Sonnencreme reagiert mit Chlor zu giftigen Substanzen

Artikel von Jonas Hubertus am 2. Juli 2017 um 21:37 Uhr im Forum Gesundheit & Körperpflege - Kategorie: Wissenschaft

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Sonnencreme reagiert mit Chlor zu giftigen Substanzen

2. Juli 2017   Jonas Hubertus   Kategorie: Wissenschaft
Bisher wurde Sonnencreme in Verbindung mit Chlor in Badewasser nicht ausreichend untersucht, neue Analysen von Forschern der Lomonosov Moscow State University zeigen bedenkliche Ergebnisse. Teile der Sonnencreme (Avobenzon) reagieren mit Chlor zu giftigen Stoffen. Auch andere Kosmetik-Produkte können solche Reaktionen auslösen. Wer Schwimmbäder besucht sollte möglichst kurz ins Wasser gehen wenn er schon Lichtschutz aufgetragen hat, oder besser erst nachher eincremen.

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Einige Elemente der Sonnencreme reagieren mit Chlor zu toxischen Stoffen
Was wird eigentlich aus den Bestandteilen der Sonnecreme, wenn sie in Kontakt mit chloriertem Wasser gelangen? Chlor stellt immerhin eine hoch reaktive Substanz dar, und genau das qualifiziert es als Hygienemittel für Schwimmbadwasser. Forscher der Lomonosov Moscow State University ließ diese Frage, mit der sich bislang noch niemand so recht beschäftigt hat, keine Ruhe, sie führten eine entsprechende Untersuchung durch. Die bedenklichen Ergebnisse veröffentlichten sie in der Zeitschrift Chemosphere: Einige Elemente der Sonnencreme reagieren mit Chlor tatsächlich zu toxischen Stoffen, die zu Leber- und Nierenproblemen sowie zu Nervenstörungen führen können.

Kosmetika reagieren mit Chlor und Brom
Besonders der in Sonnencreme reichlich vorhandenen Stoff Avobenzon geriet in den Fokus der kritischen Forscher, es zersetzt sich in chloriertem Wasser zu toxischen Bestandteilen. Avobenzon ist seit 1988 Bestandteil zahlreicher Creme-Produkte vor allem im Sonnenschutz, weil es ultraviolettes Licht absorbiert und dieses in Wärmeenergie umwandelt. Millionen von Menschen bringen die Substanz bei Sonnenschein auf ihre Haut auf, glücklicherweise gehen die wenigsten damit in Schwimmbäder baden. Dr. Albert Lebedev als Autor der besagten Studie macht darauf aufmerksam, dass sich generell harmlose Kosmetika in Kontakt mit Chlor oder Brom schnell in schädliche Substanzen verwandeln können. Bekannt ist, dass Acetylbenzol und Phenole vor allem in Verbindung mit Chlor sehr giftige Reaktionsprodukte entstehen.


Die Gesundheit von Millionen Menschen besser schützen
Die Wissenschaftler suchen nun nach einer geeigneten Alternative, die das Avobenzon sinnvoll ersetzen könnte. Doch darauf soll sich ihre Arbeit in Zukunft nicht beschränken: Sie halten es für wichtig, dass noch mehr Inhaltsstoffe von Kosmetika genauer auf ihr Reaktionsverhalten hin untersucht werden, denn die Reaktionsprodukte könnten sehr viel gefährlicher sein als sie selbst. Dann müssten dringend Verbote oder Benutzungseinschränkungen erfolgen, um die Gesundheit von vielen Millionen Menschen besser zu schützen.

Quelle: https://phys.org/news/2017-06-sunscreen-creams-dangerous-chemical-compounds.html
 

Kommentare

#2 3. Juli 2017
Das ist dummerweise gar nicht mal so neu. Neu ist, dass es dabei um das Zusammenwirken von Chlor und Sonnenschutzmitteln geht.
Gewarnt wird aber schon seit einigen Jahren vor (Tri-)Chloraminen, die bei der Verbindung von Chlor und Harnstoff entstehen.
Chlor im Badewasser: Gift im Becken

Ja, jeder Mensch verliert unbewusst kleine Mengen "Pipi", wenn er schwimmen geht. (Hat mir mal ein Bademeister erzählt.) Und nein, nicht nur daher kommt der Harnstoff, er wird zu einem größeren Teil über die Haut ausgeschieden.
 
raid-rush gefällt das.
#3 3. Juli 2017
So entsteht der typische "Chlor" Geruch, denn eigentlich riecht es nicht, erst wenn es schon reagiert hat. Also je mehr es gechlort riecht desto schlechter ist das Badewasser. Gute Schwimmbecken haben daher einen starken Filter der das Wasser reinigt und dabei wenig Chlor benötigt, so dass auch die Reaktion mit Sonnencreme oder Harnstoff geringer ausfällt.