****phile an den Pranger: UK will Meldepflicht für Mailadressen und Nicknames

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 6. Februar 2007 .

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  1. #1 6. Februar 2007
    Den USA eifert man in Großbritannien nach: wenn es um den Kinderschutz geht, ist offenbar kein Vorschlag dumm genug, um ihn nicht dennoch ernsthaft zu diskutieren. Und natürlich deutet sich schon an, dass es bei der Registrierungspflicht für Sexualtäter nicht bleiben soll.

    In einer "Sex Offenders" - Datenbank sollen Details der Online-Identitäten von Sexualtätern gesammelt werden, so die britischen Pläne. Bei Annäherungsversuche an Minderjährige sollen mittels technischer Maßnahmen die Kinder vor dem Täter gewarnt werden. Experten bezeichneten die Pläne als "Schritt in die richtige Richtung", warnten aber davor, dass Netzidentitäten binnen Sekunden gewechselt oder neu geschaffen werden könnten.

    Probleme, auf die man auch in den USA stieß, die ähnliche Pläne verfolgen. Dort sollen die Täter kurzerhand gezwungen werden, alle verwendeten Online-Identitäten anzugeben. Für ein bei der "Registrierung" vergessenes Mailaccount sollen bis zu zehn Jahren Haft verhängt werden. John Reid vom britischen Innenministerium zur BBC:

    "Wenn wir das machen, dann könnten wir Techniken nutzen, die jeden kennzeichnen, der diese Adressen oder Identitäten nutzt, um Annäherungsversuche und Kontakte auf Plattformen zu knüpfen, die von Kindern besucht werden."

    Foucaults Disziplinargesellschaft schwebt dabei natürlich wieder über der Diskussion: die Kontrollwut beginnt regelmäßig an den Rändern der Gesellschaft, wo sie leicht durchgesetzt werden kann - bei Kriminellen, bei Kindern, bei Kranken - und dringt dann weiter ins Zentrum der Gesellschaft vor. So tagträumt Cliff Saran vom Computer Weekly von einer "einzigartigen, lebenslangen Internet-Identität, ähnlich einer Sozialversicherungsnummer", die es viel einfacher machen würde, Leute aufzuspüren.

    Bereits jetzt müssen entlassene Sexualstraftäter ihre Adressdaten angeben, die in einer entsprechenden Datenbank gespeichert werden. Fehlende Angaben oder unterlassene Ummeldungen können mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft werden.

    Auch die "Online-Durchsuchung" kommt in diesem Zusammenhang ins Gespräch: Prof. Allyson MacVean von der Uni London forderte eine Durchsuchungserlaubnis für Sittenverbrecher. Die Polizei müsse Zugriff auf die Computer bekommen, ohne zuvor einen Durchsuchungsbefehl beantragen zu müssen.

    Erwartungsgemäß wird sich über die geplante Abschaffung elementarer Grundrechte kaum jemand erregen. Es geht ja nur gegen die Perversen.


    quelle: gulli untergrund news
     

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