Was ist Reformer Pilates?
Reformer Pilates ist eine spezielle Form des Pilates. Die Ausführung erfolgt auf einem sogenannten Reformer – einem Schlitten auf Schienen. Anders als bei klassischem Pilates ist der Reformer mit Seilzügen, Griffen und Schlaufen ausgestattet. Am Ende des Schlittens befinden sich Federn, die den Widerstand bestimmen. Dieser Widerstand kann individuell angepasst werden; mal leicht, mal stark. Die Übungen können im Sitzen, Liegen oder Stehen durchgeführt werden. Der Fokus dieser Methode liegt vor allem auf der Rumpfmuskulatur. Dazu zählen Bauch, Beckenboden und Rücken. Ursprünglich entwickelte Joseph Pilates diese Methode vor rund 100 Jahren, um Patienten nach dem Ersten Weltkrieg zu helfen. Lange Zeit verschwunden, wurde der Reformer ab den 2000er Jahren von U.S.-Promis neu entdeckt und erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland großer Beliebtheit.
Macht das Training wirklich fitter?
Die Frage nach der Wirksamkeit stellt sich für viele. Studien zeigen deutlich, dass Reformer Pilates tatsächlich Rückenschmerzen lindern kann. Auch die Verbesserung der Haltung ist nachgewiesen. Die Förderung von Kraft, Koordination und Gleichgewicht sind weitere positive Aspekte des Trainings. Interessant ist, dass es auch den Stoffwechsel ankurbeln kann. Experten, darunter Gärtner von der TU München, betonen, dass insbesondere Anfänger profitieren können. Der Widerstand des Reformators ermöglicht es, die Übungen besser zu kontrollieren – was bei reinem Körpergewichts-Training nicht immer möglich ist. Zudem lässt sich sofort spüren, wie viel Energie in jede Übung investiert wird. Für alle Altersgruppen geeignet, raten Trainer zu einem Anfängerkurs. Bei komplexen Übungen kann jedoch die Verletzungsgefahr steigen. Menschen mit Gelenk- oder Hüftproblemen sollten vor Beginn einen Arzt konsultieren.
Warum sind die Kurse so teuer?
Die Preise für Reformer-Kurse sind recht hoch. Wer einen Platz buchen möchte, wird mit hohen Preisen konfrontiert. Normale Pilates-Kurse kosten meist etwa 20 Euro. Hier kommt Reformer Pilates ins Spiel – die Kurse können schnell 30 Euro pro Sitzung kosten. Wer über den Monat hinweg zweimal pro Woche trainiert, zahlt schnell um die 240 Euro. Die Geräte selbst sind kostspielig; viele Studios haben nur 10 bis 15 Stück. Diese geringe Teilnehmerzahl hebt die Kosten an. Dennoch haben Teilnehmer den Vorteil einer persönlichen Anleitung durch erfahrene Trainer.
Der Hype hört nicht auf
Das Ambiente in kleinen Gruppen und elegant eingerichteten Studios zieht viele Menschen an. Wer einen Platz ergattert, fühlt sich Teil einer exklusiven Gemeinschaft. Reformer Pilates wird zunehmend als Statussymbol betrachtet. Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe wird damit signalisiert. Daten von Urban Sports Club belegen diesen Aufschwung. Bundesweit gibt es einen Boom in dieser Sportart. In München stieg die Anzahl der Studios zwischen 2022 und 2025 um beeindruckende 750 Prozent. Urban Sports Club veröffentlicht keine absoluten Zahlen. Wer diesen Trend ausprobieren möchte, sollte sich beeilen – vorausgesetzt, er findet einen Platz.