Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von raid-rush, 22. Dezember 2014 .

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  1. #1 22. Dezember 2014
    Der niedrige Ölpreis könnte sich langfristig auf eine ganze Kette von Produkten auswirken und eine Preis Abwärtsspirale verursachen.

    Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte wegen des Absturzes der Ölpreise ein gesamtwirtschaftlich sinkendes Preisniveau nicht mehr ausgeschlossen. Eine tatsächliche Deflation bedeute dies bei einigen Monaten Dauer aber noch nicht. Sinken die Preise dauerhaft, kann dies zu schädlicher Zurückhaltung bei Konsum und Investitionen führen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Kampf gegen die sehr niedrige Inflation in der Eurozone weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt.

    Bisher hält sich der EURO-Kurs relativ stabil trotz stärkerem USD und der Aussicht auf weitere Anleihnkäufe der EZB.
     

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  3. #2 23. Dezember 2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. April 2017
    AW: Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

    Ich nehme an, Du willst hier die Öknomischen Folgen diskutieren?

    Hier mal der politischer Thread dazu: Ölpreis & Rubel: Russland vor Kollaps? - RR:Board

    Naja, stimme der EZB nicht so ganz zu:
    Wenn weniger für Öl(Produkte) ausgegeben wird, bleibt mehr für anderen Konsum übrig.
    Da zurzeit Sparen eh nix bringt, und Öl-Devisen wohl zu 90% ins Ausland abfließen, kann die heimische (bzw Binnen- europäische) Wirtschaft davon pofitieren.

    Sieht der IWF ähnlich:
    IWF: Ölpreisverfall wie Fitnessspritze für Weltwirtschaft - news.ORF.at
     
  4. #3 26. Dezember 2014
    AW: Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

    Womöglich ist es auch der falsche psychologische Ansatz, wenn die Preise steigen vermutet man (aus der Historie) das die Käufe zunehmen durch den Wertverlust der Währung und der niedrigen Zinsen. Allerdings wird das nicht viel bringen Heute, da die Währung im Vergleich zu anderen noch immer sehr Wert stabil ist und daher der globale Verlust sich relativiert, wird vermutlich der Konsum auch nicht extrem Ansteigen. Jetzt Entsteht natürlich genau der gegenteilige Effekt, der niedrige Ölpreis hilft der Wirtschaft genauso gut und könnte durch Preissenkungen und Einsparungen bei den Energiekosten den Konsum sogar noch besser fördern. Denn lange wird das nicht so bleiben, deshalb ein doppelter Grund zuzuschlagen weil günstiger wird es nicht mehr und die Teuerung kommt garantiert.

    Die EZB ging in der These wohl davon aus, dass die niedrigen Ölpreise über Jahre hinweg bestehen bleiben.

    Sehe ich aber eher als unrealistisch, weil die USA hat derzeit (~55-60USD Barrel) auch Probleme gewinnbringend zu fördern, bei den niedrigen Preisen wäre es auch nur eine Frage der Zeit bis dort die Förderindustrie in die Knie ginge.

    Der Ölpreis wird maßgeblich von der OPEC gesteuert, diese veröffentlichen auch ihren Täglichen Durchschnittspreis der Mitglieder und daran orientiert sich der gehandelte Ölpreis fast immer.

    Könnte durchaus eine Strategie sein, um mittelfristig die Konkurrenz und die Investitionen in die Ölproduktion zu verhindern was langfristig dann rentabel ist, wenn die Ölpreise wieder steigen und die unrentablen Methoden aber nicht die Fördermengen kurzfristig erhöhen können und damit nicht vom Verkauf profitieren.

    Denn die USA würde langfristig dann wieder mehr Importieren und das bei steigenden Öl-Preisen, bis die eigene Produktion und die Investitionen nachgeholt würden vergehen Jahre.

    So ein Zyklus der alle 7-10 Jahre einen Ölpreisverfall hervorruft ist also eine geniale Idee und zugleich fängt es mögliche Wirtschaftsschwankungen auf, es ist also für Wirtschaftnationen absolut positiv, daher würde sich keine Beschweren.

    Für Europa, China und Japan und OPEC eine Win-Win Situation. Vor allem China hat jetzt Russland an der Leine und nicht umgekehrt.
     
