Späterer Schultag-Beginn wirkt positiv auf Schüler

Artikel von Carla Columna am 16. Dezember 2018 um 17:31 Uhr im Forum Schule, Studium, Ausbildung - Kategorie: Wissenschaft

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Späterer Schultag-Beginn wirkt positiv auf Schüler

16. Dezember 2018     Kategorie: Wissenschaft
Aus wissenschaftlicher Sicht, ist der frühe Schulbeginn gegen 08:00 Uhr Morgens schlecht für die Gesundheit von Jugendlichen, denn das widerspricht dem natürlichen Schlafrhythmus. Die Politik schläft bekanntlich gerne länger, und hat sich bisher noch nicht zu einer Veränderungen durchringen können. Dagegen zeigt sich in Seattle (USA) ein deutlicher Erfolg. An allen 18 öffentlichen Highschools und den meisten Middleschools wurde der Schulbeginn von 07:50 Uhr auf 08:45 Uhr Morgens verschoben. Das war nicht ganz einfach, da natürlich alle Öffentlichen Verkehrsmittel ebenfalls neu getaktet werden müssen, aber auch das Nachmittagsangebot und Freizeitangebot musste sich anpassen. Dennoch lohnt sich die Umstellung, Forscher konnten nachgewiesen: ein späterer Schulbeginn führt tatsächlich zu einem entscheidend längerem Schlaf bei Schülern und dementsprechend waren sie wacher und aufnahmefähiger im Unterricht.

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Der Wecker klingelt in der Regel deutlich zu früh
Untersucht wurde dies mithilfe von Fitnessarmbändern, die die Jugendlichen vor und nach der Reform des Schulbeginns trugen. Das Ergebnis: Im Median wurden aus durchschnittlich sechs Stunden und fünfzig Minuten Schlaf pro Nacht immerhin sieben Stunden und 24 Minuten. Konkret konnten die Forscher beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler in etwa zur gleichen Zeit ins Bett gingen wie vor der Umstellung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Einschlafzeit von Jugendlichen biologisch bestimmt wird. Oder anders ausgedrückt: Sie schlafen ein, weil sie müde sind. Die Aufstehzeit wiederum ist sozial bedingt. Die Schüler wachen also nicht auf, weil sie ausgeschlafen haben, sondern weil der Wecker klingelt. Durch die spätere Anfangszeit in der Schule, kann dies nun etwas später erfolgen.


Die innere Uhr von Jugendlichen tickt anders
Die Ergebnisse zeigen aber auch: Wirklich optimal ist die Situation auch in Seattle noch nicht. Denn Forscher empfehlen für Jugendliche eigentlich zwischen acht und zehn Stunden Schlaf pro Nacht. Von diesem Wert sind die Schüler auch nach der besonderen Zeitumstellung noch deutlich entfernt. Zumindest handelt es sich aber um einen Schritt in die richtige Richtung. Die Ergebnisse zeigen zudem einmal mehr, dass die innere Uhr bei Jugendlichen deutlich anders tickt als bei Kindern oder Erwachsenen. Anstatt dagegen anzukämpfen, empfehlen viele Wissenschaftler bereits seit längerem, die Bedingungen schlicht daran anzupassen. Sprich: Später mit dem Unterricht zu beginnen und diesen dafür länger in den Nachmittag ziehen.

Schlaf ist wichtig für die Gehirnfunktion
Gerade die finale Traumphase am sehr frühem Morgen mit einigen kurzen Tiefschlafphasen scheint sehr wichtig für den Start in den Tag. Wer aus dem Schlaf gerissen wird, brauch erst mal eine Weile bis das Gehirn richtig "da" ist. Natürlich ist das sehr individuell, und verändert sich auch mit dem Alter. Doch gerade bei Jugendlichen scheint hier der mehr Schlaf entscheidend zu sein, womöglich hat das auch etwas mit der Pubertät und dem damit einhergehenden Umbau im Gehirn zu tun.
 

