger aus guten Gründen ignorierte, zum Programmierer, der nach Schichtende den Afghanistankonflikt analysiert. Es eint der Neid die Amateure. Was zu kompliziert scheint, wird verhöhnt. Gemeinschaft soll endlich wieder sein, wo noch Gesellschaft ist. Nichts anderes meinen Heil versprechende Begriffe des Netzes wie »Interaktion«, »Partizipation« oder »E-Community«, die jene Selektionsmechanismen aus der Welt zu schaffen versprechen, auf deren Anerkennung jeder Aufklärungsdiskurs beruht.

    Mit zum Plumpesten gehört derzeit die Kritik an Kulturkritik. Der Kulturkritiker, heißt es, habe schon immer in übertriebener Weise vor dem Radio, dem Fernsehen und der Popmusik gewarnt. Tatsächlich hätten die schöne Literatur, das Feuilleton und das Sachbuch bestens überlebt. Gefragt wird nicht: Auf welchem Niveau? Vorausgesetzt wird: Die Geschichte sei von ständig anwachsender Komplexität, sie häufe kulturelle Güter, Medien und Wissensformen unbegrenzt an. Ein flüchtiger Blick in die Vergangenheit lehrt das Gegenteil, er zeugt von regelmäßigen Bildungsbrüchen, die sich mal schleichend, mal abrupt nach Umstrukturierungen des Gemeinwesens und Öffentlichkeitsriten ereignen. Vom 4. Jahrhundert an etwa fristete das Wissen um rhetorische Kompetenz, Dichtkunst und Kunstgewerbe nur mehr ein Schattendasein in Klöstern, fernab jeder breiteren gesellschaftlichen Vermittlung. Werke, die fortan geschaffen wurden, waren über Jahrhunderte Kompilationen, Flickenteppiche diverser Protagonisten, die sich nicht mehr als schöpferische Individuen verstanden. Jenes ungeordnete Wuchern von damals lässt sich heute wieder auf zahlreichen Wikipedia-Seiten bestaunen, die der Redigatur bedürfen, wobei es aber gar nicht mehr in ihrem Wesen liegt, redigiert zu werden. Ein Beitrag im Netz, so die Verheißung, werde in der sogenannten Wissensgesellschaft wertvoller, je mehr Autoren an ihm herumlaborieren, ihn kommentieren, entweihen, seine wohlkomponierte Geschlossenheit aufbrechen, ihn kollektivieren zur flüchtigen Gedankenkolchose. Kooperation und Austausch sind die heiter propagierten Fetische, im Netz wie in Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen, die Muße bekämpfen und intellektuelles Einzelgängertum, da sie für die Volksgemeinschaft nicht verwertbar scheinen.

    Verwunderlich ist es nicht, dass der Intellektuelle immer mal wieder in der Geschichte zum Schweigen gebracht wird, wie Ortega sagt. Denn »der Andere«, »der ganz Andere«, der Nichtintellektuelle, ist sein beständiger, ihm zahlenmäßig immerzu überlegener Feind. Der Andere »lebt in einer Welt, deren Dinge ein für alle Male sind, was sie zu sein scheinen«. Ein neues Medium, ein Gedanke, ein technisches Gerät sind dem Anderen schon deshalb gut und erstrebenswert, weil sie sich auf dem Markt durchgesetzt haben – weil sie Zeitgenossenschaft atmen. Der Andere tritt dabei bisweilen durchaus in der Verkleidung des Intellektuellen auf – etwa als digitaler Bohemien, der sein virtuelles Sozialleben verwaltet und ordnet wie die fleißige Hausfrau Staubtücher und Putzgerät. Doch der Andere durchlebt nur den faulen Zauber seiner immerzu toten Gegenwart: »Sein Leben wird immer daraus bestehen, ... die Dinge zu handhaben, zu gebrauchen, sie so gut wie irgend möglich zu seinem Vorteil zu nutzen.« Dem Anderen ist der Intellektuelle ein Schmarotzer. Er ahnt, dass die Beschäftigung des Intellektuellen – das muntere Hinterfragen und Auseinanderlegen seiner Umwelt – kaum als Arbeit aufgefasst werden kann. Der Kalender des Intellektuellen »besteht aus lauter Festtagen… Sein Tageslauf besteht aus lauter Überraschungen. Seine Pupille ist von Staunen geweitet.«

    So untüchtig er scheint – er wird nicht aussterben. Der Intellektuelle wird untertauchen wie der Taucher in die Tiefe, er wird Internetrandzonen bewohnen, Foren, die nur von seinesgleichen aufgesucht werden. Wie ja auch die Bullenzüchter der Welt sich heute in geschlossenen Zirkeln austauschen oder die Hebammen über ihr Wirken. Jedoch als der, der er bislang war, Störenfried des Konsenses, Vermittler von Wissensbeständen, Korrektiv des Staats, wird er verschwinden. Seine Spur ist eine, die bald schon Wellen glätten.


