Starkes Schwitzen und wie es sich vermeiden lässt

Artikel von Tommy Weber am 31. August 2021 um 09:14 Uhr im Forum Gesundheit & Körperpflege - Kategorie: Wissenschaft

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Starkes Schwitzen und wie es sich vermeiden lässt

31. August 2021     Kategorie: Wissenschaft
Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers, aber sehr starkes Schwitzen ist einfach nur unangenehm. Wer möchte schon seinem Gegenüber die Hand geben, die triefnass ist? Starkes Schwitzen kann auf verborgene Krankheiten hindeuten und hat nicht selten einen genetischen Ursprung. Schwitzen kann sich in ganz unterschiedlichen Formen äußern und somit kommen auch verschiedene Ursachen infrage. Für diejenigen, die stark schwitzen, kommt es immer auf die richtige Diagnose und die Möglichkeiten der Behandlung an, damit sie ihre Lebensqualität wieder deutlich verbessern können.

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Manchmal kann es bereits helfen, den Stress zu reduzieren oder die Ernährung umzustellen, damit das starke, unangenehme Schwitzen ein Ende nimmt.

Warum schwitzen Menschen eigentlich?
Schwitzen hat im Grunde nur eine Funktion: Es soll den Organismus vor Überhitzung bewahren. Wer sich viel körperlich bewegt, wer gerne in der Sonne liegt oder in die Sauna geht, schwitzt automatisch. Der Körper versucht, die Hitze wieder auszugleichen, indem der Schweiß den Körper abkühlt. Diesen Vorgang nennen die Mediziner thermoregulatorisches Schwitzen.

Bei Aufregung oder bei Nervosität kann es ebenfalls zu Schweißausbrüchen kommen. In diesem Fall ist von emotionalem Schwitzen die Rede. Selbst nach einem scharf gewürzten Essen oder nach dem Genuss von zu viel Alkohol wird die Wärmeproduktion des Körpers aktiv und es kommt zu Schweißausbrüchen, überwiegend im Gesicht. Hierbei handelt es sich dann um gustatorisches Schwitzen. Kommt es jedoch ohne einen ersichtlichen Grund zu einem starken Schweißausbruch, dann ist von einer Hyperhidrose die Rede.

Was genau ist eine Hyperhidrose?
Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einer Hyperhidrose um eine ständige Schweißproduktion. Der Körper ist ständig damit beschäftigt, immer wieder neuen Schweiß zu produzieren, was sich vor allem durch starkes Schwitzen am Kopf äußert. Die Schweißausbrüche können so starke Formen annehmen, dass die Betroffenen sich mehrfach am Tag umziehen müssen. In der Nacht führt die übermäßige Produktion von Schweiß dazu, dass neben der Nachtwäsche sogar die Bettwäsche gewechselt werden muss.

Die Medizin unterscheidet dieses starke Schwitzen in die primäre und die sekundäre Hyperhidrose. Bei der primären Form handelt es sich um die schon beschriebene übermäßige Schweißproduktion des Körpers, bei der sekundären Form hingegen ist eine Erkrankung die Ursache.

Die primäre Hyperhidrose
Diese spezielle Form der starken Schweißbildung beginnt bei den meisten Betroffenen schon in der Pubertät. Allgemein wird die primäre Form des Schwitzens durch den seelischen Stress in dieser Zeit des Umbruchs ausgelöst und kann nicht kontrolliert werden. Bei dieser Form handelt es sich um eine Fehlfunktion des Körpers, bei der die Schweißmenge nicht zur Wärmeregulierung passt. Die primäre Variante tritt sehr häufig als sogenannte fokale Hyperhidrose auf. Genauer gesagt: Bei den Betroffenen bricht der Schweiß immer wieder an bestimmten Stellen des Körpers vermehrt aus, etwa an den Händen, den Achselhöhlen oder am Kopf.

Die sekundäre Hyperhidrose
Die sekundäre Hyperhidrose ist zwar keine eigenständige Krankheit, wird jedoch durch andere Krankheiten oder durch besondere Umstände ausgelöst, wie etwa eine Grippe. Möglich sind dazu noch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder eine Störung im Hormonhaushalt. Menschen, die unter einer Schilddrüsenerkrankung leiden, sind sehr häufig von dieser Form der Hyperhidrose betroffen. Das Gleiche gilt für Frauen, die ein Kind erwarten oder in den Wechseljahren sind.

