Sony BMGs neuer Kopierschutz läßt iPod-User in der Röhre schauen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 5. August 2005 .

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  1. #1 5. August 2005
    Musikindustrie: Hey, sie verkaufen sich doch prima!

    Je nach der Stimmung, die man erzeugen will, kann man CD-Verkaufszahlen ja drehen, wie es einem beliebt. Die mit dem neuen Sterile-Burning Kopierschutz ausgestatteten Alben der Foo Fighters und der Dave Matthews Band würden sich hervorragend verkaufen, vermeldet die Musikindustrie. Klagen wegen der fehlenden Abspiel- und Kopiermöglichkeiten seien selten: so spricht die EMI beispielsweise von eben 0,02% der Kunden, die sich wegen kopiergeschützter CDs beschweren. Es ist natürlich erfreulich, wenngleich völlig ungewohnt, wenn die Musikindustrie plötzlich von zufriedenen Kunden und hohen Absatzzahlen spricht, allein, zumindest mit der wachsenden Schar der iPod - Nutzer könnte man es sich in absehbarer Zeit verscherzen. Auf den Mac-Player bekommt man die Tracks der neuen CDs nur unter sehr erschwerten Bedingungen.

    Sterile Burning erlaubt das Erstellen von drei Kopien der CD, das Rippen ist nur in Microsofts DRM-versehenes WMA-Format möglich. Dieses ist jedoch nicht kompatibel zum iPod, der wiederum mp3 und mit Apples DRM-System FairPlay geschützte Dateien abspielen kann. 30 Millionen potentiellen Kunden nimmt Sony BMG damit die Möglichkeit, die gekaufte Musik ohne viel Umstände auf ihrem portablen Player anzuhören. Ungefähr ein Drittel der Amazon-Rezensionen zum Album klagen über die fehlende Kopiermöglichkeit. Indessen: Sony BMG hat das Album immerhin auch bei iTunes veröffentlicht: einfach nochmal kaufen wäre dann ja eine Möglichkeit der Wahl für die Fans, die bisweilen dazu neigen, Alben auch physikalisch in der Tasche bzw. im Regal haben zu wollen.

    Von beiden Seiten scheint jedoch eine Annäherung nicht sehr wahrscheinlich. Sony BMG unterbrach ja immerhin das einhellige Gejammer über die Absatzzahlen von Musik-CDs, nur um seinen neuen Kopierschutz zu promoten. Apple indessen lehnte jegliche Verhandlungen zur Lizenzierung der Fairplay-Technologie ab: "Wir haben keinerlei Pläne angekündigt, Fairplay zu lizenzieren", so Applesprecherin Natalie Kerris. Offenbar gehen beide Seiten davon aus, dass man es sich mit einem Teil der jeweiligen Kundschaft problemlos verscherzen kann - Apple mit den Käufern geschützter CDs, die Musikindustrie mit den iPod - Nutzern.

    Sony gibt indessen immerhin auf Nachfrage bereitwillig darüber Auskunft, wie der Kopierschutz ihrer CDs geknackt werden kann. Abgesehen davon, dass diese Strategie an Schizophrenie kaum noch zu überbieten ist: sind solche Anleitungen in Deutschland noch erlaubt? Verboten ist ja schließlich inzwischen einiges...


    quelle: gulli untergrund news
     

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