Studie: Vertrauen in Internet-Sicherheit schwindet

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 19. August 2005 .

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  1. #1 19. August 2005
    Künast fordert einheitliches Digital-Gütesiegel
    Das Vertrauen der Internet-Nutzer in die Sicherheit im Netz schwindet. Selbst jene Verbraucher, die häufig online einkaufen, haben Bedenken wegen Datenmissbrauchs, wie eine am Freitag auf dem Kongress "Internet: Wohin surft der Verbraucherschutz?" in Berlin veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Initiative D21 ergab.

    Das Partnerschaftsprojekt von Politik und Wirtschaft will mit der Zertifizierung verschiedener Online-Gütesiegel verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) forderte ein einheitliches "Digitalsiegel".

    Grundsätzliches Vertrauen

    Laut der repräsentativen Befragung von 1000 Internet-Nutzern haben bereits 96 Prozent von ihnen online eingekauft, davon drei Viertel häufiger als zehn Mal. 60 Prozent aller Befragten gaben an, grundsätzlich in E-Commerce zu vertrauen. Dennoch fürchten 58 Prozent von ihnen Datenmissbrauch. In der Gruppe, die Einkaufstouren im Internet ohnehin skeptisch sieht, haben sogar neun von zehn Befragten Angst vor Datenmissbrauch. Das Misstrauen in den Online-Handel ist mittlerweile so stark, dass ein Viertel aller Nutzer nicht mehr im Internet einkaufen will.

    "Das Internet ist ein zwiespältiges Medium. Selbst die, die es benutzen, sind häufig misstrauisch", kommentierte D-21-Experte Roland Appel das Ergebnis. Abhilfe erwarten die Kunden von Online-Gütesiegeln. Für 76 Prozent der Verbraucher sind diese laut Umfrage wichtig bis sehr wichtig. 98 Prozent befürworten die unabhängige Kontrolle der Gütesiegelanbieter.

    Qualitätskatalog für Anbieter

    Die Initiative D21 sieht sich von den Ergebnissen der Studie bestätigt. Das Netzwerk von Parteien, Unternehmen und Vereinen, das den Wandel Deutschlands zur Informationsgesellschaft voranbringen will, hatte vor fünf Jahren einen Ausschuss ins Leben gerufen, der eine Art Qualitätskatalog für Anbieter von Digital-Gütesiegeln anbietet. Derzeit haben sich fünf von ihnen - Trusted Shops, S@fer Shopping, Eurohandelinstitut "Geprüfter Online-Shop", WebTrust und internetprivacy standards - der freiwilligen Selbstkontrolle unterworfen.
    Wichtigster Grund für das wachsende Misstrauen in das Medium Internet sei das Gefühl, nicht sicher zu sein, sagte Künast laut Redetext auf dem Kongress. Als wirksamstes Gegenmittel nannte sie ein einheitliches Gütesiegel für den gesamten Internetbereich. In der Wirtschaft wird dies jedoch höchstens als Fernziel betrachtet. "Die aktuell vorhandenen Siegel sind viel zu unterschiedlich, als das man sie zusammenfassen könnte", sagte Appel, der auch Gütesiegel-Ausschuss angehört.

    "Brauchen gesetzlichen Rahmen"

    Verbraucherschützer sehen Politik und Wirtschaft gleichermaßen in der Pflicht: "Wir brauchen einen gesetzlichen Rahmen, durch den Verbraucher sicher im Internet agieren können", erklärte der Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsfragen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), Patrick von Braunmühl. So müsse die Versendung von unerwünschten Müll-Mails (Spam) als Straftat bestraft werden. Anbieter müssen sich aus Sicht der Verbraucherschützer dem Grundsatz der "Datensparsamkeit" verpflichten. Daten ihrer Kunden dürften sie nur nach deren ausdrücklicher Zustimmung für Marketingzwecke einsetzen.


    quelle: ZDFheute.de
     

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