Overclocking-Anleitung für P35-DS3 & E4400

Dieses Thema im Forum "Hardware Tutorials" wurde erstellt von venox, 19. August 2008 .

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  1. #1 19. August 2008
    Dies soll eine kleine Anleitung für diejenigen sein, die sich langsam aber sicher an das Thema Übertakten/OC beim Sockel 775 ranwagen wollen.

    Testsystem:
    MB: Gigabyte P35-DS3
    CPU: Intel Core2Duo E4400
    Kühler: NexXxoS XP
    RAM: A-Data 2GB Kit DDR2-800 @ 5-5-5-18 2T
    NT: Seasonic S12II 380Watt
    Kühlung: Dual-Radiator, 2x120mm @ 7V, Laing DDC+,...

    Vorab:
    ich übernehme keine Verantwortung. Wer sich hier ran traut, dem sollte klar sein, dass dieses Thema mit einem gewissen Risiko verbunden ist.

    Schritt 1: die Temperatur @ Standarttakt
    Ein gutes und damit stabiles Netzteil ist die Voraussetzung für ein stabiles (OC-)System.
    Ein guter Kühler sowie ein guter Luftstrom im Gehäuse ist ebenfalls pflicht.
    Bevor man los legt, sollte überhaupt getestet werden, ob die Temperatur unübertaktet unter Volllast überhaupt im absolut grünen Bereich liegt.
    In meinem Fall lag sie bei etwa 40°C.
    Mit Orthos sollte man die CPU einige Minuten auslasten, desto länger, desto besser. Mit CoreTemp kann man währenddessen die Temperatur gut im Auge behalten.

    Schritt 2: die Einstellungen
    Wenn die Temp. i.O. ist, kann das System neu gestartet und das BIOS betreten werden.
    [​IMG]
    Um das System übertakten zu können, müsst ihr per ENTER die Rubrik "MB Intelligent Tweaker (M.I.T.)" öffnen.
    Dort stellt ihr erstmal den Punkt "CPU Host Clock Control" - wie im nächsten Bild ersichtlich - auf Enable. Nicht wundern, dass unter "CPU Host Frequency (MHz)" schon 266MHz steht. Der E4400 war zu diesem Zeitpunkt schon übertaktet. Standartmäßig steht dort 200 beim E4300, E4400,...
    [​IMG]
    Als nächstes fixed ihr den PCI-E Takt. Dazu den Punkt "PCI Express Frequency (MHz)" anwählen und auf 100MHz stellen, damit der PCi-E Takt nicht mit übertaktet wird. Wieder im Bild ersichtlich.

    Damit man den RAM als Limiter ausschließen kann, wählt ihr unter "System Memory Multiplier" einen kleinen Speicherteiler. z.B. 2.00. Hier ist 3.00 gewählt, weil der RAM dann genau mit 800MHz getaktet wird und das System bekannt ist. Dies macht man hinterher.
    Nun stellt ihr ein, dass ihr die einzelnen Spannungen manuell ändern könnt.
    Dazu einfach den Punkt "System Voltage Control" auf Manual stellen.
    [​IMG]
    Standart-VCore beim E4400 liegt bei 1,32500V. Hier wird zunächst nichts geändert.

    Schritt 3: auf geht's - die CPU wird übertaktet
    So, jetzt kann es los gehen.
    Unter "CPU Host Frequency (MHz) stellen wir den FSB (FrontSideBus) ein. Zunächst von 200 auf 210MHz.
    [​IMG]
    Dann sollte einmal der neue Takt des RAM's überprüft werden (Stickwort kleiner Speicherteiler!), wenn der unterhalb des Spezifikation liegt, können die Einstellungen gespeichert und das BIOS verlassen werden.
    i.d.R. sollte nun das System ganz normal hochfahren. Ist dies der Fall, muss nun der neue Takt der CPU auf Stabilität überprüft werden.
    Dazu wieder Orthos und CoreTemp. starten und etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde laufen lassen - das sollte vorab ausreichen.
    Mit CPU-Z kann dabei der neue Takt von CPU & Memory und viele weitere Daten ausgelesen werden.
    Ein solcher Stabilitätstest kann dann so aussehen:
    [​IMG]
    Bleib das System stabil und die Temperatur im Rahmen (60°C halte ich für den Maximalwert), kann das System neu gestartet werden.
    Dann einfach wieder ins BIOS und den FSB in 5MHz Schritten anziehen.
    Dabei immer wieder den neuen Takt des RAM's im Auge behalten.