Kommentare

#2 11. Januar 2019
Für mich war während meiner Schulzeit das frühe aufstehen müssen auch eine Qual. Ich bekomme das zwar hin, aber wirklich leistungsfähig ist mein Gehirn vor 10 Uhr nicht wirklich. Während meiner Schulzeit habe ich häufiger nachmittags ein Schläfchen gemacht, weil ich nach der Schule so müde war. Früh ins Bett zu gehen ist mir dennoch nur selten gelungen, ich werde erst spät müde und eben auch leider erst später wach.

Der Biorhythmus von Menschen ist aber wirklich ganz verschieden, eine Freundin von mir ist eine absolute Frühaufsteherin aus Leidenschaft. Vielleicht wäre es am besten, wenn verschiedene Schulen einen unterschiedlichen Schulbeginn hätten? Dann könnten sich Schüler ihre Schule auch passend zum eigenen Biorhythmus aussuchen?
 
#3 11. Januar 2019
Das Schulsystem ist eh veraltet und nicht optimal. Unterricht könnte man theoretisch immer machen wie die Schüler wollen. Auch von Zuhause. Effektiver wäre ohnehin ein intelligentes Lernspiel das einen den Stoff vermittelt und individuelle Vorlieben erkennt und diese zur Motivation nutzt. Es spielt ja auch keine Rolle ob ein Kind exakt in dem Halbjahr genau das kann, was zählt ist, dass nach der gesamten Schullaufzeit eine Bildung erreicht ist die Nachhaltig ist. So rennt das Kind 10 Jahre oder länger in die Schule lernt Berge an Müll auswendig den es jetzt nicht versteht oder die Zusammenhänge nicht bekannt sind und vergisst es. Logik und Ratio muss man üben und das prägt sich nur ein wenn es Erfolgserlebnisse gibt. Vor allem Allgemeinbildung über die Welt und deren Zusammenhänge ist sehr wichtig. Nicht Geschichte pauken deren Relevanz bzw Verknüpfung nicht gegeben ist. Wissen ist dann sinnvoll wenn ich Zusammenhänge herstellen kann. Daher macht es Sinn Physik Mathe Geschichte zusammenhängend zu Lehren und auch Bildhaft. Funktion von historischen Erfindungen, diese Zerlegen, Berechnen und die Wirkung und Relevanz bzw Auswirkung auf Heute "studieren". Das würde den Schülern auch viel mehr taugen. Unsere Lehrmethoden sind absolut veraltet.
So ist es halt für den Le(e/h)rkörper viel einfacher das abzuhaken und er muss selbst nicht so viel Allgemeinwissen/Bildung mitbringen. Gerade die unteren Klassen sind eher Kindergarten. Gut das dafür jemand ewig Studiert, damit er hinterher bis drei zählen kann, aber eigentlich weniger Sozialkompetenz mitbringen muss, als ein Kindergärtner.

Ich könnte mir vorstellen das man die Schulpflicht lockert. Die Kinder müssen aber gelehrt werden, daher wäre es Sinnvoll das schon zu prüfen. Sprich wer sein Kind zuhause Unterrichte oder an einer Digitalen Schule teilnehmen lässt, oder sonst wo ist flexibel. Jedes Jahr gibt es dann eine zwischen Prüfung die nicht relevant ist sondern nur einen Anhaltspunkt gibt. Dort sollten sehr Allgemein die Bildung abgefragt werden. Wie in der Legislaturperiode sollte dann nach 4 Jahren eine Umfassendere Prüfung stattfinden in der die geistigen Fähigkeiten geprüft werden. Und zwar sinnvolle und professionelle Tests, nicht vom Lehrer irgend welche Inhalte die er die Schüler vorher auswendig Pauken lässt. Wichtig ist das die Kinder ihr Wissen anwenden können und es verstanden haben.