US-Soldaten nutzen Liste aus Sarkawi-Unterschlupf

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 10. Juni 2006 .

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  1. #1 10. Juni 2006
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    Nach dem Tode von Sarkawi setzen irakische und US-Truppen ihre Jagd auf Terroristen und Aufständische unvermindert fort. Dabei hilft ihnen einen Liste aus dem Versteck des Top-Terroristen. US-Präsident Bush lobte in einer Ansprache eine "gute Woche für die Sache der Freiheit".

    Bagdad - "Die Ideologie des Terrors hat einen schweren Schlag erlitten", erklärte George W. Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. Der Tod von Mussab al-Sarkawi sei ein wichtiger Sieg im weltweiten Kampf gegen Terror. Den USA stehe im Irak jedoch noch harte Arbeit bevor, bis die Land vollständig auf eigenen Füßen stehen könne, sagte Bush weiter. "Die Arbeit, die vor uns liegt, wird weitere Opfer und weitere Geduld erfordern." Vermutlich würden Sarkawis Anhänger in Zukunft ihre Anschläge verstärken, um zu beweisen, dass sie auch ohne ihren Führer handlungsfähig seien.
    Sarkawi, der Qaida-Chef im Irak, war am Mittwoch bei einem US-Luftangriff getötet worden. Bei dem Angriff ist nach Angaben von Sarkawis Familie in Jordanien auch dessen eineinhalbjähriger Sohn getötet worden. Es handle sich dabei um ein Kind aus Sarkawis zweiter Ehe mit einer Palästinenserin, die vor einigen Monaten aus Syrien in den Irak gekommen sei. Den Angaben zufolge soll auch eine der drei Frauen des Terroristen-Führers bei dem US-Luftangriff am Mittwoch nördlich von Bagdad getötet worden sein.

    US-Generalmajors William Caldwell bestätigte am Freitag frühere Berichte über den Tod eines Kindes bei dem Angriff nicht. "Die ersten Berichte sind nie 100-prozentig richtig", sagte Caldwell in Bagdad. Es seien sechs Menschen getötet worden, drei Frauen und drei Männer, unter ihnen Sarkawi.

    Terrorgruppen mit neuen Internetbotschaften

    Al-Qaida im Irak erklärte am Samstag, allein in den beiden Tagen nach dem Tode ihres Anführers habe sie 50 Anschläge verübt. In einer über das Internet verbreiteten Erklärung hieß es nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders al-Arabija, die Anschläge hätten sich vor allem gegen "Patrouillen der Kreuzfahrer", "Abtrünnige des Innenministeriums" und Milizen des Schiitenführers Muktada al-Sadr gerichtet.

    Auch andere sunnitische Terrorgruppen im Irak haben im Internet ihr Bedauern über den Tod des Terroristenführers geäußert und eine Fortsetzung des Kampfes gegen die Besatzungstruppen angekündigt. Die Gruppe Ansar al-Sunna veröffentlichte am Samstag ein Video, in dem ihre Mitglieder drei Iraker verhören und später enthaupten. Den Opfern wird vorgeworfen, einer schiitischen Todesschwadron angehört zu haben.

    Zum Ende des Videos wurden die Iraker davor gewarnt, sich den Sicherheitskräften anzuschließen. Ansar al-Sunna kündigte an, jeden politischen Fortschritt im Irak unmöglich machen zu wollen. Auch die extremistische Gruppe Schura-Rat der Mudschahedin wollte den Kampf fortsetzen. "Wir können es nicht abwarten, eure Hälse mit unseren Schwertern zu durchtrennen", erklärte ihr Anführer an die alliierten Truppen im Land gerichtet.

    Ramadi erwartet Angriff

    In Bagdad kamen am Samstag mindestens drei Menschen bei einer Bombenexplosion in einem Restaurant ums Leben, 28 Gäste wurden verletzt. In Bakuba erschossen Unbekannte auf einem Marktplatz zwei Zivilisten. Zudem wurden dort heute 23 Menschen festgenommen. Ihre Namen hätten auf Listen gestanden, die in den Trümmern des Hauses gefunden wurden, in dem Sarkawi starb.

    Derweil erwarteten die Einwohner der Aufständischen-Hochburg Ramadi einen massiven Angriff amerikanischer und irakischer Soldaten. In der 110 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt Ramadi berichteten Bewohner und Polizei, Soldaten hätten sie vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff ähnlich dem auf die Aufständischen-Hochburg Falludscha im Herbst 2004 gewarnt. Sie hätten Bewohner aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Bereits seit Freitagmorgen hätten Kampfflugzeuge zahlreiche Häuser in verschiedenen Stadtteilen bombardiert. Über Opfer lägen keine Angaben vor, da Sanitäter und Polizisten nicht in die Stadt gelassen würden. Der Gouverneur der Provinz al-Anbar, Mamun Raschid, und Stammesscheichs verhandelten mit den Amerikanern, hieß es.

    Bei einer US-geführten Offensive gegen die ebenfalls in der Unruheprovinz al-Anbar gelegene Stadt Falludscha waren 2004 mehrere hundert Menschen getötet worden, nach offiziellen Angaben 71 US- Soldaten und mehr als 1000 "Aufständische". Unklar ist, wie hoch die Opferzahl unter der Zivilbevölkerung war.
     

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