Papst spielt mit dem Feuer

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 17. September 2006 .

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  1. #1 17. September 2006
    Heute hat Papst Benedikt XVI. persönlich sein Bedauern über den Unmut der islamischen Welt ausgedrückt. Für seine Äusserungen entschuldigt hat er sich nicht. Experten sehen den Papst im Visier islamistischer Terroristen.

    Der von ihm zitierte Text eines byzantinischen Kaisers im 14. Jahrhundert gebe nicht seine eigene Meinung wider, sagte Benedikt bei seinem mit Spannung erwarteten traditionellen Angelus-Gebet. Mit der Rede habe er das Ziel verfolgt, einen offenen und ernsthaften Dialog in Gang zu bringen.

    Gelungen ist ihm freilich das Gegenteil. In der ganzen islamischen Welt sind Proteststürme gegen die Äusserungen des Papstes losgebrochen. Als Reaktion auf die umstrittenen Papst-Äusserungen sind im Westjordanland heute weitere Brandanschläge auf Kirchen verübt worden. Wie in den beiden vorangegangenen Tagen verursachten die Anschläge aber nur geringen Schaden. Niemand wurde verletzt.

    In Tubas bei Dschenin setzte eine Gruppe Palästinenser eine römisch-katholische Kirche in Brand. Augenzeugen zufolge wurde das Feuer gelöscht, bevor es grösseren Schaden anrichten konnte. Auch in Tulkarem wurde eine katholische Kirche durch ein Feuer beschädigt, das Augenzeugen zufolge am Morgen von einem Mann gelegt worden war.

    Papst in Gefahr

    Nach Meinung deutscher Sicherheitsexperten ist der Papst aufgrund seiner islamkritischen Äusserungen einer realen Bedrohung durch islamistische Extremisten ausgesetzt. Die «Bild am Sonntag» zitierte den FDP-Innenpolitiker Max Stadler mit den Worten: «Es ist zu befürchten, dass die pauschale Kritik des Papstes am Islam irrationale Reaktionen auslöst und ihn in das Visier des islamischen Extremismus bringt.» Auch Terrorismusexperte Rolf Tophoven erwartet eine Zuspitzung der Lage.

    Ebenfalls in «Bild am Sonntag» sagte Hamburgs Innensenator Udo Nagel (parteilos), Benedikt habe einen byzantinischen Kaiser zitiert und nicht den Islam verunglimpfen wollen. Allerdings seien die Proteste aus muslimischen Kreisen nicht zu übersehen. «Es ist nie auszuschliessen, dass sich einzelne Extremisten oder andere Einzeltäter durch diese Proteste angestachelt fühlen, Gewalt auszuüben», sagte Nagel.


    Quelle:20min.ch
     

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