Trainingscamp statt Arbeitsamt

Dieses Thema im Forum "Sport und Fitness" wurde erstellt von Geta, 20. Juli 2007 .

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  1. #1 20. Juli 2007
    München - Sie kämpfen nicht um Sieg oder Punkte, sondern um einen neuen Arbeitsplatz: Die Teilnehmer des Trainingscamps für vereinslose Spieler.

    {bild-down: http://www.sport1.de/media/redaktionell/bilder/sportarten/fussball/sonstiges/baumann-karsten_Aufmacher.jpg}


    Zum fünften Mal findet im Sportpark Wedau in Duisburg dieser Lehrgang der Spielergewerkschaft der Vertragsfußballer (VdV) statt.
    Offizieller Start war am 10. Juli, doch erst eine Woche später ging es richtig los. Drei Monate dauert die Maßnahme.
    Gelegenheit für die Kicker und Rekonvaleszenten, sich fit zu halten und sich in Testspielen möglichen neuen Vereinen zu präsentieren.

    Hochprozentige Erfolgsquote

    "Wir bieten professionelle Bedingungen und werden daher von Ehemaligen gerne weiterempfohlen", erklärt Ulf Baranowsky. Besonders stolz ist der VdV-Geschäftsführer auch auf die Erfolgsquote.
    2006 nahmen insgesamt 50 Fußballer am Camp teil und nur zehn Prozent standen am Ende ohne neuen Klub da.
    "Problematisch ist es für Spieler ab Oberliga abwärts und Torhüter, von denen es zu viele gibt", meint Baranowsky. Nicht nur diesen rät er, Weiterbildungsseminare für Sportmanagement und im Beraterbereich zu besuchen.

    "FC Arbeitslos"

    Die "Bild"-Zeitung titulierte die vereinslosen Spieler einmal als den "FC Arbeitslos". Eine Bezeichnung, die Karsten Baumann nicht so gerne hört.
    Zum zweiten Mal leitet der Ex-Profi (261 Partien/neun Tore für Köln und Dortmund) den Lehrgang. "Es ist heute kein Makel mehr, ein arbeitsloser Profi zu sein. Auch im Fußball wird es durch die EU-Erweiterung immer enger, einen Job zu finden", erklärt der 37-Jährige.
    Auch die Vereine bewerten es als positiv, wenn Fußballer unter fachkundiger Leitung trainieren und sich in guter Form zum Probetraining präsentieren.

    Motivierte Teilnehmer

    Im Juni schloss der frühere Verteidiger Baumann, der seine Karriere 2006 in der Regionalliga Nord bei der SG Wattenscheid ausklingen ließ, seine Prüfung zum Fußball-Lehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie als Lehrgangsbester ab. Er hat viel Spaß an seiner neuen Aufgabe.
    "Die Arbeit ist viel leichter, weil die Eigenmotivation der Teilnehmer viel größer ist", erklärt der Pokalsieger von 1989. Daher muss er seine Schützlinge oft bremsen.

    Hemmungen bei der Anmeldung

    Dennoch fällt es manchen Profis auch schwer sich auf die neue Situation einzustellen. Wie zum Beispiel Gustav Policella.
    Der 31-Jährige hat 221 Spiele im bezahlten Fußball bestritten und ist nun arbeitslos. "Das ist eine Scheißsituation für mich. Es gibt Angenehmeres, als hier zu trainieren", sagt der ehemalige Spieler von Mainz und Fürth.
    Er habe "schon gewisse Hemmungen" überwinden müssen, um sich für das Training anzumelden. "Aber das ist besser, als allein im Wald rumzulaufen. Solche Bedingungen hast du zuhause nicht."
    Teufelskreis der Vereinslosigkeit
    Baumann kennt die Gefühlslage der Teilnehmer, denn er war 2002 nach seinem Vertragsende beim Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen selbst arbeitslos.
    "Je länger du ohne Verein bist, umso schwieriger wird es." Er entschied sich, eine Klasse tiefer zu gehen und wechselte zum Wuppertaler SV.

    Ausdauer vor Taktik

    An vier Tagen in der Woche ruft Baumann die 26 Kicker zweimal pro Tag auf den Platz. Auf dem Plan stehen Übungen im Bereich Kondition und Ausdauer.
    "Taktische Maßnahmen fallen wegen der ständigen Fluktuation weg", sagt er. Schließlich fehlen oft einige Spieler, die zu einem Probetraining eingeladen wurden.
    Daneben gibt es Testspiele wie am 23. Juli, 15.30 Uhr, gegen die Olympiaauswahl Usbeskistans und am 22. August die U23 des MSV Duisburg. Im letzten Jahr gab es in Rijnsburg sogar eine Mini-WM mit Gastgeber Niederlande, Slowenien, Portugal und Frankreich, bei der die Deutschen Vierter wurden.

