Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

Artikel von alexO am 3. Februar 2021 um 10:18 Uhr im Forum Allgemeines & Sonstiges

Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

3. Februar 2021    
Werdende Eltern stehen vor der Frage, welche Windeln und Windelsysteme für Sie und ihr Kind am besten passen. Die Auswahl ist groß und die Entscheidung nicht einfach, ist die Nachhaltigkeit bei Stoffwindeln wirklich so gut? Hier ein paar Informationen, die das Ganze erleichtern sollen.
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Stoffwindeln – die ökologische Variante
Wer auf eine nachhaltige Lebensweise setzt, der ist mit der Verwendung von Stoffwindeln bestens beraten. Dadurch lässt sich eine Menge an Müll vermeiden, denn: Durchschnittlich benötigt ein Kind 5.000 Wegwerfwindeln – im Gegensatz dazu stehen Stoffwindeln, die vor allem an das eigene Waschintervall angepasst sind:

  • 3 – 4 Überhosen
  • 20 – 24 Windeln
  • 10 – 15 Zusatzeinlagen
  • Windevlies oder waschbare Fleecy Liner

Die Kosten sind hier also durchaus überschaubar. Die Menge der Windeln orientiert sich darüber hinaus nicht nur an der Häufigkeit des Wäschewaschens, sondern auch daran, ob ein Trockner vorhanden ist und ob das Kleinkind viel oder wenig pinkelt. Letztendlich wird es aber mit dem Einsatz von Trockner und dem häufigen Waschen zu kleiner Mengen nicht mehr Ökologisch oder Nachhaltig.

Praktisch bei Stoffwindeln: Sie lassen sich einfach waschen und sind immer wieder verwendbar, beispielsweise auch für nachkommende Geschwister. Je nach Windelsystem besteht die Stoffwindel aus mehreren Komponenten, die zusätzlich mit einem Windelvlies versehen werden, das ideal zur hygienischen Entsorgung des Stuhlgangs geeignet ist und die Saugwindel ergänzt. Mit der Überhose ist dieses System komplett und sorgt für sichere Trockenheit tagsüber und nachts. Eine einfachere Variante stellen die „All-in-One“-Systeme dar, bei denen Überhose und Saugeinlage der nachhaltigen Windeln fest miteinander vernäht sind. Sie sind meistens Onesize und lassen sich mit Hilfe von Druckknöpfen oder Klettverschlüssen individuell in der Größe anpassen.

Ökologische Wegwerfwindeln
Wem das Wickeln mit Stoffwindeln zu kompliziert ist, aber dennoch auf Nachhaltigkeit setzt, der kann sich für ökologische Wegwerfwindeln entscheiden. Der Vorteil dieser Windeln: sie sind aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Je nach Sorte (beispielsweise Wiona oder Moltex ) können diese sogar im Komposthaufen oder der Biotonne entsorgt werden (hier gibt der örtliche Entsorger weitere Infos). Neben dieser Eigenschaft wird bei der Herstellung ebenfalls auf eine umweltschonende Produktion geachtet.

Öko-Wegwerfwindeln eignen sich – die Stoffwindeln auch – ideal für Babys mit sensibler Haut, da sie weder gebleicht werden noch Duftstoffe oder gar Latex enthalten. Damit kommen Sie auch für Babys in Frage, die an Neurodermitis leiden. Das Tragegefühl ist besonders weich und schmeichelt dem weichen Babypopo.

Klassische Wegwerfwindeln
Neben den nachhaltigen Windelvarianten gibt es auch die klassischen Wegwerfwindeln. Sie sind einfach zu wickeln und werden unkompliziert und hygienisch in der Restmülltonne entsorgt. Sie sind besonders praktisch für unterwegs, da sie sich einfach und schnell wechseln lassen. Wie die beiden vorherigen Varianten halten die Wegwerfwindeln das Baby trocken und bieten optimale Bewegungsfreiheit zum Spielen, Krabbeln und Toben. Vorteil der Wegwerfwindeln: sie sind dünn und nehmen die Flüssigkeit ideal und schnell auf – so bleiben Sie unter der Kleidung fast unsichtbar.

Allerdings vertragen viele Kleinkinder und Babys die spezielle Oberfläche der Wegwerfwindeln nicht und werden schnell wund im Windelbereich. Ein weiteres Thema ist die Trockenheit. Durch die schnellen Saugeingenschaften der Wegwerfwindel wird Flüssigkeit schnell absorbiert und Kinder können so Probleme beim „Pipigefühl“ entwickeln – sie erinnern sich dann nicht mehr daran, ob sie mussten oder nicht. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Kinder später trocken werden als beispielsweise beim Wickeln mit Stoffwindeln.

Stoffwindeln oder Wegwerfwindel: persönliche Präferenzen entscheiden
Welches Windelsystem letztendlich zum Einsatz kommt, bleibt den Eltern überlassen. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, der sollte auf Stoffwindeln zurückgreifen. Wer allerdings auf Bequemlichkeit setzt, entscheidet sich für die klassische Wegwerfwindel. Als praktische Alternative lohnen sich ökologische Wegwerfwindeln, die immerhin einen kleinen Unterschied in Hinsicht auf die Müllmenge machen.
 

Kommentare

#3 3. Februar 2021
Die Baumwollwindeln saugen doch fast nichts auf, da musst ja ständig wechseln... wenn das Kind in der Nacht ordentlich rein macht läuft alles aus. Das macht man beim ersten Kind noch, aber dann wird man da keine Nerven mehr haben - also muss die Windel eine Nacht durchhalten. Die Angaben von Gewicht und Alter sind auch nur ein grober Richtfaden... besser gleich eine Nummer größer die hält mehr und reduziert auch den Nacknschiss.

Hab es bei mir auch mal mit Windeln probiert, aber dann herausgefunden, dass Inkompetenz und Inkontinenz was anderes ist