Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 6. Dezember 2006 .

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  1. #1 6. Dezember 2006
    Seit den jüngsten Amokläufen an Schulen ist er wieder vernehmbar: Der Ruf nach einer stärkeren Kontrolle des Internets. Denn dort kann man sich momentan noch fast alles besorgen, seien es Waffen oder Anleitungen zum Bombenbau. Während Internet-Experten mehr Filter im Netz fordern, werden Zweifel am Sinn neuer Kontrollen laut.

    Sebastian B., der Amokläufer von Emsdetten, hatte keine Schwierigkeiten, sich zu bewaffnen. Einen historischen Vorderlader bestellte er als Volljähriger völlig legal online, die Anleitungen zur Herstellung des nötigen Schießpulvers fand er bei einem Chemie-Portal, dazu benötigte er noch einen Wegweiser zum Gießen eines Projektils - alles Handlungen, die einzeln nach deutschen Gesetzen nicht strafbar sind. Alleine 208.000 Anleitungen zum Bombenbauen sind derzeit in Deutschland online abrufbar, schätzt der Hamburger Internet-Experte Bert Weingarten.

    "In Deutschland ist es viel zu einfach, über das Internet an Waffen und Anleitungen zum Bombenbau zu gelangen", sagt Weingarten. Im Gespräch mit tagesschau.de schildert er, dass auch genehmigungspflichtige Waffen wie Schreckschusspistolen oder Kleinkaliber problemlos über das Internet zu beziehen sind. Wer sich mit kriminellen Banden einlasse, vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum, könne zudem auch an Waffen gelangen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.

    Anleitungen zum Bombenbau sind legal

    Anders als beispielsweise in Italien oder Spanien ist es in Deutschland keineswegs verboten, eine Anleitung für den Bombenbau oder die Herstellung von Sprengstoff zu veröffentlichen. Strafbar wird dies erst, wenn zum Einsatz der Mittel für eine Straftat aufgerufen wird. Für Weingarten, der auch den Bund deutscher Kriminalbeamter zum Thema Internetsicherheit berät, ist das ein Skandal. "Im Internet kippt derzeit das Verhältnis von legalen zu kriminellen Inhalten", glaubt er.

    Der Waffenexperte Wolfgang Dicke von der Gewerkschaft der Polizei sieht das Problem nach der Tat von Emsdetten extrem aufgebauscht. "Wenn der Waffenkauf so einfach wäre, warum war Sebastian B. dann - zum Glück - so hundsmiserabel bewaffnet?" Für das Internet gälten die gleichen Kriterien für den Waffenkauf wie im Laden oder zwischen Privatpersonen. Zwar sei der illegale Kauf auch von schweren Waffen möglich, aber für einen Schüler nahezu unmöglich. "Man muss sich schon fragen: Wer bestellt hier was mit welchen finanziellen Mitteln?", so der Kriminalbeamte.

    Rufe nach kompletter Internet-Filterung

    Doch Weingartens Firma Panamp vertreibt Sicherheitssoftware und spezielle Internet-Filter, und seit Jahren macht sich der Unternehmer bei Politik und Medien für den Einsatz dieser Technik stark. "Wir haben als privatwirtschaftliches Unternehmen mehr Möglichkeiten zur Überwachung als die staatlichen Behörden", sagt er. Seine Firma beobachte die gefährlichsten Server, die Polizei indes dürfe dies gar nicht, "denn sie darf nicht verdachtsunabhängig recherchieren".

    Er fordert deshalb den gewerblichen Einsatz von Internet-Filtern. Deutsche Fahnder hätten erst durch ihn davon erfahren, dass ein als extrem gefährlich eingestufter Server mit islamistischen Inhalten nach seiner Verbannung aus Deutschland wieder online gegangen sei - erneut bei einem deutschen Provider. Die hiesigen Behörden hätten selbst nach zwei Wochen noch nicht gemerkt, dass das Angebot, das Übersetzungen zur Unterstützung islamistischer Kämpfer anbot, aus Hürth bei Köln stamme. "Staatliche Stellen sind nicht in der Lage, die gefährlichsten Server und Systeme zu beobachten", so Weingartens Fazit.