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    Sehe ich aber nicht so... es gab schon immer Mainstreamtendenzen, auch schon vor vielen Jahren, als z.b. das Fernsehen erstmal eher bildend war, jetzt eher verdümmernd. Auch Zeitungen und Zeitschriften sind im Schnitt hohl, weil es so was wie die Bild oder die Bunte gibt. Im TV gibt es auch RTL2 &Co. Aber es gibt auch die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, Arte, diezeit.de. Was ich sagen will. Plattformen für Intellektuelle wird es immer geben, es gibt für jeden eine Nische, die Plattformen für Idioten werden natürlich immer grösser sein als die für Intellektuelle. Von daher ist das Internet nix neues: erstmal eine Plattform für Intellektuelle (Militär und Uni), später massentauglich gemacht, aber die Intellektuellen wird es dort auch immer noch geben.
     

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  3. #2 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Ob nun gerade die Zeit so einen Artikel veröffentlichen sollte, lassen wir mal dahingestellt, mit der Bemerkung, dass dieses Blatt sein Geld nicht wirklich wert ist.

    Von Ausnahmen wie Marcel Reich Ranicki, Michael Friedmann oder Christina von Braun, sind viele Intellektuelle so unreflektiert wie ein Stück Holz, weswegen sie auch als Intellektuelle gehandelt werden, während Leute wie Adorno verhasst sind.


    Was stimmt, ist die Feindschaft gegen den Geist, da hat der Artikel recht. Sieht man hier ja auch, sobald man ein Fremdwort benutzt, fragen die Leute einen, ob man besonders schlau sein wolle. Denken ist nicht mehr drin, sich informieren auch nicht, diese Tendenz ist unbestreitbar.
     
  4. #3 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    na ja, hier auf RR sind unglaublich viele Kiddies unterwegs, da kannst du nicht erwarten, dass sie sich z.b. so einen langen Text durchlesen *g*

    Ich verstehe nicht, warum du was dagegen hast, dass die Zeit so einen Text veröffentlicht. Ist doch gut geschrieben worden... Und Wahrheit steckt ja auch dabei, nur finde ich war e snicht ganz zu Ende gedacht. Aber im Vergleich zu Spiegel Online ist diezeit.de nun deutlich intelektueller.
     
  5. #4 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Ich hab ja nicht direkt was dagegen, aber es ist schon komisch, dass gerade die Zeit sowas veröffentlicht, wo doch dort genug hanebüchener Unfug geschrieben wird.
    Die Feindschaft gegen Fremdwörter ist nicht nur von den Kiddies hier gegeben ;)
     
  6. #5 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Wenn jemand Fremdwörter benutzt heisst das noch lange nicht das er intellektuell ist. Ich selber finde ein "gesundes" Maß an Fremdwörter nachvollziehbar, aber sobald es ein bestimmes Maß übersteigt ist es nur noch pure Selbstprofilierung.

    Und z.B. nur ein bestimmtes Wort zu benutzen damit ich mir selbst einreden kann "klug" zu sein, ist doch wohl ziemlich das unintelligenteste was man machen kann.

    Oder anders gesagt: Wenn ich zu ner Feier mit 90% Hauptschüler gehe (pauschalisiert zur Verdeutlichung) werd ich mich bestimmt nicht lang und breit über Moral/Ethik auslassen, dort wäre ich wohl dann auch recht schnell unten durch. Man muss sich an die Leute annähern und vorsichtig versuchen den Bildungsstand zu heben. Das geht aber nicht wenn ich mich mit vollster Absicht so ausdrücke das mich keiner versteht bzw. nur bruchstückhaft.

    Aber deine Einstellung @ Access kann man schon an deiner Signatur ablesen also wirst du davon nichts aufnehmen geschweige denn darüber diskutieren.

    Intellektuelle sind nunmal die Minderheit und werden es auch bleiben. Das wir im Endeffekt mehr "intelligente" Menschen haben könnten, da stimm ich dem Textautor zu, viel wird durch unterlassene Förderung und überforderte Eltern zerstört. Aber aussterben wird der Intellektuelle dadurch nicht, wird weiterlaufen wie bisher.
     
  7. #6 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Was sag ich :D
    Du hast den Sinn von Fremdwörtern nicht verstanden, so nebenbei.
     
