Polizei verprügelt Rentner und ausländischen Journalisten

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von playmate, 14. April 2007 .

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  1. #1 14. April 2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    Polizei verprügelt Rentner und ausländischen Journalisten
    Quelle: Spiegel Online.​

    Die Moskauer Demonstration gegen Wladimir Putin ist eskaliert: Nach Angaben eines Parlamentsabgeordneten haben Polizisten auf Großmütter eingeschlagen, ein japanischer Journalist wurde schwer verletzt. Zwei Mitarbeiter des ZDF wurden festgenommen.
    Moskau - Mit massiver Gewalt hat die russische Polizei eine nicht genehmigte Oppositionskundgebung in Moskau aufgelöst und mindestens 250 Demonstranten festgenommen. "Sie haben auch auf Großmütter und andere Rentner eingeschlagen", sagte der Parlamentsabgeordnete Wladimir Ryschkow. Einer der Organisatoren, der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow, wurde wegen "offen provokativer Handlungen" festgenommen. Er soll nun vor Gericht. Einem japanischen Journalisten fügten Polizisten mit Schlagstöcken schwere Kopfverletzungen zu.



    Ein Behördensprecher bezeichnete das Vorgehen gegen den so genannten Marsch der Dissidenten als "angemessen". An der Protestkundgebung gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin nahmen mehrere tausend Menschen teil. Auch an Gegendemonstrationen von kremlnahen Jugendorganisationen beteiligten sich Tausende.



    Vor dem Polizeigebäude, in dem Kasparow am Nachmittag verhört wurde, gab es blutige Szenen. "Die Sicherheitskräfte griffen sich einzelne Demonstranten heraus und schlugen mit brutaler Gewalt auf sie ein", berichtete eine Augenzeugin. Etwa 100 bis 200 Menschen forderten die Freilassung Kasparows sowie anderer festgenommener Oppositionsanhänger und Journalisten. "Nieder mit dem Polizeistaat" und "Wir wollen ein anderes Russland", riefen die Demonstranten.
    Die Opposition wirft Putin eine zunehmende Einschränkung der Menschenrechte vor den Parlaments- und Präsidentenwahlen im Winter vor. Das Oppositionsbündnis "Anderes Russland" rief auch in St. Petersburg für morgen trotz Behördenverbots zu einem Marsch der Dissidenten auf.


    "Der Machtapparat handelt paranoid"

    In Moskau wurden mehrere russische und ausländische Journalisten vorübergehend festgenommen, darunter auch zwei Mitarbeiter des deutschen Fernsehsenders ZDF. "Der Machtapparat handelt schwer paranoid", kritisierte Putins früherer Wirtschaftsberater Andrej Illarionow den Einsatz von offiziell 9000 Polizisten in Moskau.
    Der Moskauer Polizeisprecher Viktor Birjukow rechtfertigte das Vorgehen der Einsatzkräfte. Alle Beamten hätten sich streng an die russischen Gesetze gehalten, sagte Birjukow. Vom Puschkin-Platz zogen einige tausend Menschen mit Fahnen der Opposition zum etwa zwei Kilometer entfernten Turgenjew-Platz. Die Polizei drängte einen Teil der Demonstranten in eine Seitenstraße ab. Dort kam es zu zahlreichen Festnahmen.
    Am Turgenjew-Platz, wo die Behörden eine Oppositionskundgebung erlaubt hatten, versammelten sich etwa 1000 Demonstranten. Der frühere Regierungschef Michail Kasjanow forderte faire Parlaments- und Präsidentenwahlen. "Wir erreichen einen Kurswechsel mit Wahlen. Aber es müssen ehrliche und freie Wahlen sein und nicht nur deren Nachahmung", sagte Kasjanow. Kurze Zeit später drängte die Polizei die Zuhörer vom Platz und erklärte die Veranstaltung für beendet.


    Kritik aus Deutschland

    Der russische Oppositionspolitiker und ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow ist nach seiner Festnahme zu einem Gericht gebracht worden. "Ich werde mit einer Gruppe von Aktivisten und mit unserem Anwalt in einem Auto zum Gericht gefahren", sagte er dem britischen Fernsehsender Sky per Telefon.
    In Deutschland haben die Grünen die Festnahmen der Oppositionellen scharf kritisiert und deren Freilassung verlangt. Die Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck, die dem Auswärtigen Ausschuss angehört, erklärte in Berlin: "Einmal mehr zeigt der Kreml, was er unter 'souveräner Demokratie' versteht. Willkürliche Massenverhaftungen zeichnen alle Regime aus, die Angst vor demokratischen gesellschaftlichen Kräften haben."
    Offenbar stehe das System Putin vor den anstehenden Wahlen zur Duma im Herbst unter Druck, meinte Beck. "Wir fordern die russischen Behörden auf, die festgenommenen Personen sofort frei zu lassen."


    wal/dpa/AFP/AP
     

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