Unterhaltung: TV-Sender als Entwicklungshemmer bei HDTV

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von BamSteve, 30. August 2007 .

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  1. #1 30. August 2007
    Elektronikindustrie sieht TV-Sender als Entwicklungshemmer bei HDTV

    Beflügelt von Umsatzrekorden dank neuer Flachbildfernseher kritisieren die Unterhaltungselektronik-Unternehmen zunehmend die Zurückhaltung der TV-Anstalten als Entwicklungshemmer. Europa sei der weltweit größte Markt für Flachbild-TVs, und die Verbraucher warteten zu Recht auf ein Fernsehangebot in HD-Qualität, sagte Sharp-Europa-Präsident Toshiyuki Tajima auf der Funkausstellung IFA in Berlin. "Allein die Sender halten nicht Schritt mit dieser Entwicklung und laufen der Technik hinterher." Während die Unternehmen in ihrer Kritik Einigkeit beweisen, geht der Streit um neue Formate und Technologie-Führerschaft in ungeminderter Härte auch auf der IFA weiter.
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    Bislang gibt es in Deutschland nur spärliche Angebote für Fernsehen in hoher Auflösung. Neben einem kleinen Angebot des Bezahlsenders Premiere strahlt auch die ProSiebenSat.1-Gruppe einzelne Sendungen über Satellit in HD aus. Die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten haben sich für die breite Umstellung auf das digitale Fernsehsignal in hoher Auflösung dagegen erst das Jahr 2010 als Starttermin gesetzt. Im kommenden Jahr soll jedoch erstmals die Übertragung der Olympischen Spiele in Peking im hochaufgelösten Format gesendet werden.

    Solche Planungszeiträume sind der Unterhaltungselektronik- Industrie entschieden zu schwerfällig. "Das ist eine pomadige Haltung, das geht einfach nicht", empört sich Sharp-Deutschlandchef Frank Bolten und befürchtet sogar einen generellen negativen Einfluss auf den Standort Deutschland. Hierzulande sei man ohnehin bei der Etablierung neuer Fernsehtechnologie spät dran. Allerdings stünden in Deutschland inzwischen in 15 Prozent der Haushalte HD-fähige Fernseher, sagt Sony-Deutschlandchef Manfred Gerdes; kommendes Jahr würden es voraussichtlich 25 Prozent sein. Bei dieser Entwicklung hätten die öffentlich-rechtlichen Sender einen Auftrag zu erfüllen. "Und 2010 ist noch sehr lange hin."

    Während sich die Elektronikkonzerne beim großen Mangel an Inhalten für die neuen technischen Geräte einig zeigen, herrscht allerdings im Streit um das beste Format oder die beste Technologie weiterhin "Hauen und Stechen". Sharp nimmt die Funkausstellung in Berlin erneut zum Anlass, den Siegeszug der Fernseher mit LCD-Bildschirm zu feiern. Noch vor wenigen Jahren war die Produktion von Displays aus Flüssigkristallen in den heute bei den Konsumenten so populären Größen noch schlicht undenkbar. Inzwischen seien rund 90 Prozent aller verkauften flachen Geräte LCD-TVs, sagte Bolten. Und auch im Premium-Segment "Full HD" will der japanische LCD-Pionier eine führende Rolle einnehmen.

    Wegen rückläufiger Umsatzzahlen für Plasma-Fernseher war auch Panasonic zuletzt in die Produktion von LCD-Fernsehern eingestiegen. Doch das Unternehmen ist weiterhin davon überzeugt, dass Plasma-TVs das qualitativ bessere Bild liefern. Zur Untermauerung beauftragte das Unternehmen gemeinsam mit Pioneer und Hitachi die Marktforschung Synovate. Ergebnis: 61 Prozent der Teilnehmer einer Studie fanden das Plasmabild qualitativ besser.

    Einigkeit wird es unter den großen Elektronik-Unternehmen – zum Leidwesen der Verbraucher – auch bei den konkurrieren Nachfolgeformaten für die DVD vorerst nicht geben. "Seien Sie gewiss, die Blu-ray-Disc wird sich im Markt durchsetzen, spätestens wenn sich HDTV im Markt etabliert hat", gibt sich Panasonic-Deutschlandchef Joachim Reinhart überzeugt.

    Das neben Panasonic auch von Sony und Philips unterstützte Format für HD-Filme konkurriert mit der HD DVD, die von Toshiba sowie Microsoft und Intel vorangetrieben wird. Vor wenigen Tagen war das Hollywood-Studio Paramount in seinem Kurs umgeschwenkt und will künftig Filme nur noch ausschließlich auf HD DVD auf den Markt bringen. Dagegen setzt das Blu-ray-Lager für die Verbreitung seines Standards vor allem auf Sonys Spielekonsole PlayStation 3, die mit einem Blu-ray-Player ausgestattet ist. Gegenüber zwei Millionen Blu-ray-Playern seien in Europa bereits insgesamt zwei Millionen PS3 verkauft worden, betont Gerdes.

    Im Schatten des Formatstreits dürfte die Branche durchaus die Kaufzurückhaltung verunsicherter Kunden zu spüren bekommen haben. In einem ganz anderen Feld hat Sony aus solchen Erfahrungen am Donnerstag die Konsequenzen gezogen: Die auf der IFA vorgestellten neuen Modelle seiner Walkman-Musikplayer verzichten komplett auf Restriktionen und spielen Musik aller gängiger Formate ab. Bislang konnten die Player lediglich ungeschützte Songs oder Musik-Stücke im Sony-eigenen ATRAC-Format abspielen. Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern dürfte diese Öffnung dem Unternehmen eine Chance einräumen, sich gegenüber dem Marktführer Apple zu behaupten. (Renate Grimming, dpa) / (pmz/c't)


    Quelle: Elektronikindustrie sieht TV-Sender als Entwicklungshemmer bei HDTV | heise online

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