Nicht zugelassener, gentechnisch veränderter Reis in jeder fünften Probe

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Melcos, 12. September 2006 .

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  1. #1 12. September 2006
    Nicht zugelassener, gentechnisch veränderter Reis in jeder fünften Probe

    Dass gentechnisch veränderte Pflanzen sich unkontrolliert ausbreiten und zudem in die Lebensmittelkette gelangen können, ist gerade erst wieder deutlich geworden. Gentechnisch veränderter Reis aus den USA und aus China ist, obgleich nur auf kleinen Flächen und zu Versuchszwecken angebaut, in Europa aufgetaucht. In Europa ist bislang keine gentechnisch veränderte Reissorte zugelassen. Die Sorte LLRice 601 aus den USA stammte von Bayer Cropscience. Das Unternehmen hatte die Freilandversuche mit der Reissorte bereits 2001 eingestellt, die mit dieser Sorte kontaminierten Reisproben fanden sich jedoch in einer Ernte aus dem Jahr 2005. Bei der Untersuchung von Reisprodukten aus China wurden von den Umweltschutzorganisationen Friends of the Earth und Greenpeace unter Berufung auf Laboruntersuchungen Verunreinigungen mit illegalem Gentech-Reis in Deutschland, Frankreich und England gefunden, und zwar bei Reisnudeln oder -crackern. Mögliche Allergierisiken der mit dem Bt-Toxin ausgestatteten Reissorte sind bislang unklar.

    Am gestrigen Montag berichtete die EU-Kommission, dass bei einer Untersuchung des eurpäischen Verbands der Reismühlen von 162 Proben bei importiertem Reis aus den USA 33-mal der in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Reis LL601 entdeckt wurde. In der im Hafen Rotterdam seit zwei Wochen festgehaltenen Schiffsladung Reis (20 Tonnen) aus den USA wurde ebenfalls LL601 gefunden. Die EU-Kommission will auch den Hinweisen auf den aus China stammenden Reis nachgehen. Greenpeace berichtet, dass bei Langkornreis der Marke Bon-Ri von Aldi Nord ebenfalls LL601 gefunden wurde. LL601 enthält ein Protein, das die Pflanze gegen Unkrautvernichtungsmittel immun machen soll, aber nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen ist.

    Das deutsche Verbraucherschutzministerium bereitet im Zuge der in der Koalitionsvereinbarung beschlossenen Aufwertung der "grünen Gentechnik" eine Veränderung des Gentechnikgesetzes vor. Vor allem sollen die Haftungsregeln für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gelockert werden. So sollen Gentech-Bauern erst ab einer Verunreinigung von 0,9 Prozent haften. Die gesamtschuldnerische Haftung soll allerdings erhalten werden, unklar ist, ob und in welcher Form ein Haftungsfonds eingerichtet wird. Besonders umstritten ist der geplante Grenzwert von 0,9 Prozent, denn vielfach werden schon von Einkäufern bei Verträgen mit Landwirten weit darunter liegende Grenzewerte verlangt.

    Noch bevor der Entwurf zur Umsetzung der EU-Freisetzungsrichtlinie von Verbraucher- und Landwirtschaftsminister Seehofer (CSU) vorgelegt wurde, haben zahlreiche Bio-, Verbraucher-, Bauern- und Umweltverbände eine von Campact organisierte Online-Aktion gestartet, um gegen die befürchtete Verwässerung der Haftung zu protestieren. Gewarnt wird davor, dass mit einer geduldeten gentechnischen Verunreinigung von Ernteprodukten bis 0,9 Prozent "einer gentechnikfreien Lebensmittelproduktion in Deutschland die Basis entzogen" werde: "Verbraucher/innen könnten sich nicht mehr für vollständig gentechnikfreie Lebensmittel aus Deutschland entscheiden. Der Babynahrungsproduzent Hipp hat schon im Januar angekündigt, bei flächendeckendem Gentech-Anbau in Deutschland die Produktion ins Ausland zu verlegen."

    Wer sich für das Anliegen der Kampagne "Genfood – Nein Danke" einsetzen will, kann auf der Webseite seinen Namen eintragen. Zudem soll er einen Unkostenbeitrag von drei Euro spenden, um damit einen "Protestballon" zu finanzieren. Tausende von Ballons sollen im Oktober in Berlin zuerst den fotogenen Schriftzug "Genfood Nein Danke" bilden und schließlich davonschweben. Damit soll die Gefahr der unkontrollierten Verbreitung der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen symbolisiert werden. Gleichzeitig werden die Finder mit einer an den Ballons hängenden Karte aufgefordert, das Gesetz durch Proteste bei Politikern zu verhindern.

    Quelle: heise.de
     

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