  5. #4 26. Dezember 2014
    AW: Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

    Das stimmt, in den letzten knapp Preisstabilen 5 Jahren wurde einiges in die Förderung Investiert, siehe zB die Fracking Methode.
    Zurzeit wird alles eingestampft, was sich in der Planung befindet, bewilligte Projekte werden Realisiert. Der Bumerang kommt irgendwann zurück dafür...


    Jein, es darf nicht vergessen werden, dass nur 1/3 der Weltproduktion von der OPEC gesteuert werden. Natürlich hat sie den Kumulierten größten Einfluss, aber dieser Preiskampf zeigt doch, dass neue Förderungsmethoden sowie "pol. Stabilität" in Libyen und Syrien einiges bewirken kann.


    Und die schlauen Leute von der OPEC wussten ja nicht erst seit gestern von der Gefahr:

    Ölförderung: Opec-Kartell fürchtet Machtverlust durch Fracking - DIE WELT
     
  6. #5 5. Januar 2015
    AW: Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

    Ist jetzt die richtige Zeit in Rohöl einzusteigen? Lange wird das nicht halten können weil die meisten Ölförderer Verluste einfahren und langfristig Pleite gehen würden. Der Teufelskreis ist natürlich durch die USA und OPEC garantiert, weil die Länder die auf den Verkauf angewiesen sind können bei niedrigem Preis ihre Produktion und Verkauf nicht drosseln, da sonst eine Staatspleite droht.

    Auch die USA hat Probleme mit der Gewinnbringenden Produktion, es lohnt sich nur wegen des hohen Eigenbedarfes - daher ist dort die Ausdauer etwas länger. Auch wenn langfristige Investitionen in Schieferöl erst mal gedrosselt werden dürften, was vermutlich auch das Ziel der OPEC ist.

    Der niedrige Ölpreis wird also vermutlich nicht länger als ein Jahr anhalten, historisch gesehen springen dann die Großspekulanten relativ schnell wieder auf und pushen den Preis hoch, wie bei allen Rohstoffen.

    Das Investment Kapital ist so groß, dass es Rohstoffpreise maßgeblich beeinflussen kann. Banken haben immer behauptet der Einfluss auf Rohstoffe durch "Investment" sei gering, da der Realmarkt den größten Anteil der Nachfrage stellt - das halte ich für ein Gerücht. Das Großkapital ist so mächtig, dass es Nachfrage erzeugen kann die über den Realmarkt hinausgehen. Damit erklären sich auch die enorm angestiegenen Rohstoffpreise die auch schlagartig mal einbrechen können.

    Das Risiko das Rohöl weiter Fällt besteht zwar, allerdings vermutet man schon eine Bodenbildung bei spätestens 45USD/Barrel. Bei einem weiterem Fall könnten Staatspleiten zu einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise führen. Das Risiko nach unten ist also überschaubar. Sollte es zum Worstcase kommen, sind die Verluste im Ölgeschäft wohl auch relativierbar, dann sind die Verluste an anderer Stelle wohl weit größer. Bei einer Preiserholung wie nach der Lehmannpleite 2008 im Folgejahr könnten dafür mit deutlichen Gewinnsprüngen locken.

    Wie seht ihr das? Habt ihr schon Rohöl-Zertifikate und welche?
     
  7. #6 6. Januar 2015
    AW: Niedriger Ölpreis bedroht Inflationsziel der EZB

    Langfristig hast du wohl recht das es steigen muss, außer es gibt eine tiefe Weltwirtschaftskrise aber dann wäre das langfristig feststeckende Geld wohl auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Ich wäre trotzdem vorsichtig, der Kurs kann auch 2-3 Jahre niedrig bleiben und dann kannst du mit dem Rohöl-Zertifikate lang warten bis du es wieder Liquide hast (ohne Verluste).

    Kann auch schnell gehen wie du sagst 2008-2009 denn Billiges Öl fängt schnell das brennen an und das schürt die Konjunktur an.

    Ich kann jedem nur Abraten der keine Erfahrungen mit Zertifikatshandel hat. Ganz geschweige von Hebelprodukten und Optionsscheinen, also wenn überhaupt dann Index-Zertifikate mit unbegrenzter Laufzeit bei großen Banken (2Big2Fail)

    Außerdem zahlt ihr Bankgebühren für den Order so wie den Spread und wenn ihr Verkauft kommt nochmal die Ordergebühr und -25% Kapitalertragssteuer auf den Gewinn.
     

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