Neuer X.org-X-Server ermöglicht 3D-Effekte auf dem Desktop

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Codas, 23. Mai 2006 .

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  1. #1 23. Mai 2006
    Neuer X.org-X-Server ermöglicht 3D-Effekte auf dem Desktop

    Knapp fünf Monate nach der Vorstellung von X.org 7.0 hat die X.Org Foundation die Nachfolgeversion 7.1 freigegeben. Zu den größten Neuerungen zählt unter anderem die Integration der maßgeblich von Red Hat unter dem Namen Xaiglx entwickelten Erweiterung. Sie ermöglicht – ähnlich wie der vorrangig von Novell entwickelte Xgl – zusammen mit einem Compositing Window Manager schicke 3D-Effekte für Desktop-Umgebungen wie GNOME, wie sie

    MacOS X bereits länger beherrscht, oder Windows Vista bieten wird.

    Einige der weiteren wichtigen Neuerungen dokumentieren die Release-Notes: So wurde die mit X.org 7.0 eingeführte Beschleunigungsarchitektur EXA weiter optimiert und fehlerbereinigt. Zudem ist der für Systeme mit geringer Leistung (etwa im Embedded Bereich) interessante Kdrive-DDX aufgenommen worden.

    Auch bei den mitgelieferten Treibern gab es zahlreiche Aktualisierungen; das Projekt fasst sie jedoch nicht übersichtlich zusammen und verweist nur auf die Dateien mit den ChangeLogs. Unter anderem unterstützt etwa der Treiber "nv" für Nvidia-Hardware nun einige neue Grafikchips wie die GeForce-Modelle 7300, 7600 und 7900. Mit ihnen konnten die mit X.org 7.0 vorgestellten Treiber noch nichts anfangen, erst eine separat erhätliche aktualisierte Version von "nv" konnte mit ihnen umgehen. Mit ATIs X1000-Serie können aber auch die neuen Treiber von X.org 7.1 nichts anfangen – hier ist man derzeit auf die proprietären Treiber von ATI angewiesen.

    Wie X.org 7.0 ist die Version 7.1 modular aufgebaut. Das soll die Wartung im Vergleich zu den aus einem Guss gefertigten X-Servern der X11R6-Reihe vereinfachen. Der modulare Aufbau hat auch für den Anwender Vorteile: Waren früher Treiber und X-Server noch eng miteinander verzahnt, sind die in X.org enthaltenen Grafiktreiber dank der Modularisierung separat erhältlich und lassen sich relativ einfach und weitgehend unabhängig vom Rest des X-Servers aktualisieren.

    Einige der ursprünglich bereits für X.org 7.1 geplanten, aber nicht rechtzeitig fertig gestellten Funktionen stehen nun auf der ToDo-Liste für X.org 7.2. Nach dem derzeitigen Plan wollen die Entwickler diese Version in sechs Monaten fertig stellen. Ob das Projekt dauerhaft auf einen Release-Zyklus von sechs Monaten einschwenkt, steht derweil noch zur Debatte.

    Die X-Server von X.org sind nach den Lizenzstreitigkeiten kurz vor der Fertigstellung von XFree86 4.4.0 mittlerweile in fast allen großen Linux-Distributionen enthalten. Debian setzt bei Version 3.1 (Sarge) zwar noch auf die Version 4.3 des früher weit verbreiteten Servers von XFree86, will aber mit dem nächsten Debian-Release ebenfalls auf X.org umschwenken. Das XFree86-Projekt hat mit XFree86 4.6.0 vor Kurzem ebenfalls eine neue Version veröffentlicht, abgesehen von aktualisierten Treibern und einigen gestopften Sicherheitslücken gab es dort jedoch kaum größere Neuerungen. (thl/c't)


    Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/73407
     

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