Reporter Ohne Grenzen startet Online-Demo gegen Zensur

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von die_zarte, 11. März 2008 .

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  1. #1 11. März 2008
    Die Menschenrechtsorganisation Reporter Ohne Grenzen (ROG) Reporter ohne Grenzen: Startseite hat den morgigen Mittwoch, den 12. März, zum ersten "Internationalen Tag der freien Meinungsäußerung im Internet" erklärt. Im Rahmen einer unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehenden Protestaktion ruft die Organisation an diesem Tag zu einer Online-Demonstration gegen Internetzensur auf. Ab 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit können Interessierte auf Reporters Without Borders, der internationalen Seite von Reporter Ohne Grenzen, 24 Stunden lang für eine freie Meinungsäußerung im Internet demonstrieren. Nutzer können hierzu auf der Seite eine eigene virtuelle Figur erstellen und an einer von insgesamt neun Online-Demos teilnehmen. Diese finden in Ländern wie China und Kuba statt, wo die Meinungsfreiheit im Internet durch Zensur am stärksten eingeschränkt ist.

    "Wir wollen mit der aktuellen Aktion auf die massiven Einschränkungen der freien Meinungsäußerung im Internet hinweisen", erklärt Katrin Evers, Sprecherin von ROG Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Ziel sei es, möglichst viele Menschen zu einer Teilnahme an dem Protest zu bewegen. "Die Internetnutzer weltweit können so den Bürgern der betroffenen Länder ihre Solidarität zeigen", ergänzt Evers. Auf diese Art solle möglichst viel Druck auf die Regierungen ausgeübt werden, die eine freie Meinungsäußerung im Internet unterbinden. "Viele Menschen wissen gar nicht, dass in vielen Ländern der Zugang zum Internet streng reguliert wird", hält Evers fest. Darum gelte es, ein stärkeres Bewusstsein für diese Problematik in der Öffentlichkeit zu schaffen.

    Laut ROG sitzen derzeit 63 Internet-Dissidenten auf der ganzen Welt hinter Gittern. Besonders dramatisch ist die Situation in China (pressetext berichtete: China: Trotz Zensur zweitgrößte Internetnation der Welt ), das mit 49 Zensuropfern das "weltweit größte Gefängnis für Online-Journalisten und Blogger" ist. Aber auch die Entwicklungen in Ländern wie dem Iran, Kuba, Burma, Nordkorea und Vietnam bieten ROG zufolge Anlass zur Sorge. Um einen globalen Überblick über die Situation in den jeweiligen Ländern zu ermöglichen, wird die Organisation morgen, Mittwoch, die aktuelle Liste der "Feinde des Internets" veröffentlichen. "Man kann davon ausgehen, dass in der aktualisierten Liste eher neue Länder hinzugekommen als alte verschwunden sind", meint Evers vorausblickend.

    Bereits im Herbst 2006 rief ROG erstmals zu der Protestaktion "24 Stunden gegen Internetzensur" auf. Damals klickten rund 40.000 Internetnutzer auf eine interaktive Weltkarte und konnten so die "schwarzen Löcher des Internets" stopfen. "Die damalige Aktion war ein voller Erfolg", schildert Evers. Für die aktuelle Online-Demonstration gehe ROG aber von einer noch größeren Resonanz aus.

    quelle: pressetext.de
     

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