    Warnung vor Zensur

    Er wünscht sich den Einsatz seiner Filter aller Server und Knotenpunkte im Web, die den Strom von Internet-Daten nach Deutschland hinein kontrollieren. Kinderpornografie, die Leugnung des Holocaust, Gewaltverherrlichung oder eben Bombenbauanleitungen - dies alles könne herausgefiltert und unzugänglich gemacht werden. In jeder Schule mit Internet-Zugang könne man momentan an kriminelle Inhalte gelangen, so Weingartens Klage. "Die derzeitige Anarchie im Internet ist in Ordnung für Menschen, die eine Medienerziehung genossen haben und damit umgehen können. Wir müssen aber medienunerfahrene Personen schützen", sagt er, und gesteht ein Problem ein: "Internet-Filterung kann durch entsprechende Administration zur Zensur werden."

    Quelle: tagesschau.de
     

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  3. #2 7. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    Meiner meinung nach sollte man versuchen aufmerksamer in foren zu sein, da es wirklich sehr leicht ist an anleitungen zu kommen!
     
  4. #3 7. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    Rein Theorätisch ist es doch aber nicht verboten ..also die Anleitung an sich, es ist ne andere Sache wenn man sagt "Baut das mal das ist lustig".
    Man kann das Internet einfach nicht "Zensieren" irgendwie gibt es immer einen weg an Informationen rann zu kommen bzw.untereinander zu kommunizieren.
    Und wenn man jedem der im Internet sagt:"Ich bringe alle um" oder so etwas Überprüft sind wir (Deutschland) bald total Bankrott.
     
  5. #4 8. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    Hab mal geguckt wie schnell ich denn so ne Anleitung finden kann, hat mich keine 10 Sekunden gebraucht und schon hatte ich eine sehr übersichtliche Anleitung für denn Bau einer Rohrbombe, mit allen benötigten Materialien aufgelistet und Empfehlungen, wo man die denn herbekommt.
    Ob das Internet nen Filter brauch..?
    Ich würd mal sagen das is ne utopische Vorstellung die sich eh nich durchführen lässt. Ein Filter is vielleicht ne ganz nette Idee, aber ob das nich zu zur krasser Zensur wird, na ja, wer weiss...

    Mfg Psych0
     
  6. #5 8. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    krasse zensur?
    guck mal was dürfen den die armen leute in china, wenn es um das internet geht?
    (wer mit nem chin. proxy mal unterwegs war weiß das vieleicht)

    aber egal...
    deutsche (jugendliche) werden/sind immer gewaltätiger
    kein wunder das da mal gerne bombenrezepte ins internet gestellt werden
    schon alleine, wenn die seite xyz.de für die werbung einiges kassiert

    irgendwas sollte man schon machen
    nur was ist die frage
     
  7. #6 9. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    das Internet ist International
    und sollte ein freies Rohr für seine Meinung sein

    Filter sind in meinen Augen ein absolutes No Go Area
     
  8. #7 9. Dezember 2006
    AW: Ruf nach mehr Filtern im Web - Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

    wie kannst du die rechte in einem kommunistischen land mit denen in einer demokratie vergleichen?

    also ich bitte euch das ist doch der anfang vom ende sowas....

    irgendwie fühle ich mich langsam stark an 1984 von orwell erinnert...

    ich weiß nicht aber dass wofür die Menschheit jahrtausende lang gekämpft hat wird in letzter zeit aufgrund von falschem aktionismus, unwissenheit, und geltungswahn u.ä. mit füßen getreten und das ganze nur weil irgendwer mal irgendwas gemacht hat und dass nun als norm angesehen wird...

    das fing mit dem 11. September an und steigert sich irgendwie in letzter zeit zunehm in allen bereichen des lebens... ich weiß nicht aber so langsam bekomme ich echt angst dass die schlimmsten scifi überwachungsszenarios doch wahr werden könnten...
     

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