  8. #7 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    den kennst du doch auch nicht
    bei dir hat man immer den eindruck du benutzt fremdwörter um komplexität und "niveau" deiner comments künstlich anzuheben, nur um anderen vorzugaukeln, du hättest das wissen mit löffeln gefressen und deine aussagen hätten dadurch einen absoluten anspruch auf richtigkeit und allgemeingültigkeit.
    ich erinner mich da an eine dame aus meinem damaligen abiturjahrgang die in unterrichtsstunden mit einem fremdwörterlexikon auf dem schoß versteckt in der klasse saß um ihre beiträge mit möglichst tollen wörtern zu spicken. das lustige: die hatte genau die selbe art zu diskutieren und vertrat genau die selben ansichten wie du... das scheint in eurem umfeld ja normal zusein.
    wenn ich mit leuten ernsthaft diskutieren will dann drück ich mich verständlich aus und benutze keine fremdwörter für begriffe, für die es im deutschen viel passendere, wenn auch vielleicht nicht so toll klingende alternativen gibt. das allein zeugt von wirklichem intellekt wenn man es so sehen will. alles andere ist kontraproduktiv, macht diskussion unmöglich, da sich die anderen nicht anpassen können und zeugt nur davon, dass sich jemand profilieren will. verwunderlich, dass die leute die sich immer über mangelnd interlektuellen ausdruck und sachverstand aufregen trotzdem in den Dummenforen weiterschreiben

    b2t: das internet bietet nunmal die möglichkeit anonym zu bleiben und damit senkt es die hemmschwelle für viele massiv, die sich nie in eine öffentliche diskussion trauen würden. das viele von denen nun das internet als plattform nutzen ohne sich selbst lächerlich zumachen aber trotzdem ihre meinung kundtun zu können ist doch logisch. und das solche leute eine trotzhaltung gegenüber dingen einnehmen, die sie nicht "verstehen" bzw die ihnen zu "intellektuell" erscheinen ist doch was normales. aber jeder einigermaßen vernünftige mensch sollte wissen, das er sich auf genau dieses einlässt wenn er sich in boards, foren etc im internet rumtreibt. im grunde genommen machen die "intellektuellen" doch auch nix anderes nur auf eine perfide art und weise: sie schreiben ihre texte mit absicht hochtrabend und unverständlich um sich zum einen selbst profilieren und zum anderen, um die "dummen" bloßstellen zu können.
    nur dumm das intellekt mehr ist als nur möglichst komplizierte und "anspruchsvolle" ausdrucksweise ist und das verstehen viele von diesen leuten nicht. da sitzen die dann mit fremdwörterlexika vorm pc und blasen sich auf aber wenn man dann mal nachhakt, bzw mit diesen leuten von angesicht zu angesicht diskutiert merkt man schnell, dass da bei vielen nix hintersteckt.
    "der intellektuelle wird untertauchen" wenn ich sowas lese dann muss ich schon leicht schmunzeln. wo liegt denn der grenzwert ab wann man intellektuell und ab wann dumm ist? es gibt ihn nicht weil intellekt im grunde genommen ein richtwert ist der sich an der allgemeinen bildung der gesellschaft orientiert. wie soll er also jemals aussterbe? das einzige was untergehen wird sind ebendiese leute, die meinen, die krone der intelligenz zu sein und mit ihren künstlich intellektuellen texten versuchen, sich von der "breiten masse" abzuheben

    naja das so ein artikel von der Zeit erscheint wundert mich gar nicht...
     
  9. #8 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Muss ich Dich leider entäuschen. Wenn ich nämlich ein Fremdwort lese, fallen mir sofort das und das Buch oder dieser und jener Text ein, den ich dazu gelesen habe. Und so kann ich mein Wissen verknüpfen.
    Meine Aussagen haben so oder so den Anspruch auf Richtigkeit!

    Das ist nur die Kapitulation vor der Dummheit. Das Du sie vollzogen hast, ist nicht verwunderlich.
     
  10. #9 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    das hat mit kapitulation doch nix zu tun. es ist viel mehr ein entgegenkommen im sinne der diskussion. was nützt es mir wenn ich in einem forum so hochtrabend schreibe das vielleicht 2 andere das verstehen was ich schreibe ... dann kann ich mir den aufwand auch gleich sparen denn eine richtige diskussion kommt da eh nicht zu stande
     
  11. #10 23. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Boah ey, im persönlichen Gespräch hat Dein Argument ja sicherlich Berechtigung, im Internet aber gibts Google, schonmal davon gehört?
     
  12. #11 24. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Fremdwörter bieten in Diskussionen die Möglichkeit Sätze zu verkürzen und die Kommunikation dadurch schneller, präziser und tiefgründiger zu gestalten.