Ein Tumor ebenso wie neurologische Krankheiten können eine sekundäre Hyperhidrose auslösen. Kennzeichnend für diese Form sind starker Nachtschweiß und Schweißausbrüche, die den ganzen Körper betreffen. Kommen zu den Schweißausbrüchen noch Rötungen, ein Gefühl der Hitze oder eine Intensivierung der Sinnesreize, dann handelt es sich entweder um die sogenannte Schwitzkrankheit oder um Fieber. Wird das Schwitzen beispielsweise an den Füßen von einem unangenehmen Geruch begleitet, ist es eine sogenannte Bromhidrose.

Was löst den unangenehmen Nachtschweiß aus?
Viele Menschen liegen in der Nacht buchstäblich in ihrem eigenen Schweiß. Schuld daran kann eine luftundurchlässige Bettwäsche sein, ebenso wie eine zu hohe Lufttemperatur. Wer vor dem Zubettgehen noch reichlich Alkohol oder starken Kaffee getrunken hat, sollte sich über den vermehrten Nachtschweiß nicht wundern. Wenn eine starke nächtliche Schweißproduktion dafür sorgt, dass Nachtwäsche und Bettwäsche gewechselt werden müssen, führt dies schnell zu Schlafmangel, zu einer daraus resultierenden Konzentrationsschwäche, zu Erschöpfungszuständen und großer Müdigkeit am Tag.

Kommen zu den nächtlichen Schweißattacken noch Fieber und Gewichtsverlust, können bestimmte Medikamente oder eine Krankheit als Auslöser infrage kommen. In diesem Fall sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Was tun bei plötzlichen Schweißausbrüchen?
Plötzliche Schweißausbrüche können sehr störend und unangenehm sein, je nachdem, um welche Situation es sich gerade handelt. Eine mögliche Ursache ist Nervosität, etwa bei einem Vorstellungsgespräch oder einer Verabredung. Ein starker Temperaturwechsel kann genauso einen spontanen Schweißausbruch auslösen und wenn der Hormonhaushalt des Körpers sich umstellt, bricht den Betroffenen der Schweiß schnell aus allen Poren. Dazu kommen noch der Flucht- oder der Kampfreflex sowie die Angst, die ebenfalls für einen Schweißausbruch sorgen kann.

Helfen kann man bei diesen spontanen Schweißausbrüchen wenig. Die Betroffenen können im Grunde nichts anderes tun, als zu warten, bis der Ausbruch wieder vorbei ist.

Wie gefährlich ist kalter Schweiß?
Diaphorese wird der kalte Schweiß medizinisch genannt. Im Unterschied zu den anderen Arten von Schweißausbrüchen ist für den kalten Schweiß weder der Einfluss der Temperatur noch eine körperliche Anstrengung verantwortlich. Angst löst kalten Schweiß aus, aber auch Schmerzen, ein plötzlicher Schock, Atemnot oder eine Unterzuckerung sorgen dafür. Kalter Schweiß bedeutet einen Schockzustand, beispielsweise bei einem Herzinfarkt oder einer starken allergischen Reaktion. In diesen Fällen muss sofort der Notarzt gerufen werden. Blasse Haut, Schwindel und ein Gefühl von Schwäche sind die Begleiterscheinungen bei kaltem Schweiß und damit ernste Warnsignale des Körpers.

Was hilft bei starkem Schwitzen?
Wer schnell stark schwitzt und ein natürliches Mittel sucht, was hier hilft, sollte jeden Tag Salbeitee trinken, denn das Heilkraut zieht die Schweißdrüsen zusammen. Luftige Kleidung aus Baumwolle oder aus Leinen ist ebenfalls eine gute Wahl, um nicht mehr so schnell ins Schwitzen zu kommen. Des Weiteren können spezielle Deodorants eine große Hilfe sein, um nicht so stark zu schwitzen. Helfen natürliche Mittel nicht mehr weiter, dann sind sogenannte Anticholinergika die beste Wahl. Die bei Hyperhidrose eingesetzten Wirkstoffe “Methantheliniumbromid” und “Bornaprinhydrochlorid” unterdrücken das Schwitzen nicht, sie beeinflussen nur die Nervenreize und die Drüsen. Da es hierbei mögliche Nebenwirkungen gibt, ist es wichtig, sich vom Arzt beraten zu lassen.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / fizkes
 

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