Studie: Youtube reduziert Nutzung von Piraterie-Seiten

Artikel von Jonas Hubertus am 14. Mai 2017 um 13:08 Uhr im Forum Szene News

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Studie: Youtube reduziert Nutzung von Piraterie-Seiten

14. Mai 2017   Jonas Hubertus  
In den letzten Monaten hat die Musikindustrie YouTube stark kritisiert, unter andrem behaupten sie, dass es legale Verkäufe behindere. Ein neuer Forschungsbericht, der von der Video-Streaming-Plattform in Auftrag gegeben wurde, belegt genau das Gegenteil. Die Studie zeigt, dass YouTube die Menschen von Piraten-Seiten fernhält, während es keine Hinweise auf eine signifikante Kannibalisierung gibt.

Die Musikindustrie hat in den letzten zehn Jahren einige dramatische Veränderungen erlebt.
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Mit dem Aufstieg der digitalen Vernetzung hat sich der Musik Konsum zur allgegenwärtigen Gewohnheit entwickelt, gefolgt von immer mehr Flatrates für Streaming-Dienste, die dieser Nachfrage entgegenkommen.

Ein weiterer populärer Weg den viele Menschen nutzen, ist gratis Musik über YouTube zu hören. Die Video-Streaming-Plattform bietet freien Zugang zu Millionen von Songs, die oft von Künstlern oder Labels selbst hochgeladen werden.

Dennoch bekommt YouTube wenig Lob von den großen Labels. Stattdessen charakterisieren Musik-Insider die Videoplattform oft als DMCA-geschützter Piraterie-Racker, der juristische Schlupflöcher ausnutzt, um von der harten Arbeit der Künstler zu profitieren.

YouTube generiert ordentliche Gewinne zu minimalen Kosten und hält Menschen davon ab legale Plattformen zu nutzen, so das Argument der Copyrightindustrie. Tatsächlich steigen die Gewinne der Musikindustrie seit Jahre stärker. Dennoch scheint dies nicht genug zu sein.

In einem Versuch, diese Wahrnehmung der Industrie zu ändern, hat YouTube eine Studie bei dem Forschungs-Team von RBB Economics beauftragt, um zu sehen, wie der Service die Musikindustrie beeinflusst. Die ersten Ergebnisse, die heute veröffentlicht werden, sind ein positiv.

Die Studie untersuchte exklusive YouTube-Daten mit zusätzlichen Umfragen bei 1500 Nutzern in ganz Deutschland, Frankreich, Italien und der U.K. Dort fragten sie nach ihren Konsumgewohnheiten. Insbesondere wurden sie gefragt, ob YouTube sie von bezahlten Musikdiensten fernhält.


Laut YouTube, zeichnen die Daten ein anderes Bild, was dem der Musikindustrie widerspricht.

Wenn YouTube über Nacht verschwunden wäre, würde etwa die Hälfte der Zeit, die man dort mit Musik hören verbracht hat, "verloren" sein. Außerdem würde ein bedeutender Teil der YouTube-Nutzer stattdessen auf Piraten-Websites und Dienste wechseln.

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wenn YouTube nicht mehr in der Lage war, passende Musik anzubieten, die Nutzer ihre Zeit für die suche nach Raubkopien genutzt haben. Die Zahl der Warez Downloads würde so um +29% ansteigen. Dies steht im Einklang mit YouTube als Ersatz für Raubkopien ", schreibt RBB Economics.

Darüber hinaus fanden die Forscher auch heraus, dass das Blockieren von Musik auf YouTube nicht zu einer Zunahme des Streams auf anderen legalen Plattformen wie Spotify führt.

Während YouTube es nicht hervorhebt, stellt der Bericht auch fest, dass einige Leute auf "höherwertige" (z.B. bezahlte) Dienste umstellen würden, wenn YouTube nicht verfügbar ist. Das sind allerdings nur rund 15% aller Befragten.

Die Zahl der Nutzer die nach gratis Alternativen suchen egal ob legal oder illegal wäre also deutlich höher als die zusätzlich neuen Bezahlkunden. Zudem zahlt Youtube auch Geld (~ 1 Milliarde USD pro Jahr) an die Urheber wenn die Musik gratis gehört wird, was hier ebenfalls einkalkuliert werden müsste.

Studie als PDF: https://torrentfreak.com/images/Value-of-YouTube-to-the-music-industry-Paper-I-Cannibalization.pdf
 

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