Südkorea will Roboter für jeden Haushalt einführen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Melcos, 30. Oktober 2006 .

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  1. #1 30. Oktober 2006
    Südkorea will Roboter für jeden Haushalt einführen

    Südkorea versucht, bei der "digitalen Revolution" ganz vorne zu bleiben. Man baut Zukunftsstädte wie New Songdo City, in denen "ubiquitous computing" vorangetrieben wird und RFID-Anwendungen sowie Computersysteme in allen Gebäuden und Straßen Informationen austauschen. Ziel des Ganzen ist es, neue Anwendungen durchzusetzen und zu entwickeln. Südkorea gilt zudem als Land, das im Hinblick auf Internet-Breitbandverbindungen ganz vorne steht.

    Gefördert wird besonders die Robotik. Humanoide Roboter stehen hoch im Kurs, aber man will auch möglichst schnell in alle Haushalte Roboter bringen. Kürzlich startete das Kommunikations- und Informationsministerium (MIC) ein Projekt, 1.000 Roboter, die sich auf Rädern bewegen, in Privatwohnungen zu installieren. Über Breitbandverbindungen können die Programme der fünf Robotertypen täglich aktualisiert werden. Damit soll die Nation vorbereitet und die Tauglichkeit der Roboter getestet werden, bevor die mit dem Internet verbundenen Haushaltsroboter Anfang des nächsten Jahres für 1.000 Dollar auf den Markt kommen. Südkorea will zur führenden Roboternation werden, bis 2020 soll in jedem Haushalt mindestens ein Roboter sein.

    Die jetzt verbreiteten Roboter, die über Sprache, mit einer Fernbedienung oder per Touchscreen gesteuert werden können, sind für unterschiedliche Aufgaben einsetzbar. Sie können "Kindern Bücher vorlesen, Lebensmittel bestellen oder sich mit dem Netz verbinden", sagt Oh Sang-rok vom MIC. Überdies hätten sie den Vorteil, "dass ihre Anwendungen täglich verbessert werden, da sie mit dem Internet verbunden sind".

    Man ist auch bemüht, die Kinder möglichst bald mit den digitalen Technologien vertraut zu machen. Wer von klein auf vor dem Computer sitzt oder ins Internet geht, wird den "digitalen Eingeborenen" (digital natives) zugerechnet. "Manche Babys scheinen die Computermaus und das Handy früher in die Hand zu nehmen als einen Löffel oder Essstäbchen", meint Park Jung-hyun vom LG Economic Research Institute. "Das sind wirklich digitale Eingeborene, eine Generation, die sich völlig von ihren Eltern oder Großeltern oder den 'analogen Eingeborenen' unterscheidet." Nach einer Umfrage der Regierung benutzen die Drei- bis Fünfjährigen bereits mindestens einmal im Monat das Internet. Im Allgemeinen lernen sie das Internet mit 3,2 Jahren kennen.

    Für Park denken, handeln und reagieren "digitale Eingeborene" anders, weil ihre Kindheit zum großen Teil vom Umgang mit Techniken geprägt werde. Und das verleihe Südkorea auch einen Standortvorteil: "Ihr Lebenstil, der von den neuesten Techniken geprägt wird, kann für diese Nation eine gewaltiger Vorteil sein. Sie werden zu Menschen heranwachsen, die zu Entwicklern futuristischer Techniken oder zu Konsumenten werden, die helfen, dass die damit verbundenen Märkte Fuß fassen." Wirtschaftsvertreter weisen Südkorea eine weltweit führende Rolle bei den "digitalen Eingeborenen" zu; dadurch werde das Land zu einem für das Ausland interessanten Experimentierfeld, weil man hier einen Blick in die Zukunft werfen könne. "Korea wird zu einer Kristallkugel, die zeigt, was geschieht, wenn die digitalen Eingeborenen die analogen ersetzen", meint etwa Kim Kyung-mo vom Finanzkonzern Mirae Asset.

    Quelle: heise.de
     

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