    Schritt 4: das System startet nicht mehr
    Bei dem einen tritt dieses Problem eher, bei anderen später auf.
    Durch entfernen der BIOS-Batterie oder setzen eines Jumpers wird ein CMOS-Clear durchgeführt und somit das BIOS wieder auf Default gestellt.
    Wenn das System dann wieder startet, sollten die selben Einstellungen nochmal eingestellt werden, allerdings (!) wird zusätzlich die VCore in kleinen Schritten erhöht.
    Hierbei ist Vorsicht geboten, da eine zu hohe VCore die CPU zerstört und allgemein die Lebensdauer reduziert wird.
    Der E4400 im Testsystem benötigte ab einem FSB von 266MHz eine VCore von 1,35V, was völlig i.O. ist.
    Mit Wasserkühlung sollten 1,5V möglich sein. 1,4V würde ich als Maximum bei einer Luftkühlung - je nach Temp. - sehen.
    Startet das System wieder zuverlässig, sollte wieder ein Stabilitätstest durchgeführt werden. Wieder gilt: desto länger, desto besser.

    Schritt 5: wenn auch keine VCore Erhöhung etwas bringt
    Unter "M.I.T" kann man auch den Multiplikator der CPU ändern. Beim E4400 kann man zwischen 6 und 10 wählen. Um zu testen, ob die CPU limitiert, sollte man den Multi auf 6 stellen. Startet das System dann einwandfrei, kann man davon ausgehen, dass die CPU ihr Maximum erreicht hat.
    Startet das System dennoch nicht, muss vllt. noch an den V-Einstellungen oder am Speicherteiler getestet werden.
    Aber: irgendwann ist immer Schluss, übertreiben sollte man es auch nicht. Gerade, wenn keine ordentliche Kühlung vorhanden ist.

    Schritt 6: Speicherteiler finden
    Wenn man den neuen CPU-Takt festgelegt hat, sollte man den Speicherteiler neu einstellen.
    Beim E4400 @ 2660MHz passt es wunderbar, bei DDR2-800 RAM den 3.0 Teiler einzustellen. So ergibt sich ein Verhältnis von 2:3 und der RAM wird mit 399MHz getaktet - also innerhalb seiner Spezifikation.
    Hat man 1066er RAM, kann man natürlich einen anderen Teiler wählen, um den RAM optimal auszunutzen.

    Schritt 7: der Letzte
    Hat man auch einen guten Speicherteiler gefunden, sollte das System für einige Stunden auf Stabilität geprüft werden. Dafür Orthos ruhig eine ganze Nacht oder länger laufen lassen.


    Ich hoffe, ich konnte den Anfängern und solche, die es werden wollen, eine kleine Hilfestellung beim OC mit dem P35-DS3 & Co. geben.

    Bei Fragen, einfach fragen.

    mfg venox
     

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  3. #2 15. September 2008
    AW: Kleine OC-Anleitung für P35-DS3 & E4400

    Zu Schritt 4. lässt sich noch ergänzen, das man die Batterie bei GIGABYTE Boards in der Regel nicht entfernen muss, da das BIOS selbst merkt wenn es beim Systemstart nicht funktioniert und den Takt, Multi + VCore in den Default Zustand zurück setzt.
     

  4. Videos zum Thema
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