Verliebte produzieren eine seltsame Droge

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Mr.X, 29. April 2006 .

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  1. #1 29. April 2006
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    Verliebte produzieren das Hormon Phenylethylamin - Es kann Paare vier Jahre aneinander binden

    von Rolf Froböse

    Melbourne - Ist die erste Phase der Liebe nichts weiter als ein "narkotisierter Wahrnehmungszustand"? Die von uns als Verliebtheit bezeichnete heftige Gefühlsregung beginnt mit einer chemischen Substanz namens Phenylethylamin (PEA), die in kleinen Mengen sowohl im Bittermandelöl als auch in Schokolade enthalten ist. Diese These vertritt der australische Chemiker Peter Godfrey von der Monash-Universität in Melbourne. Seine Untersuchungen an frisch verliebten studentischen Probanden offenbarten verräterisch erhöhte PEA-Werte im Blut. "Offenbar ist dieses kleine Molekül für die feuchten Hände der Verliebten, für den Kloß im Hals und die vielzitierten Schmetterlinge im Bauch verantwortlich", zieht Godfrey Bilanz.

    Unterstützung findet Godfreys revolutionäre These durch Arthur Aron von der New Yorker Universität in Stonybrook. "Liebe macht blind, und hierfür ist vor allem PEA verantwortlich", schließt er aus seinen Untersuchungen. Aron betrachtet das körpereigene Hormon sogar als Auslöser der romantischen Liebe, was aus der Sicht des Chemikers schon erstaunlich ist. Warum soll ausgerechnet Phenylethylamin - in konzentrierter Form eine ölige und unangenehm nach Fisch und Ammoniak riechende Flüssigkeit - für Verliebte wie ein "Fahrstuhl in den siebten Himmel" wirken?

    Eine plausible Erklärung liefert die chemische Struktur des PEA-Moleküls. Obwohl es sich um eine relativ einfache Verbindung handelt, ist sie als Grundgerüst in zahlreichen halluzinogenen Drogen enthalten. Erste Hinweise auf eine starke psychogene Wirkung förderte eine britische Studie zutage. Diese zeigte, daß depressive Menschen oftmals eine unterdurchschnittliche Konzentration von PEA im Blut aufweisen. Weitere Untersuchungen zeigten, daß die Konzentration von PEA nach körperlicher Betätigung um durchschnittlich 77 Prozent in die Höhe schnellte, was wiederum mit positiven Begleiterscheinungen für die Psyche verbunden war. Doch nicht nur das: Fallschirmspringer haben auch nach einem Absprung signifikant erhöhte PEA-Werte, und sogar nach einer Fahrt mit der Achterbahn ließen sich erhöhte PEA-Werte nachweisen.

    Dies trifft anscheinend auch für die "Achterbahn der Gefühle" zu, denn für einen Anstieg der PEA-Werte können der Studie zufolge sogar sexuelle Stimulierungen - sei es bei der Lektüre von Liebesromanen oder erotischen Tagträumereien - verantwortlich sein.

    Godfrey denkt daher bereits an den nächsten Schritt. "Eines Tages könnte es möglich sein, synthetische Drogen herzustellen, die uns die Euphorie der ersten Liebe vorgaukeln", prophezeit er. Allerdings denkt er nicht daran, sich an derartigen Versuchen zu beteiligen. "Wir denken eher an die Potentiale im medizinischen Bereich", unterstreicht der Wissenschaftler. So gebe es Hinweise, daß PEA zur Therapie motorischer Störungen wie bei der Parkinsonschen Krankheit eingesetzt werden könnte. Die Untersuchungen seien aber längst noch nicht abgeschlossen.

    Erste Ergebnisse gibt es hingegen bei der Therapie sogenannter "attraction junkies". Das sind liebessüchtige Menschen, die sich nichts sehnlicher als eine Beziehung wünschen und sich von einer Affäre in die andere stürzen. Ähnlich wie Drogenabhängige leiden sie häufig unter Depressionen. US-Psychiater vermuten bei liebeskranken Menschen eine Störung im Leitungsnetz der Gefühle, vor allem ein Verlangen nach PEA. Sie verabreichten einigen Patienten Monoaminoxidase-(MAO)-Inhibitoren, die zu den Antidepressiva gehören und die rasche Aufspaltung von PEA im Körper verhindern. Damit erhöhen sie den PEA-Spiegel im Blut. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Patienten, die mehrere Wochen MAO-Inhibitoren erhielten, begannen ihre Partner sorgfältiger auszuwählen und konnten sogar ohne Partner wieder glücklich sein.
     

  2. Anzeige
  3. #2 1. Mai 2006
    naja liebe ist fuer mich mehr als nur durch chemische mittel produzierte gefuehle
    in der zukunft wird es sicher geldgierige leute geben, die die stoffe verkaufen um gluecklich zu sein. im endeffekt auch nichts anderes als eine droge
     
  4. #3 2. Mai 2006
    das es diesen wirkstoff gibt und das er in zb schokolade enthalten ist, ist mir schon bekannt, aber daraus eine synthetische droge zu entwickeln find ich ein wenig sinnlos.
    liebe sollte man nicht manipulieren!
     

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