Ungarn will Angst vor Staatspleite zerstreuen

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von bushido, 6. Juni 2010 .

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  1. #1 6. Juni 2010
    Devisen: Alles zum Thema Devisen und den Devisenmärkten

    Euro-Crash

    Ungarn will Angst vor Staatspleite zerstreuen

    Erschienen am 06.06.2010 | dpa, sky

    Ungarn belastet den Euro.

    Nach dem jüngsten Euro-Crash versucht die Regierung in Budapest die Nerven der Anleger zu beruhigen: "Das geplante Defizit in Höhe von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kann gehalten werden", erklärte der Staatssekretär im Ministerpräsidentenamt, Mihaly Varga, in Budapest. Zuvor hatten ungarische Regierungspolitiker selbst die Angst vor einer Staatspleite geschürt. Zwischenzeitlich waren Spekulationen über ein Defizit von bis zu 7,5 Prozent kursiert. Ungarn ist zwar nicht in der Eurozone. Dennoch rauschte der Euro nach den Nachrichten unter die Marke von 1,20 Dollar auf 1,1956 und damit auf ein neues Vierjahres-Tief (siehe Euro-Dollar-Kurs ). Marktteilnehmer berichteten, sie sorgten sich über neue Hilfsaktionen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU).


    Auch die EU glättet die Wogen

    EU-Währungskommissar Olli Rehn sprang Budapest zur Seite. "Behauptungen über einen Schuldenkollaps sind im ungarischen Fall übertrieben", betonte er beim G-20-Finanzministertreffen im koreanischen Pusan. Ungarn habe bedeutende Fortschritte bei der Sanierung seiner öffentlichen Finanzen gemacht.


    Angst vor der ungarischen Pleite

    Spitzenpolitiker des seit einer Woche regierenden rechts- konservativen Bundes Junger Demokraten (FIDESZ) hatten selbst eine drohende Pleite ins Gespräch gebracht. Bereits am Donnerstag hatte der geschäftsführende FIDESZ-Vizechef Lajos Kosa erklärt, das augenblickliche Ziel der neuen Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban sei es, "den unmittelbaren Staatsbankrott abzuwenden". Varga nannte diese Äußerungen "nicht glücklich" und "übertrieben".


    Der nächste Dominostein wankt

    Die Worte schlugen aber auf den von der Euro-Krise gebeutelten Märkten ein wie eine Bombe. Der Euro rutschte erstmals seit März 2006 unter die Marke von 1,20 Dollar, Aktien europäischer Banken gerieten unter Druck, die Landeswährung Forint verlor an Wert. Die Sorge ist, dass jetzt auch ein Land außerhalb der Euro-Zone ähnlich gravierende Probleme wie das hochverschuldete Griechenland bekommen könnte. Varga räumte allerdings inzwischen ein, dass die Regierung "Maßnahmen treffen" müsse, um das Defizitziel einzuhalten. Details nannte er nicht. Der Politiker ist in der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban für die Finanzplanung zuständig.


    Schwacher Forint belastet die Bürger

    In Ungarn haben Hunderttausende Bürger Kredite aufgenommen, die in Devisen notiert sind, aber in Forint bedient werden. Kursschwächungen des Forint bedeuten für sie deutlich höhere Rückzahlungsraten, die viele an den Rand des persönlichen Bankrotts bringen. Die Regierung Orban ist seit einer Woche im Amt. Sie kann sich im Parlament auf eine Zweidrittelmehrheit des FIDESZ (Bund Junger Demokraten) stützen. Varga leitet eine von Orban eingesetzte Kommission, die eine Bestandsaufnahme über eventuelle Altlasten durchführen soll, die die sozialistische Vorgängerregierung im Budget hinterlassen haben könnte.


    Finanztricks wohl auch in Budapest

    Zum Fortschritt dieser Untersuchung sagte Varga am Wochenende kaum Konkretes. Er erklärte lediglich, dass die Wirtschaftslage "konsolidiert" sei, aber auch dass "mehrere Posten im Budget 2010 um Größenordnungen von der Realität abweichen". Orbans Sprecher Peter Szijjarto kündigte indes am selben Tag an, dass das Kabinett in eine dreitägige außerordentliche Klausur getreten sei, um die eingetretene Lage zu erörtern. Medienberichten zufolge wird am Montag in Budapest eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet, um mit der neuen ungarischen Regierung zu verhandeln.

    -----------------------------------------------------------

    Ganz offensichtlich fälschen/frisieren nicht nur die Griechen ihren Staatshaushalt sondern auch noch einige andere Regierungen in Europa. Ein weiterer Schritt Europas in den finanziellen Abgrund und wieder wird nach dem IMF geschriehen um auszuhelfen.
     
  2. #2 6. Juni 2010
    AW: Ungarn will Angst vor Staatspleite zerstreuen

    Ich sags ja, erst Griechenland, jetzt Ungarn, Spanien o.ä. stehn auch schon kurz davor.

    Solange die Bürger weiterhin stillschweigend diese maßlose Überschuldung rückfinanzieren wird es wohl weiter gehn aber ich frage mich wie eine Rückzahlung überhaupt möglich sein sollte.
    Jeder Bundesbürger hat momentan schon über 20000 Euro Staatsschulden. Bei der Inflagtion, steigenen Lebenshaltungskosten und dem expotentiell wachsenden Schuldenberg, stellt sich eigentlich nur die Frage wie lang das System so noch weiter besteht.
     

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