RIAA gibt zu: Klagen gegen Filesharer schaden mehr, als sie nützen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 24. Juli 2007 .

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  1. #1 24. Juli 2007
    Dennoch werden sie natürlich fortgesetzt - es wäre ja eine seltene Premiere, wenn die Industrie nach dem Erkennen eines Fehlers direkt zu lernen begänne. Seit Beginn der Klagen 2003 lädt inzwischen eine knappe Million mehr US-Haushalte illegal Musik aus dem Netz. Der Grund: unter anderem die Klagen, die Aufmerksamkeit und Schlagzeilen generieren.

    "Die Klagen neigen dazu, mehr Spannung und aufgeheizte Schlagzeilen zu erzeugen ... Die wichtigste Strategie gegen Piraterie ist aggressives Lizenzieren und gute legale Alternativen. Das tun unsere Mitglieder gerade und unser Job ist es, das zu unterstützen...", so RIAA-Sprecher Jonathan Lamy.

    Die Klagen will man dennoch nicht zurückfahren - denn schließlich könnte es ja auch eine Rolle spielen, dass seit 2003 mehr Breitbandzugänge zum Netz geschaltet wurden. Die Menge an schlechter Presse, die auf die Klagewelle folgte, wird weiter gepflegt ignoriert.

    Auch bei der anvisierten Zielgruppe - den kopierenden Musikfans - kann die seit vier Jahren laufende Klagewelle keine Veränderungen erzielen. Lange Zeit galt es als vordringliches Ziel, ein "Unrechtsbewusstsein" bei den Filesharern zu erzeugen, welche ihr Handeln nicht als kriminell betrachten würden. Auch hier verzeichnet die Kampagne ein grandioses Scheitern: dass der Tausch nicht legal sei, wäre inzwischen allgemein bekannt, moralisch würde er aber nicht als Problem gesehen. Gesetzeswidrig sei es ja auch, zu schnell zu fahren oder Marihuana zu rauchen, dennoch gäbe es zahlreiche Situationen, in denen diese Handlungen als moralisch vollkommen vertretbar betrachtet werden.

    Die RIAA fährt ungeachtet dessen ihre Strategie weiter, über 408 Briefe seien allein diese Woche wieder an Studierende verschickt worden, in denen ihnen "vergünstigte Vergleichszahlungen" angeboten werden, wollten sie eine möglicherweise teure Filesharingklage vermeiden. Feilschereien dieser Art werden kaum geeignet sein, den Betroffenen den Wert von digitaler Musik zu vermitteln.

    Das Problem dürfte indessen auch mit dadurch begründet sein, dass Organisationen wie die RIAA in der Zukunft des Business eine immer kleinere Rolle spielen werden. Insofern ist das Festhalten an bekannten - wenn auch nicht bewährten - Strategien verständlicher. Wenn auch nicht effektiver.


    quelle: gulli untergrund news
     

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