Stratolaunch: Das größte Flugzeug der Welt

Artikel von Jonas Hubertus am 1. Juni 2017 um 22:25 Uhr im Forum User News - Kategorie: Technik

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Stratolaunch: Das größte Flugzeug der Welt

1. Juni 2017     Kategorie: Technik
Das Unternehmen Stratolaunch aus den USA hat nach über vier Jahren Bauzeit das größte Flugzeug der Welt, für das erste Ausrollen auf den Hangar fertig. Mit mehr als 100 Meter Spannweite ist das Flugzeug groß genug, um Raketen zum Start in die Stratosphäre zu transportieren, wo diese dann mit weniger Treibstoff die Erdatmosphäre verlassen können.

Das riesen Flugzeug bringt gut 226 Tonnen auf die Wage und kann Lasten mit bis zu 250 Tonnen Gewicht befördern. Die Spannweite übertrifft die Planung und beträgt stattliche 117 Meter, damit übertrifft der Stratolaunch die berühmte Spruce Goose von Howard Hughes, die es auf 97,5 Meter Spannweite brachte. Der Schub aus sechs Boeing-747-Triebwerken ist nötig um das Ungetüm zum abheben zu bringen.

stratolaunch-flugzeug.jpg

Konstruiert wurde der Flieger in einem 9.500 Quadratmeter großem Hangar in der Wüste Nevadas. Mit seinen 2x14 Rädern am Fahrwerk konnte der Stratolaunch nun erstmals ins Tageslicht rollen. Der erste Flug ist 2019 geplant, bis dahin muss das Team noch mehrere Triebwerk-Tests durchführen.

Die Startmethode von einem sich in der Luft befindlichen Flugzeug ist wesentlich günstiger als ein Raketenstart vom Boden. Daher entwickeln mehre Unternehmen die so genannten Luft-zu-Orbit-Launcher. Auch Stratolaunch Systems begann vor 7 Jahren und wurde von Microsofts Mitgründer Paul G. Allen ins leben gerufen.

stratolaunch-funktion.jpg stratolaunch-fliegt-mit-raketen.jpg
Weitere Bilder zeigen die Funktion und Animation der fertigen Version.
Seit Anfang des Jahres ist auch Virgin Galactic mit der Gründung der Tochterfirma Virgin Orbit in das Rennen eingestiegen. Sie setzen dabei auf kleinere Modelle, um Raketen 10.500 Meter in die Luft zu bringen.

Stratolaunch dagegen möchte mit dem eigenen Flieger neue Maßstäbe setzen. Der erster Kunde ist auch schon bereit, Orbital ATK möchte den Flieger als Startbasis für seine Rakete nutzen.

Video vom Rollout:

 

Kommentare

#3 3. Juni 2017
Wenn ich das richtig verstanden habe, spart das ganze sogar sehr viele Ressourcen. Weil die Einweg-Raketen für den Start eingespart werden und nur der "obere Raketenteil" benötigt wird.

Zudem gibt es von dem Flieger keine Massenproduktion... denn erst da ist es Umweltzerstörung und Ressourcenverschwendung.
 
#4 3. Juni 2017
Denke ich auch, dieses Flugzeug kann und wird ja mehrfach Verwendung finden.
Die Einsparung der Einwegraketen zum Start ist auf Dauer gesehen größer und nicht zu Vernachlässigen sind auch die Treibgase/ Emissionen, welche beim Start freigesetzt werden und bei dieser Variante auf ein Minimum reduziert werden.
 
#5 20. Juni 2017
Das Ding hat 6 Turbinen wo ist es Resourcenschonend? - Die Turbinen sind weit größer als reguläre Flieger. -> wären MINDESTENS 3 Flieger zur gleichen Zeit, aus meiner Sicht Umwelt und Resourcenverschwendung hoch 3. :(
 
#6 20. Juni 2017
Die großen Jumbos haben 4 solche Triebwerke und davon fliegen ca 10.000 durch die Luft... das der Flugverkehr Umweltverschmutzend ist steht wohl außer frage ^^

Der Flieger spart halt viel Treibstoff ein, weil wenn eine Rakete auf konventionelle weise startet, dann braucht die mehrere tausend Tonnen an Brennstoff und das fällt so weg, der Verbrauch von dem Flugzeug ist deutlich weniger und damit ist es auch günstiger.

Zudem entsteht so weniger Müll weil das große Startmodul der Rakete nicht nötig ist.

Selbst wenn das Flugzeug 10 oder 12 solcher Turbinen hätte wäre es noch effizienter als die konventionellen Starts.

Wenn man bedenkt das täglich 250.000 Flüge stattfinden, und die Prognosen eine Verdoppelung in den nächsten 20 Jahren vorhersagen... dann fällt ein so ein Stratolauncher kaum ins Gewicht.

Wenn alles gut läuft sind aber all diese Prognosen eh falsch. Das Wachstum was vermutet wird ist unrealistisch angesichts der dadurch entstehenden Umweltprobleme und auch weiteren Konflikte um Ressourcen.