Newsforge: Windows für Endkunden nicht zu empfehlen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Crack02, 2. Juni 2005 .

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  1. #1 2. Juni 2005
    Robin Miller im Selbstversuch - Windows-Installation mit Tücken

    Immer wieder versuchen sich Publikumsmedien an der Frage: "Ist Linux fit für den Desktop?". Ausgehend von einem Windows-System bemühen sich eher Linux-Unerfahrene an der Installation des Betriebssystems, nicht selten mit bescheidenem Erfolg. Doch unter gleichen Bedingungen gibt Windows XP eine vergleichsweise schlechte Figur ab. Zu diesem Schluss kommt Robin Miller, Chefredakteur der Linux-zentrischen US-Website NewsForge.com.

    Basis für Millers Test war ein HP Compaq d220 Microtower, der ursprünglich mit einem vorinstallierten Mandrake Linux 9.2 geliefert wurde, aber im vergangenen Jahr bereits sechs unterschiedliche Linux-Distributionen über sich ergehen lassen musste, weitgehend problemlos. Was den Lieferumfang angeht, musste Windows XP Home gleich Federn lassen, es kommt nur mit einem knappen 14-Seiten-Heft "Let's Get Started", ein wirkliches gedrucktes Handbuch lag nicht bei.

    Dafür prangte ein Aufkleber auf der CD, der einen "Product Key" enthielt, der für jede Installation notwendig ist. Für Miller eine neue Erfahrung, Mandriva, Debian, Suse, Knoppix oder Mepis kamen zuvor ohne "Product Key" aus.

    Die Installation gestaltete sich schwierig, da der Windows-Installer offenbar Probleme mit dem angeschlossenen 15-Zoll-LCD hatte. Dieses blinkte laut Miller, so dass es kaum möglich war, die notwendigen Eingaben vorzunehmen. Unter Linux hatte die Kombination keine Probleme gemacht. "Ich vermute, die meisten hätten ihr Windows XP zurück in den Laden gebracht und hätten wieder zu einem benutzerfreundlichen Linux gegriffen", kommentiert Miller süffisant. Letztendlich holte er einen alten Röhrenmonitor aus der Garage, mit dem Windows XP weniger Probleme hatte, stellt aber klar: "Windows XP ist nicht für Endkunden geeignet, solange es keine Treiber für einfache LCDs während der Installation- und Boot-Phase mitbringt, insbesondere wenn diese von modernen Linux-Distributionen für gewöhnlich erkannt werden." Schuld seien aber in erster Linie die Hardware-Hersteller, die offenbar nicht gewillt seien, Microsoft die benötigten Informationen zur Entwicklung entsprechender Treiber zur Verfügung zu stellen.

    Die nächste Hürde für Windows XP war der integrierte Netzwerk-Chip von Broadcom, der von Windows XP nicht erkannt wurde. Miller musste entsprechende Treiber mit Hilfe eines anderen Computers von HP herunterladen, doch auch danach hatte er kein Glück. Unter den diversen Linux-Distributionen stellte die Karte kein Problem dar. Letztendlich kaufte Miller eine einfache PCI-Netzwerkkarte und auch Windows XP fand dann seinen Weg ins Netz.

    Ernüchtert zeigt sich Miller über die mitgelieferte Software. Weder eine Office-Suite noch ein FTP- oder Chat-Client und auch keine Bildbearbeitung lägen Windows XP bei. Dem mitgelieferten Internet Explorer würden viele moderne Funktionen fehlen, entsprechende Add-Ons seien mitunter kostenpflichtig.

    Zwar gebe es einige namhafte Open-Source-Programme für Windows, darunter Firefox, Thunderbird, GAIM oder GIMP, doch jedes davon müsse einzeln heruntergeladen werden, auf der Windows XP CD fehlen diese, stellt Miller ungläubig fest.

    Positiv sei aber die große Zahl zum Teil sehr spezieller Windows-Applikationen, für die es kein Linux-Pendant gebe. Wer diese aber nicht benötige, für den sei ein Wechsel von Linux zu Windows wenig sinnvoll. Wer die Hürden der Installation meistere, erhalte einen Desktop, der fast mit KDE oder Gnome mithalten könne.

    Unter dem Strich stößt Miller auf eben die Probleme, die sich in vielen "Linux-Tests" zeigten. Nur verschiebt Miller den Ausgangspunkt und argumentiert auf humorvolle Art, ausgehend von einem funktionierenden Linux-System. Hier liegen natürlich alle Linux-Treiber vor, wie auch bei Systemen, die mit installiertem Windows XP ausgeliefert werden. (ji)


    Quelle: golem
     

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