Ökologischer Fußabdruck von Hund & Katze

Artikel von Jonas Hubertus am 6. August 2017 um 14:41 Uhr im Forum Haus, Garten, Tiere & Pflanzen - Kategorie: Wissenschaft

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Ökologischer Fußabdruck von Hund & Katze

6. August 2017   Jonas Hubertus   Kategorie: Wissenschaft
Sind fleischfressende Haustiere Umweltsünder? Hunde und Katzen haben leider auch Nebenwirkungen für die Umwelt und das nicht wenig. Allein durch die benötigte menge Fleisch, hinterlassen die Tiere überraschend große ökologische Fußabdrücke, wie aktuelle Studien aufdecken. So verursacht ihr Fleischkonsum jährlich indirekt 64 Millionen Tonnen CO2, das entspricht dem Ausstoß von 13 Millionen Autos. Einer der Gründe dafür ist, dass im Tierfutter nicht nur Reste und Fleischabfälle verarbeitet werden.


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Der Wahnsinn boomt - Tierfutter vor allem für Hunde und Katzen bringt Milliarden Gewinne.


In Deutschland gibt es über 13 Millionen Hauskatzen und etwa 9 Millionen Hunde.
Doch die lieblings Haustiere haben auch ihre Schattenseiten. So gelten verwilderte Hauskatzen mittlerweile weltweit als eine der größten Bedrohungen für gefährdete Tierarten vor allem Vögel. Eine weitere bisher kaum beachtete Folge der massenhaften Hunde- und Katzenhaltung hat nun Gregory Okin von der University of California in Los Angeles in einer Studie aufgedeckt.


So viel Fleisch wie ganz Frankreich

Der Forscher wollte wissen, welche Auswirkungen der Fleischkonsum der Hunde und Katzen auf unsere Umwelt hat. "Eine fleischbasierte Ernährung benötigt mehr Energie, Land und Wasser und hat größere Umweltfolgen in puncto Erosion, Pestizideinsatz und Abfall als eine vegetarische Lebensweise", erklärt Okin. Er hat daher exemplarisch für die USA ausgerechnet, wie viel Fleisch, Energie und CO2-Emissionen auf das Konto unserer Lieblings-Haustiere gehen.

Das Ergebnis: Die rund 163 Millionen Hunde und Katzen in den USA konsumieren jährlich so viele Kalorien wie die gesamte Bevölkerung Frankreichs oder wie 60 Millionen Amerikaner. Hätten alle US-Hunde und -Katzen ein eigenes Land, läge dies in einer Rangliste der größten Fleischkonsumenten an fünfter Stelle – hinter Russland, Brasilien, den USA und China, wie der Forscher berichtet.

Dieser enorme Menge hat Nebenwirkungen: "In Bezug auf Landnutzung, Wasserverbrauch und die Verbrennung fossiler Brennstoffe hat die Futterversorgung der Hunde und Katzen eine Umweltwirkung, die rund 25 bis 30 Prozent von der des Menschen ausmacht", berichtet der Forscher. "Bei Phosphat und Pestiziden sind es rund 26 Prozent."

Indirekt ist die Futterherstellung für die Hunde und Katzen für die Emission von 64 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verantwortlich. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von gut 13 Millionen Autos. Und allein die in den USA gehaltenen Hunde und Katzen produzieren im Jahr gut 5 Millionen Tonnen Kot, dies ist so viel Abfall wie der gesamte US-Bundesstaat Massachusetts im Jahr produziert.

Tierfutter als kleiner Hebel

"Ich mag Hunde und Katzen und ich will damit definitiv nicht sagen, dass die Leute ihre Haustiere abschaffen oder auf vegetarische Diät umstellen sollen – was für die Tiere ungesund wäre", betont Okin. "Aber ich finde, dass wir die Umweltauswirkungen der Haustiere wahrnehmen müssen. Haustiere haben viele Vorteile, aber auch einen großen Umwelteinfluss."
Eine Patentlösung, um den ökologischen Fußabdruck von Hund und Katze zu verringern, gibt es leider nicht. Aber in der Zusammensetzung des Tierfutters gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Leider werden dafür kaum noch Fleischabfälle, die der Mensch ohnehin nicht essen könnte verwendet sondern hochwertiges Frischfleisch.
Gerade bei teureren Marken ist oft Fleisch enthalten, das problemlos Menschen verzehren könnten. "Der Trend zu Premium-Tierfutter führt dazu, dass die Haustiere immer häufiger tierische Produkte fressen, bei denen sie in Konkurrenz zur menschlichen Nahrungsversorgung stehen", so der Wissenschaftler.

Die Tierhaltung trägt also nicht unerheblich dazu bei, dass zusätzliche Hühner, Schweine oder Rinder geschlachtet werden müssen. Hier seien auch die Tierfutter-Hersteller in der Verantwortung. Ein Hund braucht kein Steak er kann auch Schnittreste und Organe Essen. Die Verwertung von Fleischresten wäre wichtig, denn auch hier wird viel weggeworfen das gerade in der Tierfutterverarbeitung genutzt werden sollte.
Wenn nur ein Drittel des jetzt im Tierfutter verwerteten Fleischs künftig für den Menschen genutzt würde, dann könnte dies den tierischen Nahrungsbedarf von 26 Millionen Amerikanern decken.

Letztendlich wird sich aber nichts verändern, ohne konkrete Vorschriften. Denn der Hersteller macht gute Gewinne mit vergoldeten Edelverpackungen in denen Fleisch teurer verkauft wird und hochwertiger ist als in manchem abgepacktem Discounter. Manch verblendeter Tierhalter zahlt für sein Tier gerne mal mehr pro Kg als für sein eigenes Schnitzel.

Auf die Vernunft von Hersteller und Tierhalter kann man mit Sicherheit nicht hoffen.
 

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