Was Spielen mit uns macht

Artikel von Carla Columna am 16. März 2021 um 23:07 Uhr im Forum PC & Konsolen Spiele - Kategorie: Games

Was Spielen mit uns macht

16. März 2021     Kategorie: Games
Wir spielen unser Leben lang: Vor allem bei Kindern ist der Spieltrieb besonders stark ausgeprägt, doch auch Erwachsene begeistern sich für Spiele alle Art. Das Spielen lässt uns unseren Alltag vergessen, denn es ist kreativ und frei von gesellschaftlichen Zwängen. Viel zu oft verhindert ein hektischer Alltag, dass man Gesellschaftsspiele oder Ähnliches spielt. Doch umso wichtiger ist es, sich bewusst Auszeiten zu nehmen, in denen man seinen angeborenen Spieltrieb befriedigen kann.


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Spielen ist nur was für Kinder? Warum wir unser gesamtes Leben über vom Spielen profitieren

Der Spieltrieb ist uns Menschen angeboren, doch im Erwachsenenalter verliert man oft den Blick für den Wert eines guten Spiels. Diese positiven Effekte hat das Spielen in jedem Alter.


Der Spieltrieb



Beim Menschen ist der Spieltrieb, der übrigens der Trieb- und Instinkttheorie zugeordnet wird, stärker ausgeprägt als bei anderen Säugetieren. Man versteht darunter eine angeborene Lust darauf, im Spiel die Welt, seine Mitmenschen und seine Grenzen zu erkunden.


Kinder spielen nicht nur, weil es Spaß macht


Die Basis dieser Entdeckungsreise ist das sogenannte Trial-and-Error-Prinzip, also das Konzept von Versuch und Irrtum. Im Spiel wird so ausprobiert, was funktioniert und was nicht. Es wird erkundet, was im sozialen Gefüge möglich ist und was für Reibungen sorgt. Es wird erlernt, was es bedeutet, sich innerhalb oder außerhalb eines Regelgefüges zu bewegen.

Einerseits können Kinder im Spiel also ihre Fantasie und ihren Bewegungsdrang ausleben. Andererseits erlernen sie dabei auch Motivation, Ehrgeiz, Disziplin sowie Rücksicht oder auch Frust. Sowohl das alleinige Freispiel als auch das Spiel in Gruppen ist der Entwicklung zahlreicher Eigenschaften zuträglich. Der Entwicklungspsychologie Rolf Oerter bezeichnet das Spielen daher zurecht als „Verhalten ohne Zweck, aber nicht ohne Sinn“.


Beim Spielen lernen wir fürs Leben


Kinder nutzen ihren natürlichen Spieltrieb also dazu, sich wertvolle Fähigkeiten fürs Leben anzueignen. Das Spielen macht sie fit für das Leben innerhalb eines gesellschaftlichen Gefüges und lehrt sie, ihre Grenzen auszutesten. Vor allem das freie Spiel trägt dazu massiv bei.

Betrachtet man, welche Spiele Erwachsene spielen, stellt man fest, dass dies in der Regel Computerspiele, Karten-Spiele oder Brettspiele sind. Da sie das Leben im sozialen Umfeld bereits beherrschen, nimmt der Spieltrieb im Erwachsenenalter stark ab.


Warum auch Erwachsene spielen sollten


Durch Gesellschaftsspiele oder e-Gaming werden allerdings weiterhin Impulskontrolle, Geduld und Disziplin geschult. Auch im Alltag kommt es immer wieder zu Situationen, die einen frustrieren – ebenso wie eine verlorene Runde Monopoly. Wer diese Situationen im Spiel gut meistert, kann die Fähigkeit auch im Alltag meist gut umsetzen. Und auch die Kreativität schult das Spielen bei Erwachsenen noch: Konventionen fallen zu lassen und seiner Fantasie einmal wieder freien Lauf zu lassen, kann den Alltag entzerren und neue Kraft schenken.

Aus diesem Grund dürfen Erwachsene ebenso spielen wie Kinder, auch wenn sich das Spiel von dem der Kinder natürlich meist unterscheidet. Sieht man sich an, welche Gesellschaftsspiele Erwachsene spielen und vergleicht diese mit Spielen für Kinder, merkt man: Während Kinder bei ihren Gesellschaftsspielen noch viele praktische Dinge, beispielsweise das Rechnen, erlernen, werden die Anforderungen bei Erwachsenen komplexer.

Das Spielen hat zahlreiche positive Effekte


Das Spielen ist die Schule des Lebens, weil es zahlreiche soziale Eigenschaften schult. Doch neben den bereits erwähnten Effekten des Spielens gibt es noch einige andere:

Wer spielerisch lernt, behält Informationen leichter in Erinnerung. So schult das Memory-Spielen bei Kindern nicht nur Konzentration, das Einhalten von Regeln und das Erinnerungsvermögen, sondern auch das Erlernen der Motive, deren Namen und Eigenschaften. Ebenso fördert das Spielen auch die Motorik, sei es, weil kleine Figuren von A nach B bewegt werden müssen oder weil man aus einem Felsen und Gras einen Küchenherd zaubert.

Erwachsene bevorzugen meist Spiele, die das logische Denken fördern. Besonders hoch im Kurs stehen deshalb Exit-Games, aber auch Casino-Spiele wie Poker oder Slots ohne Limit, die zum Entwickeln von Strategien oder zur Kontrollabgabe als Gegenpol zur großen Verantwortung in Familie und Beruf dienen.

Auch im hohen Alter schult der Spieltrieb den Geist. Gehirnjogging ist deshalb bei älteren Menschen ein beliebter Zeitvertreib. Die geistige Anstrengung hält das Gehirn jung und fit.

Des Spielens wird man nicht überdrüssig, auch wenn man den Wert eines guten Spiels im Erwachsenenalter gerne unterschätzt.
 

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