    Nur funktioniert das nur wenn dein Gegenüber dieselbe Kenntnis davon hat. Und du hast ja nichtmal meinen Post gelesen. Ich habe NIE gesagt Fremdwörter sind zu vermeiden aber je nach Situation anzupassen. Und auch nur zu benutzen wenn sie nützlich sind und die Diskussion voranbringen können. Alles andere macht keinerlei Sinn. Aber du wirst eh nicht objektiv an dieses Thema rangehen also kann man es sich eigentlich fast schenken. Komischerweise stellst du dich selbst als sehr intellektuell dar, jedoch hast du keinerlei Argumente für deine Meinung. Erklär mir doch bitte welchen Vorteil es hat in einem Forum, dessen Nutzer meist 16 oder jünger sind, massiven Gebrauch von Fremdwörtern zu machen.

    Es macht dich nicht schlauer und die meisten werden deinen Post ignorieren bzw. nicht verstehen - Gratulation, denn du sitzt hinter dem Bildschirm und machst dumme Sprüche wie "Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz" zu deinem Leitmotiv und freust dich n' Keks.

    Naja immerhin ist es gut zu wissen das andere Leute wie Maha.Rishi verstanden haben was ich meinte und es ähnlich sehen. Er legt seine Argumentation dar und erklärt, du allerdings nicht.
     
  13. #12 24. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Lol, immer wenn Dir was nicht passt, behauptest Du, es gäbe keine Argumente. Wie so'n kleines Gör.
    Das sie nachschlagen und was lernen
     
  14. #13 24. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    Ich finde, dass gewisse Fremdwörter nur Fachspezifisch genutzt werden sollen. Dies ist kein Muss, aber wäre durch aus vorteilhaft. 2 Wissenschaftler können sich sicher mit Fach- sowie Fremdwörtern bombardieren. Aber einen Hauptschüler kann man so nicht begegnen. Irgendwo wäre es auch respektlos. Ein Gespräch sollte auf einer harmonisierten Stufe statt zu finden. Alles andere wäre überheblich, von oben herab redend und manipulierend.

    Natürlich kann jeder sein Sprachjargon so anwenden, wie es ihm beliebt. Er muss eben abschätzen können, dass seine Zielgruppe/Gesprächspartner ihn vollkommen verstehen kann.
    Lese ich z.B. einen Wissenschaftstext, bin ich darauf gefasst, dass ich dort Wörter anfinden werde, die mir nichts sagen. Anders in einem Kinderbuch. Es ist, wie gesagt, wichtig, welche Zielgruppe man verfolgt bzw ansprechen will.

    Wenn also z.B. Access seine Texte mit Fremdwörtern ausdekoriert, ist das seine Entscheidung. Es wäre nur peinlich, würde er diese nicht im Schlaf beherrschen. Aber davon gehe ich bei ihm einfach mal nicht aus. Er muss eben damit leben, ob andere ihn hier verstehen können/wollen oder nicht.

    Ich persönlich habe eine sehr offene Einstellung zu intellektuell höher gesteckten Texten und Fremdwörtern. Denn die eigene Nutzung kann nun mal auch Vorteile erbringen und Dinge etwas besser zum Ausdruck bringen. Aber wie gesagt, man muss es gut Abwürzen und sollte einfach nicht übertreiben. Man kann immerhin noch gut mit rhetorischen Mitteln arbeiten und völlig frei von hoher Komplexität des eigenen Sprachgebrauchs bleiben.
     
  15. #14 24. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind

    ein schöner vorteil von Fremdwörtern ist, dass man Leute mit einem bestimmten Bildungsgrad ausschliesst und manchmal will ich das gerne.

    Aber eigentlich ist das Thema ja nicht wirklcih Fremdwörter benutzen. Intellekt ist ja nicht nur Bildung, sondern auch Intelligenz, von daher braucht man zu einem Intellekt auch Logik und alles weitere.

    Was mich am meisten ankotzt sind gerade Leute, die nur Fremdwörter um sich herschmeissen, aber keine Gedanken-/ Argumentationskette aufschreiben können, oder wie Politiker eigentlich ohne Inhalt schreiben. Und noch blödere Leute sind dann von der schönen Ausdrucksform (wie gesagt ohne Inhalt) geblendet und meinen, er hat Recht...
     
  16. #15 24. Mai 2009
    AW: Netzkultur - Das Netz als Feind


    Ach ein kleines Gör bin ich nun? Komisch zitier doch deine Beiträge in diesem Thread mit Argumenten :)

    Du hast nur 2 gebracht.

    +
    Dazu hab ich mich schon geäußert:

    Lernen ist nur möglich bei einer gewissen Basis. Wenn diese überschritten wird folgt kein Lernprozess, sondern führt dazu das die jeweilige Person sich davor verschließt und sich abgegrenzt fühlt.

    Oder anhand eines Beispiels:

    Bei 1-3 Fremdwörtern schlägt der jeweilige User noch nach. Bei 4-7 + gleichzeitiger Beleidigung das alle anderen Dumm sind folgt das Gegenteil.
     

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