Trend-Piercing Septum - Eyecatcher oder schmerzhafter Körperkult?

Artikel von Tommy Weber am 4. August 2021 um 18:55 Uhr im Forum Allgemeines & Sonstiges - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Trend-Piercing Septum - Eyecatcher oder schmerzhafter Körperkult?

4. August 2021     Kategorie: Trend & Lifestyle
Die einen hassen es, die anderen lieben es und für die ältere Generation ist es einfach nur ein etwas abgedrehter Körperkult: Die Rede ist von einem Septum, jenem Piercing, was durch die Nasenscheidewand gestochen wird. So etwas klingt nach großen Schmerzen und es stellt sich die Frage: Warum lassen sich Menschen an einer so prägnanten Stelle, mitten im Gesicht, einen Ring durch die Nase ziehen? Das Septum ist im Trend, wenn es um Piercings geht und es hat, ähnlich wie ein Tattoo, eine sehr lange Geschichte.

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Was bedeutet Septum eigentlich?
In der Medizin wird eine Trenn- oder eine Scheidewand im Körper mit dem Begriff Septum bezeichnet. Inzwischen wird das Septum aber mehr mit dem Piercing in Verbindung gebracht, was durch die mittlere Nasenscheidewand, das sogenannte „Septum nasi“ gestochen wird. Die Geschichte des Septums beginnt bei den Azteken und den Maya, den beiden Hochkulturen aus Südamerika. Die Krieger dieser beiden Völker trugen Septum-Ringe in der Nase, wahrscheinlich, um furchteinflößend auszusehen. Forscher vermuten heute, dass die Ringe in der Nase zudem einen religiösen Hintergrund gehabt haben können.

In der westlichen Welt ist das Septum schon immer ein schmückendes Accessoire gewesen und erfreut sich seit Beginn der 1990er Jahre einer stetig steigenden Beliebtheit. Wer sich ein solches Piercing stechen lassen möchte, sollte allerdings einige Dinge beachten.

Zum wem passt ein Septum und wer sollte es besser nicht tragen?
Ein Septum kann die Form eines Gesichts vorteilhaft verändern. Ist das Piercing optimal platziert, dann lässt es das Gesicht symmetrischer wirken und ist ein echter Hingucker. Schwierig wird es jedoch, wenn die Nase schon einmal gebrochen war oder wenn die Mittelscheidewand nicht ganz gerade ist. Wenn der Piercer die immer individuellen Unebenheiten einer Nase nicht berücksichtigt, gerät das Septum in Schieflage, was nicht gut aussieht. In diesem Fall wirkt die Form des Gesichts asymmetrisch und nicht selten sogar schief.

Daher sollte ein Septum nur von einem echten Piercing-Profi gestochen werden, der sich die Mittelscheidewand der Nase im Vorfeld sehr genau ansieht und erst dann entscheidet, ob er den Nasenschmuck einsetzt, oder besser nicht.

Wie wird ein Septum gestochen?
Viele zucken wahrscheinlich nur bei dem Gedanken schon zusammen, dass jemand mit einer Zange ein Loch in die Mittelscheidewand der Nase sticht. Wer ein Septum haben möchte, muss diese Prozedur aber über sich ergehen lassen. Das Piercing in der Nase wird mit einer besonderen Klemmzange gestochen. Zunächst wird die Nasenscheidewand, also das Septum, zwischen den Zangenknopf geklemmt, dann justiert der Piercer so lange, bis alles gerade ist. Im Anschluss folgt dann die Nadel, die durch die Löcher in der Zange und damit durch das Septum gestochen wird. Verläuft alles perfekt, dann sticht der Profi dabei stets durch den Bereich in der Nasenscheidewand, der ohne Knorpel ist. Diese Zone kann jeder übrigens ganz einfach mit Daumen und Zeigefinger selbst ertasten.