    Erste Ausgabe 2003

    In anderen Ländern wie Großbritannien sind die Camps schon seit Jahrzehnten bewährt. In Deutschland wurde das erste erst 2003 veranstaltet.
    Trainer war damals Wolfgang Rolff (jetzt Co-Trainer bei Werder Bremen). Es folgten Thomas Gerstner ("Co" bei Sturm Graz) und Ingo Anderbrügge (Cheftrainer Wacker Burghausen).

    Bekannte Namen auf der Teilnehmerliste

    In der Teilnehmerliste der vergangenen Jahre finden sich durchaus prominente Namen wie die ehemaligen Bundesliga-Profis Rene Tretschok (Dortmund und Hertha BSC) und Thomas Cichon (Köln).
    Ursprünglich hatten sich auch zwei Vize-Weltmeister von 2002 für die Maßnahme gemeldet. Der Ex-Leverkusener Hans-Jörg Butt hat mittlerweile jedoch beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon einen Zweijahresvertrag unterschrieben.
    Verteidiger Marko Rehmer denkt nach seinem Abschied bei Eintracht Frankfurt eher daran, im September einen Trainer-Lehrgang zu absolvieren.


    Derzeit sind folgende Spieler im Trainingscamp, das vom 6. bis 11. August seine Zelte im niedersächsischen Northeim aufschlagen wird:

    * Tor:

    André Thoms (Cottbus), Ronny Kockel (Olympiakos Nikosia/Zypern), Floyd Croll (Wigan Athletic/England), Nikolas Karner (Duisburg) und Sven Najemnik (Fortuna Düsseldorf).

    * Abwehr:

    René Klingbeil (HSV II), Oliver Risser (Dortmund II), Josue Liotte (Saarbrücken), Jean-Yves Ngongang (SSG Bergisch-Gladbach) und Marcus Rabenhorst (FC Schönberg).

    * Mittelfeld:

    Stephan Hanke (Darmstadt 98), Ramazan Yildirim (Offenbach), Daniel Bauer (Union Berlin), Mladen Kovacic (Düsseldorf), Yanataio Tressaure (Yurdumspor Köln), Ronny Ermel (Schönberg), Jurek Rohrberg (Duisburg II) und Lotfi El-Bousidi (SV Dessau)

    * Sturm

    Markus Dworrak (Dresden), Babacar N`Diaye (Unterhaching), Salif Keita (Koblenz), Musemestre Bamba (Ahlen) und Frederick Donkor-Glatzel (GFC Düren).
    Auch Baumann auf Jobsuche


    Nicht nur die Mehrheit der Profis möchte bis zum Ende der Transferperiode am 31. August wieder um Siege und Punkte kämpfen.
    Auch Baumann sucht einen Arbeitgeber: "Ich habe hier zwar einen Vertrag bis Ende September, aber mein Ziel ist es Vereinstrainer zu werden."


    Quelle: sport1.de
     

  2. Anzeige
  3. #2 20. Juli 2007
    AW: Trainingscamp statt Arbeitsamt

    Cool, echt sehr Interessant und sehr viele kennt man davon,mein ich jedenfalls,also im Sturm kenn ich alle bis auf den letzten und das Gustav Policella is war was, ich bin Fortuna Düsseldorf Fan und a spielte er mal, fand das Vertragsangebot aber zu schlecht und ging nach Wuppertal und da wurde ernach einem Jahr vor die Tür gesetzt....

    Aber cooler Thread BW haste...
     
  4. #3 20. Juli 2007
    AW: Trainingscamp statt Arbeitsamt

    Tja wieso nicht...immerhin finden sie so mit großer Wahrscheinlichkeit einen Platz in einer Mannschaft und verdienen so ein wenig Geld...Immerhin haben sie dann eine Aufgabe und das ist ja auch das Ziel dieses Seminars bzw. Tranings...
    Aber mir ist aufgefallen, dass soll jetzt nicht negativ rüberkommen, dass es sich fast ausschließlich um ausländische Namen handelt...Deutsche sind nicht so viele dabei...
    Kann mich meinem Vorposter nur anschließen...also die ersten 3 Namen im Sturm kenn ich auch...und das so Spieler wie Tretschock mit machen beweist, dass diese Chance auch von bekannten Leuten wahrgenommen wird...wieso auch nicht...

    ...8)
     

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