Schärfere Maßnahmen gegen Telefonwerbung stoßen auf Kritik

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von BamSteve, 13. September 2007 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 13. September 2007
    DDV kritisiert geplante Bußgelder für Kaltanrufe

    Die Bundesregierung will stärker gegen unerlaubten Telefonwerbung vorgehen, stößt mit ihren Plänen beim Deutscher Direktmarketing Verband (DDV) aber auf Kritik. Stein des Anstoßes sind die geplanten Bußgeld bei Verstößen gegen das bestehende Verbot von sogenannten "Kaltanrufen" (Cold Calls), werbende Telefonanrufe ohne vorherige Geschäftsbeziehung.

    Nach Ansicht von Bundesministerin Brigitte Zypries hat sich unerwünschte Telefonwerbung "zu einem flächendeckenden Problem entwickelt". Nach Umfragen würden sich 86 Prozent der Bevölkerung durch unlautere Werbeanrufe belästigt fühlen, 64 Prozent der Befragten seien in den letzten Monaten ohne Einwilligung von einem Unternehmen angerufen. "Dem Angerufenen bleibt der Ärger über die Belästigung, und immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen über vermeintlich am Telefon abgeschlossene Verträge", so Zypries.

    Sie will es Verbrauchern erleichtern, sich von Verträgen die am Telefon geschlossen wurden zu lösen: Wer sich über das Verbot von Kaltanrufen hinweg setzt soll künftig mit empfindlichen Bußgeldern rechnen müssen. Zudem soll es künftig verboten werden bei Werbeanrufen die eigene Rufnummer zu unterdrücken. Bei Verstößen sollen auch hier Bußgelder drohen.

    Gegen die Übermittlung der Rufnummer hat der DDV nichts einzuwenden, wohl aber gegen die geplanten Bußgelder: "Wir haben kein Gesetzesdefizit, sondern ein Vollzugsdefizit. Das bestehende Ordnungsgeldverfahren reicht in seiner Härte vollkommen aus, Telefonspam zu beenden. Wir fordern bereits seit langem, den Rahmen von bis zu 250.000 Euro auszuschöpfen", sagt Patrick Tapp, Vizepräsidentfür Public Affairs und Verbraucherdialog im DDV.

    Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne deren Einwilligung ist schon nach geltendem Recht ausdrücklich verboten. Sie stellt eine unzumutbare Belästigung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb dar (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Wer diesem Verbot zuwider handelt, kann unter anderem von Mitbewerbern oder von Organisationen wie zum Beispiel den Verbraucherschutzverbänden auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Außerdem besteht ein Anspruch auf Schadensersatz, wenn der Anrufer fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat. Bei vorsätzlichem Handeln sieht das UWG einen Anspruch auf Gewinnabschöpfung vor.

    Unseriöse Firmen setzen sich aber zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder über dieses Verbot hinweg und die Durchsetzung des geltenden Rechts stößt in der Praxis auf Schwierigkeiten. Daher sollen künftig Verträge über die Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten sowie über Wett- und Lotteriedienstleistungen künftig wie andere Verträge, die Verbraucher im Wege des sogenannten Fernabsatzes über das Telefon geschlossen haben, widerrufen werden können. Es soll dabei nicht darauf ankommen, ob der Werbeanruf unerlaubt war. Die Widerrufsfrist soll abhängig von den Umständen des Einzelfalles zwei Wochen oder einen Monat betragen und erst dann beginnen, wenn der Verbraucher eine Belehrung über sein Widerrufsrecht in Textform erhalten hat.

    Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung in § 7 Abs. 2 UWG will die Justizministerin künftig mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro ahnden. Außerdem soll im Gesetz klar gestellt werden, dass ein Werbeanruf nur zulässig ist, wenn der Angerufene dem Anrufer gegenüber vorher ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen. So wird verhindert, dass sich Anrufer auf Zustimmungserklärungen berufen, die der Verbraucher in einem anderen Zusammenhang oder nachträglich erteilt hat.

    Hinweise zum Thema Werbeanrufe hat das Bundesministeriums der Justiz unter bmj.bund.de/cold-calling zusammengefasst. (ji)


    Quelle: Schärfere Maßnahmen gegen Telefonwerbung stoßen auf Kritik - Golem.de
     

  2. Anzeige
    Dealz: stark reduzierte Angebote finden.
  3. #2 13. September 2007
    AW: Schärfere Maßnahmen gegen Telefonwerbung stoßen auf Kritik

    find das vollkommen richtig, wurde auch schon mehre male mit dem rotz belästigt. aber das wird ja sowieso noch eine ewigkeit dauern ehe man überhaupt davon sprechen kann schließlich hammses ja nich immer so unbedingt mit der gesetzgebung...^^

    mfg
     
  4. #3 14. September 2007
    AW: Schärfere Maßnahmen gegen Telefonwerbung stoßen auf Kritik

    Nun ja.. also mir ist es eig egal. Wenn mich so eine Hotline anruft, dann beende ich das Gespräch recht fix.

    Wenn einer nervt leg ich einfach auf. Erst nach ein paar mal reg ich mich auf ... aber das ist dann ja keine Werbung sondern eine Belästigung.
     
  5. #4 14. September 2007
    AW: Schärfere Maßnahmen gegen Telefonwerbung stoßen auf Kritik

    Ich finde, dass sowas sowieso eine Frechheit ist... aber ich schnauz zum Glück net die Leute voll... die rufen schließlich nicht freiwillig an, sondern weil se vom Arbeitsgeber meist gedroht bekommen, dass sie rausfliegen, wenn sie nich so und soviel "Kunden anwerben" oder sowas.

    Echt traurig sowas. Und anklagen kannste das eh nicht, weil die alle mit unterdrückter anrufen (müssen).
     

  6. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...
Similar Threads - Schärfere Maßnahmen gegen
  1. Antworten:
    7
    Aufrufe:
    881
  2. Antworten:
    21
    Aufrufe:
    1.778
  3. Antworten:
    0
    Aufrufe:
    254
  4. Antworten:
    7
    Aufrufe:
    508
  5. Antworten:
    27
    Aufrufe:
    463
  • Annonce

  • Annonce