Tibetische Exilregierung warnt vor «Massaker»

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Fedja, 17. März 2008 .

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  1. #1 17. März 2008
    Tibetische Exilregierung warnt vor «Massaker»

    Peking/Neu Delhi/Berlin (dpa) - Die tibetische Exilregierung hat nach den blutigen Unruhen der Vortage vor einem «Massaker» der chinesischen Sicherheitskräfte in Tibet gewarnt. Die Situation sei «sehr ernst».
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    17. März 2008 17:34 Uhr

    Das erklärte die Exilregierung am Montag wenige Stunden vor dem Ablauf eines Ultimatums an Teilnehmer der anti-chinesischen Demonstrationen, sich der Polizei zu stellen. Ausländer wurden angewiesen, Tibet zu verlassen. Bei Razzien in Lhasa wurden am Montag einige hundert Tibeter festgenommen. China wies unterdessen Forderungen nach einer internationalen Untersuchung der Vorgänge in Tibet zurück.

    Die EU forderte chinesische Behörden und Demonstranten gleichermaßen zu einem Gewaltverzicht auf. Einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking lehnten die Bundesregierung wie auch andere Staaten ab. Man solle den Sport nicht politisieren, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Ein Boykott würde sich allein gegen die Sportler richten, aber an der Lage der Tibeter nichts ändern, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

    Die Lage in Lhasa beschrieben Bewohner der tibetischen Hauptstadt am Montag als ruhig. Die Präsenz der Sicherheitskräfte in den Straßen sei massiv. Bewohner und exiltibetische Organisationen berichteten, dass die Polizei seit Sonntag Razzien vornehme. Tibets Regierungschef Qiangba Puncog berichtete von 13 getöteten unbeteiligten Bürgern. Wie viele Tote es unter den tibetischen Demonstranten gegeben habe, ließ er offen. Zugleich widersprach er exiltibetischen Angaben, bei den Unruhen habe es 90 Tote gegeben.

    Forderungen nach der Entsendung eines unabhängigen Gesandten der Vereinten Nationen konterte das Außenministerium in Peking mit dem Hinweis, die Entwicklung in Tibet sei eine «innere Angelegenheit». Dem Dalai Lama, dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, warf Außenamtssprecher Liu Jianchao vor, hinter den Protesten zu stecken. Auf dessen Vorwurf eines «kulturellen Völkermordes» in Tibet entgegnete er, der Dalai Lama verbreite «eine Menge Lügen» und führe die Medien und die Öffentlichkeit «in die Irre». Es war die erste Erklärung der Zentralregierung in Peking zu den schweren Ausschreitungen in Tibet.

    Die chinesischen Sicherheitskräfte hätten ein «Höchstmaß an Zurückhaltung« gezeigt und «keine tödlichen Waffen mitgebracht oder eingesetzt», betonte der Sprecher, obwohl die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zumindest zu Beginn der Proteste von Warnschüssen berichtet hatte, mit denen die Massen vertrieben worden seien. Angesichts der «Gräueltaten» und der «massiven Plünderungen und Zerstörungen» der gewalttätigen Demonstranten seien «Maßnahmen ergriffen worden, die jeder Rechtsstaat ergreifen würde», sagt er.

    Ausländische Journalisten dürften nicht zur Berichterstattung nach Tibet reisen, weil die Lage «ziemlich instabil» sei. Die Sicherheit der ausländischen Korrespondenten müsse gewährleistet werden. Die Beschränkungen seien normal. «Die chinesische Regierung hat nichts zu verstecken«, beteuerte Liu Jianchao. Nach Protesten und Übergriffen auf chinesische Botschaften und Konsulate in aller Welt forderte der Sprecher alle Staaten auf, «konkrete und wirksame Maßnahmen» zu ergreifen, um deren Sicherheit zu gewährleisten.

