Video-on-Demand-Dienst der BBC macht Provider nervös

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 14. August 2007 .

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  1. #1 14. August 2007
    Britische ISPs wollen für Datentransfers finanziell entlastet werden
    Britische Internet-Service-Provider (ISPs) fürchten, dass das neue Video-on-Demand-Angebot der BBC ihre Netzwerke zu sehr belasten wird. Nun überlegen sie laut Financial Times, ob sie den Zugang zum iPlayer der BBC limitieren, sollte die BBC sich nicht an den Kosten beteiligen.


    Zwar gibt es mittlerweile viele andere kommerzielle Video-on-Demand-Dienste, doch der kostenlose, aber noch in der Testphase befindliche iPlayer der BBC hat das Potenzial, deutlich mehr Nutzer anzuziehen. Das fürchten ISPs wie Tiscali, BT und Carphone Warehouse, da es ihre Netze auf Grund des Bandbreitenbedarfs übermäßig belasten könnte.

    "Das Internet wurde nicht dafür konzipiert, Video zu verbreiten", so Mary Turner, die Chefin von Tiscali UK gegenüber der Financial Times. Man habe zwar die Kapazitäten ausgebaut, doch die verfügbare Bandbreite sei beschränkt. ISPs wie Tiscali, BT und Carphone Warehouse fürchten, dass ihre Netze bei einem großen Interesse am iPlayer auf Grund des Bandbreitenbedarfs übermäßig belastet werden könnten.

    Nun hoffe Tiscali darauf, mit der BBC eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten, um die Netzwerkkosten zu teilen. Andernfalls müsse Tiscali den Zugang der Nutzer zum iPlayer beschränken. Ähnlich handhaben es manche Provider bereits bei Filesharing-Netzen, die zwar noch erreichbar sind, aber via "Traffic Shaping" auf unerträglich langsame Datenraten begrenzt werden.

    Eine - alles andere als neue - Alternative wäre es, die Kunden an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen und DSL-Angebote zu schnüren, die Video-on-Demand- und Internet-Fernsehen (IPTV) nicht beschränken und entsprechend teurer sind. Wie die Financial Times von der BBC erfuhr, befinde sich die Rundfunkanstalt längst im Diskurs mit den ISPs und es würden gemeinsam die Kosten beobachtet, die mit Video-on-Demand in Verbindung gebracht würden.

    Dass Internet-Provider gerne selbst entscheiden wollen, welche Webinhalte ihre Kunden zu Gesicht bekommen, ist nicht neu. Nicht nur in den USA gibt es eine entsprechende Diskussion über die Netz-Neutralität, auch hierzulande hat die Telekom im Zusammenhang mit dem VDSL-Ausbau schon laut darüber nachgedacht, Anbieter von Webinhalten für den Zugang zu ihren Kunden bezahlen zu lassen. Das wollen sich Verfechter eines neutralen Netzes nicht bieten lassen und steuern etwa versammelt in der Save the Internet Coalition gegen derartige Bestrebungen.

    Tiscali UK bietet seit der Übernahme der DSL-Kunden des britischen Anbieters Video Networks in sein eigenes Netzwerk im Jahr 2006 selbst ein Triple-Play-Angebot (Breitband, Telefon, Fernsehen). In diesem Bereich sieht Tiscali großes Entwicklungspotenzial und will selbst ein Stück vom Kuchen abhaben.

    Anfang Januar 2007 versprach der Provider im Rahmen der Veröffentlichung einer eigenen IPTV-Umfage, den weitreichendsten und flexibelsten TV-Dienst bieten zu wollen. Das Unternehmen warnte konventionelle Rundfunkanbieter, dass sie sich schnell an die Entwicklung des Internets zum Übertragungsmedium anpassen müssten, wenn sie ihre Marktanteile halten wollten.


    quelle: Golem.de
     

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