[Schreibwettbewerb] Was wäre wenn ...

Dieses Thema im Forum "Schule, Studium, Ausbildung" wurde erstellt von Phax, 6. Mai 2007 .

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  1. #1 6. Mai 2007
    Was wäre wenn...?


    Wer kennt diesen Spruch nicht, wer hat ihn - nicht - schon einmal in den Mund genommen, um sich dann frei seiner Vorstellungskraft alles Mögliche auszumalen: der eine wünscht sich einen Lotto-Gewinn, wenn er doch endlich einen Schein abgeben würde, der andere (endlich) mal eine Frau, wenn er sich just in diesem Moment dazu durchringen könnte, sie anzusprechen.

    So dachte auch Thomas (Anmerkung des Autors: frei erfundene Person), nur dass er jäh aus seinem Traum gerissen wurde, als seine Lehrerin sagte:

    "Zu hause überlegt ihr euch bitte, wie die Zukunft aussehen würde, wenn Hitler 1914 in Belgien gefallen wäre."

    Lange Zeit saß Thomas über seinem leeren Blatt, überlegte hin und her, doch ein richtig klarer Gedanke wollte ihm nicht in den Sinn kommen. Über die Geschichte wusste er einfach zu wenig. Langsam aber sicher resignierte er, bis seine Mutter sagte: "‘Bin mal eben bei Opa & Oma, ein paar Eier für den Kuchen holen."

    Da kam ihm die Idee, seinen Opa, welcher als Soldat während des NS-Regimes gedient hatte, zu fragen, wie er sich seine Zukunft hätte vorstellen können, wenn Hitler nicht an die Macht gekommen wäre.

    Gesagt getan. „Bewaffnet“ mit Stift und Block ging er nun zu seinem Opa, um mit ihm über die Geschichte zu erzählen.

    Zu seiner Freude erklärte sich sein Opa bereit, ihm zu helfen, nachdem er erfahren hatte, was sich Thomas zu Hause überlegen sollte.

    "Nun mein Junge, wie du sicherlich weißt, war Hitler der größte Verbrecher der Menschheitsgeschichte. Er war verantwortlich für den Tod von Millionen von - unschuldigen – Menschen; er hat großes Leid über diese Welt gebracht und war dann doch letzten Endes so feige, sich selber das Leben zu nehmen."

    "Ja, Opa, davon habe ich schon gehört. Wirklich menschenverachtend, was sich dort zu dieser Zeit abgespielt hat. Nur frage ich mich, wie es solch einer geschafft hat, die Macht an sich zu reißen."

    "Mein Junge, diese Frage ist eine der interessantesten, die es gibt. Nur möchte ich dich nicht mit Einzelheiten aufhalten; nur soviel sei gesagt: das Volk (der Deutschen) war durch den Versailler Vertrag gekränkt, es sah nicht ein, dass die Hauptschuld des ersten Weltkrieges auf ihren Schultern liegen sollte. So kam ein Mann (Hitler), der die Interessen des Volkes vertrat, der den Menschen eine bessere Zukunft versprach, und so weiter und so fort."

    "Hmmm... da fehlen mir die Worte. Ich kann es nicht verstehen, wie man sich damals so hat blenden lassen. Aber nun erzähle mir doch bitte, wie es gewesen wäre, wenn Hitler nicht die Macht ergriffen hätte. Natürlich ist es jetzt subjektiv, aber unsere Lehrerin hat ja nicht genauer gesagt, ob es rein objektiv oder auch subjektiv zu bearbeiten ist."

    "Nun, du musst wissen, dass ich in der Zeit geboren wurde, in der Hitler bereits die Macht ergriffen hatte. Ich wuchs in gesitteten Verhältnissen auf, meine Eltern waren Mitglieder "der Partei", für uns gab es Jugendorganisationen und vieles mehr. Die Menschen waren zufrieden. Später dann lernte ich deine Oma kennen, verliebten uns und schworen, nie auseinander zu gehen.

    Dies hielt soweit, bis ich zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Wir wurden getrennt. Eine lange Zeit. Eine traurige Zeit. In diesen Zeitabschnitten habe ich viel Grauen gesehen. All das hätte mir erspart bleiben können. Hätte ..." (Tränen bilden sich in seinen Augen. Thomas merkt, wie das Thema seinen Opa immer noch sehr mitnimmt, obwohl schon soviele Jahre vergangen sind. Viele sagen, die Zeit heilt alle Wunden. Solche Wunden werden niemals verheilen, so weiß Thomas, wenn er seinen Opa über diese schlimme Zeit sprechen hört.)

    "Ich kann dir nicht sagen, ob wir friedlicher gelebt hätten, wenn Hitler nicht die Macht ergriffen hätte. Zu jener Zeit gab es immer noch gewaltige politische Spannungen, sodass es schwer ist, darüber etwas zu sagen.
    Wären die Menschen damals etwas aufgeschlossener gewesen, hätte man vielleicht die Jahre des Terrors verhindern können. Hätten wir aus den Fehlern des Kaiserreiches gelernt, wäre es erst gar nicht soweit gekommen. Millionen von Menschen wären jetzt noch am Leben gewesen, Kinder, Mütter, Väter ... daher sagen auch viele Menschen, dass es nie mehr zu solch einem Szenario kommen darf! Nehmt es euch zu Herzen und hört darauf! Ihr wisst, was geschehen ist, begeht den gleichen Fehler nicht erneut.

    Ich hoffe Junge, dass ich dir ein bisschen darüber erzählen konnte. Vielleicht kannst du dir auf Grundlage meiner Ausführungen jetzt ein wenig mehr denken, wie es gewesen wäre, wenn Hitler damals nicht die Macht ergriffen hätte."

    "Danke Opa, du hast mir sehr geholfen. Ich denke, dass ich mir jetzt – endlich - ein paar eigene Gedanken zu diesem Thema machen kann."

    Thomas bleibt noch ein Weilchen, plaudert noch etwas über dieses und jenes, drückt danach seinen Opa ganz feste und ging zurück nach Hause.

    Noch lange machte er sich über diese Unterhaltung Gedanken, seine Recherchen im Internet kreierten langsam aber sicher ein Bild von jener Zeit: Niemals darf es wieder passieren, dass ein Mann ein ganzes Volk so führt, dass Millionen von Menschen seiner Ideologie zum Opfer fallen.
    Nicht alles muss rekapituliert werden und so ausgewalzt werden, dass alles wieder hochkommt. Wir müssen uns nicht für das verantworten, was in der Vergangenheit geschehen ist.


    Man darf nicht vergessen. Niemals.



    Hier mein Beitrag zum Schreibwettbewerb.
     

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  3. #2 6. Mai 2007
    AW: [Schreibwettbewerb] Was wäre wenn ...

    So ich habe mir den Text sorgsam durchgelesen,und muss dir leider sagen das er mir nicht sonderlich gefällt.
    Er geht an der Realität vorbei..so würde ein Opa der tatsächlich im Krieg war nie darüber sprechen,aber der Schreibstil an sich gefällt mir...
     
  4. #3 7. Mai 2007
    AW: [Schreibwettbewerb] Was wäre wenn ...

    Deshalb auch Fiktion :) Ich habe absichtlich eine etwas "verzerrte" Sicht auf seine Erzählung gewählt, weil ich sonst Seitenweise hätte beschreiben können, wie es sich verhalten hätte.

    Um eben dies zu vermeiden, musste ich wohl auf etwaige sprachliche Finessen verzichten ;)
    Aber dennoch danke für dein - kurzes - Statement.
     

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