Sinkewitz unterstellt Gerolsteiner Doping

Dieses Thema im Forum "Sport und Fitness" wurde erstellt von Darkstar., 24. November 2007 .

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  1. #1 24. November 2007
    Sinkewitz unterstellt Gerolsteiner Doping


    München - Patrik Sinkewitz hat weitere Details über das Doping-System im Profiradsport enthüllt und dabei Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer der Mitwisserschaft bezichtigt.


    n einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" griff der Doping-Kronzeuge die Glaubwürdigkeit Holczers schwer an.
    "Ich persönlich glaube ihm kein Wort", sagte Sinkewitz über den Schwaben, der in der Öffentlichkeit einen rigiden Antidoping-Kurs verficht.
    "Man braucht doch nur die Geschichte des Teams (Gerolsteiner, d. Red.) nachrecherchieren. Ein Rebellin wurde beim Dopen offenbar sogar gefilmt - und davon weiß er nichts? Und es gibt keine fingierten Atteste bei Gerolsteiner?"

    Sieg beim Ardennen-Triple


    Der Italiener Davide Rebellin ist einer der erfolgreichsten Radprofis im Gerolsteiner-Team.
    Im Jahr 2004 fuhr er den bisher größten Triumph für den deutschen Rennstall ein, als er das sogenannte "Ardennen-Triple" gewann.
    Er siegte bei den aufeinanderfolgenden, schweren Frühjahrsklassikern Lüttich-Bastogne-Lüttich, Amstel-Gold-Race und Fleche Wallone.


    Video vom EPO-Doping


    Später wurde die Verwicklung Rebellins in den Dopingskandal beim Giro d'Italia 2001 bekannt. Seinerzeit wurden Dopingmittel im Auto seiner Schwiegereltern gefunden.
    Später tauchte ein Video auf, das Rebellin beim EPO-Doping zeigt.
    Der Italiener wurde freigesprochen, da Videobeweise in Italien vor Gericht nicht zugelassen sind. Seit 2002 fährt Rebellin für den Gerolsteiner-Rennstall.


    Holczer will reagieren


    Dieser Vorfall ist der Hintergrund der Sinkewitz-Attacke.
    Der Radprofi weiter: "Er muss einen Rebellin ja nicht rausschmeißen - aber es kann doch keiner glauben, dass er in den letzten sechs, sieben Jahren nichts wusste."Holczer kündigte im Gespräch mit Sport1.de eine Reaktion seinerseits an. Ob es sich um juristische Schritt handeln werde, ließ der Schwabe offen.
    "Ich bin nicht erbost. Aber das wird geklärt werden", kündigte Holczer an: "Allerdings nicht in der Öffentlichkeit."


    "Er stellt lediglich Fragen"


    Dass er dabei nicht die besten Karten hat, ist dem ehemaligen Mathematik-Lehrer bewusst: "Sinkewitz beschuldigt in juristischen Sinn weder mich noch das Team Gerolsteiner. Er stellt lediglich Fragen."
    "Ich sehe da eine Kampagne, Gerolsteiner ins Thema Doping mit hineinzuziehen", sagte Holczer gegenüber Sport1.de weiter: "Sie können sich sicher sein, dass ich um Klärung bemüht bin."


    Bekannte Vorwürfe



    Wer Auslöser dieser vermeintlichen Kampagne ist, wollte der Teamchef des Rennstalls, der zum Jahresende 2008 seinen Hauptsponsor verlieren wird, nicht sagen: "Dazu möchte ich mich nicht äußern."
    Die Vorwürfe gegen seinen Fahrer Rebellin bezeichnete Holczer als bekannt. "Es ist nichts Neues, dass Rebellin ein Verfahren in Italien hatte. Das ist sieben Jahre her."


    Schumachers Befund


    m Vorfeld der Rad-WM in Stuttgart im September hatten die auffälligen Blutwerte des Nürtinger Radprofis und späteren WM-Dritten Stefan Schumacher für Aufregung gesorgt.
    Schumacher ist ebenfalls bei Gerolsteiner unter Vertrag und hatte seinen auffälligen Befund, der erst zwei Tage vor dem Rennen bekannt geworden war, mit einer heftigen Durchfallerkrankung begründet.
    Experten wie der Nürnberger Pharmakologe zweifelten dies öffentlich an und vermuteten mögliches Eigenblut-Doping.


    Attacke gegen Weibel


    Sinkewitz, der während der diesjährigen Tour de France des Testosteron-Dopings überführt worden war und daraufhin von seinem Arbeitgeber T-Mobile entlassen worden war, griff in dem "SZ"-Interview auch den ehemaligen Amateur-Bundestrainer Peter Weibel an.
    Dieser habe bereits bei der Amateur-WM im Jahr 2000 in Plouay davon gewusst, dass sich Sinkewitz mit EPO dopte und dies unterstützt.Er habe es "nicht direkt empfohlen", sagte Sinkewitz: "Aber er hat nicht abgeraten. Er hat sogar gesagt, wenn in Plouay alles gut läuft bei dir, gibt es nicht viele, die schneller fahren."


    Werte im Grenzbereich


    Der Hesse weiter: "Weibel hat mir immer wieder in seinem Hotelzimmer den Hämatokritwert gemessen. Die Werte waren im Grenzbereich."
    Als die Werte vor dem Zeitfahren erneut erhöht waren, habe Weibel die Abreise befohlen. Offiziell wurde behauptet, Sinkewitz habe sich erkältet.


    Schenks Version


    Der Radprofi aus Fulda stützte damit erstmals die Version der ehemaligen BDR-Präsidentin Franziska Schenk
    Die hatte behauptet, erhöhte Blutwerte seien der eigentliche Hintergrund von Sinkewitz' überstürzter Abreise vor sieben Jahren gewesen.
    Wegen dieses und eines verlorenen Rechtsstreits in einem anderen Fall war Schenk 2004 von ihrem Amt zurückgetreten.
    Marc Ellerich


    Quelle: SPORT1 | Fußball | Champions League | Bundesliga | Formel 1 | US-Sport | Basketball | Handball
     

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