Nur eher selten und wenn die Anatomie der Nase es überhaupt zulässt, sticht der Piercer durch den Knorpel. Für erfahrene Piercer ist das Septum nicht mit Risiken oder Gefahren verbunden, die Ausnahme ist nur, wenn falsch gestochen wird.

Ist das Stechen des Septums schmerzhaft?
Ob das Durchstechen der Nasenscheidewand als schmerzhaft empfunden wird oder nicht, hängt auch immer vom persönlichen Schmerzempfinden ab. Beim Septum klingt es aber schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Piercer beruhigen ihre nicht selten ängstlichen Kunden damit, indem sie ihnen versichern, dass diese Art des Piercings wenig Schmerzen verursacht. Wird durch den Bereich der Nase gestochen, in dem sich kein Knorpel befindet, dann fällt der Schmerz eher moderat aus. Er ist in etwa vergleichbar mit dem Durchstechen der Ohrläppchen.

Dass dem Kunden in dem Moment, in dem der Piercer zusticht, die Tränen in die Augen schießen, kann aber durchaus passieren. Dies hat allerdings nichts mit dem Schmerz des Durchstechens zu tun, sondern damit, dass an der Stelle an der gestochen wird, viele Nerven und Tränenkanäle verlaufen. Falls jedoch der Knorpel durchbohrt wird, dann kann das sehr schmerzhaft sein. Normalerweise passiert so etwas aber nicht.

Das Septum richtig pflegen
Wie bei den ersten Ohrringen, so sollte auch das erste Septum acht bis zwölf Wochen ununterbrochen in der Nase bleiben. In den ersten zehn Tagen muss das Septum morgens und abends mit Kochsalzlösung gereinigt werden, am besten mit einem Wattestäbchen. Treten keine Probleme auf, dann sollte der Nasenschmuck nach Ablauf der zwölf Wochen im Piercingstudio kontrolliert und gewechselt werden. Das Septum selbst aus der Nase zu nehmen, ist keine gute Idee, da so etwas schnell den Wundkanal verletzen kann. Ebenfalls wichtig ist es, die Krusten, die sich rund um den Nasenring bilden, nicht zu entfernen und nicht am Septum zu drehen.

Welchen Vorteil hat das Septum?
Viele Piercings haben einen Nachteil: Wer den Körperschmuck nicht mehr tragen will, läuft mit einem sichtbaren Loch durch die Gegend. Das Septum kennt dieses Problem nicht, da es in der Nase gestochen wird. Wer den Nasenring nicht mehr möchte, sollte einen sogenannten Hufeisen-Ring wählen. Dieser Ring lässt sich einfach in der Nase hochklappen und schon ist das Septum unsichtbar . Ein kleiner Tipp: Hierzu einen Hufeisen-Ring der mittleren Größe wählen, dann fühlt sich der Fremdkörper in der Nase nicht so unangenehm an. Wer das Septum gar nicht mehr tragen will, muss sich ebenfalls keine Sorgen machen, denn äußerlich bleibt kein sichtbares Loch zurück.

Wie teuer ist ein Septum?
Der Preis für ein Septum-Piercing lässt sich leider nicht pauschalisieren, je nach Studio muss aber mit einem Preis zwischen 40,- und maximal 70,- Euro gerechnet werden. In einem guten Studio sind das Stechen, das Septum selbst und noch eine ausführliche Beratung im Preis enthalten. In vielen Studios wird als erstes Septum meistens ein relativ großes Hufeisen verwendet, denn nur so kann das Loch ohne Schwierigkeiten verheilen. Vielfach sind die Hufeisen nickelfrei, wer aber auf Nickel allergisch reagiert, sollte zur Sicherheit noch einmal nachfragen.

Wird das erste Septum entfernt und durch ein neues Modell ersetzt, dann gibt es, was den Preis angeht, nach oben keine Grenzen. Es lohnt sich, etwas mehr für den Nasenschmuck auszugeben, denn bei hochwertigen Schmuckstücken ist die Gefahr, dass sich das Loch in der Nase entzündet, sehr gering.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / buecax
 

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