    Berlin forderte für die Lösung der Tibet-Frage zu einem friedlichen und direkten Dialog zwischen Peking und dem Dalai Lama auf. Regierungssprecher Steg betonte, die Bundesregierung unterstütze den Anspruch der Tibeter auf kulturelle und religiöse Autonomie. Maßstab des Handelns sei aber die territoriale Integrität Chinas im Sinne der «Ein-China-Politik». Das Auswärtige Amt riet weiter dringend von Reisen nach Tibet ab. Keine konkreten Angaben machte es darüber, wie viele Deutsche sich in Lhasa aufhalten. Die Zahl sei aber «sehr überschaubar».

    Die Proteste hatten am Wochenende von Lhasa auch auf andere Orte sowie auf Klöster in anderen Regionen des alten tibetischen Territoriums in den angrenzenden Provinzen Gansu, Sichuan und Qinghai übergegriffen. Nach einer Demonstration in Aba (Ngaba) in Sichuan seien acht Tote in das Ngaba Kirti Kloster gebracht worden, berichtete das exiltibetische TCHRD-Zentrum. Sicherheitskräfte hätten «wahllos in die friedlich protestierenden Tibeter geschossen».

    Tibets Regierungschef Qiangba Puncog bestritt, dass das Feuer auf Demonstranten eröffnet worden sei. «Die Sicherheitskräfte haben im Umgang mit den Zwischenfällen die ganze Zeit hindurch Zurückhaltung gezeigt.» Bei ihrem Einsatz seien 61 Polizisten verletzt worden, davon sechs schwer. Die Randalierer hätten die Polizisten «extrem brutal» angegriffen. An 300 Stellen in Lhasa seien Feuer ausgebrochen, darunter in 214 Geschäften. 56 Autos seien beschädigt oder in Brand gesetzt worden.

    Quelle: dpa-info.com GmbH

    Wann hört es endlich auf ?(
     

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  3. #2 18. März 2008
    AW: Tibetische Exilregierung warnt vor «Massaker»

    Gut das jemand das Thema hier aufgreift! Ich finde eine solche Unterdrückung muss allen Menschen vor Augen geführt werden. Die Meisten wissen noch nichtmal, dass die Tibeter seit nun 60 Jahren unterdrückt werden!

    Ich finde es unglaublich wie die Chinesen den Dalai Lama verleumden und jeder Art von Diplomatie aus dem Weg gehen....leider lassen die sich von keinem was sagen, hoffentlich bewirkt dieser Aufstand nun doch endlich was. Viele Staaten mischen sich nun endlich nach fast einem halbem Jahrhundert (!!!) deutlich ein und tragen dazu bei die Sache publik zu machen.


    btw. bewerten konnte ich dich leider net schon wieder ...
     
  4. #3 18. März 2008
    AW: Tibetische Exilregierung warnt vor «Massaker»

    wird wohl jetz aufhören nachdem der dalai lama gedroht hat zurückzutreten, falls die gewalt weiter eskaliert...
    die unterdrückung wird wohl nich so schnell aufhören, aber irgendwann werden die chinesen auch tibet wieder abdrücken müssen, da dass streben nach unabhänigkeit eh irgendwann siegen wird, die frage die sich hier stellt ist allerdings: wann?!
     
  5. #4 18. März 2008
    AW: Tibetische Exilregierung warnt vor «Massaker»

    Wann und vor allem mit welchen Konsequenzen.

    Das ist mal wieder ein krampfhafter Versuch der chinesischen Regierung das Wirkungsfeld der kommunistischen Ideologie so zu erhalten wie bisher, obwohl sie genau wissen, dass dieser längst gescheitert ist. Im eigenen Land herrscht ein Raubtierkapitalismus ohnegleichen.

    Würden die Chinesen über Taiwan herfallen, wären die USA längst auf den Plan getreten. Dort sind zwar keine chinesischen Soldaten stationiert und dennoch wird dem Land die Unabhängigkit und der Zugang zu UNO Organisationen ständig verwehrt.
     

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