Welchen Sinn hat das alles noch?

Dieses Thema im Forum "Sport und Fitness" wurde erstellt von JTR suspend, 6. Juli 2007 .

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  1. #1 6. Juli 2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    Die Tour de France beginnt am Wochenende in London. In einem Jahr ohne großes Fußballturnier und ohne Olympische Spiele eigentlich das Sporthighlight des Jahres. So war es früher. Heute ist alles anders. Fragen über Fragen.

    Doping begleitet den Profiradsport schon so lange wie der Gummireifen. Dennoch wollte die Öffentlichkeit gerade in Deutschland lange Zeit lieber Heldengeschichten hören - wie die von Jan Ullrich, der ohne Hilfsmittel die gesamte Weltspitze in Grund und Boden gefahren habe, und der gegen Lance Armstrong nur deshalb verloren habe, weil der Amerikaner gedopt sei.

    Als Ullrichs Heile Welt unmittelbar vor dem Tourstart 2006 in sich zusammenbrach, da verlor für viele Fans der gesamte Sport seine Glaubwürdigkeit. Auch wir titelten damals "Der Radsport am Abgrund". Neu ist seit dem letzten Jahr vor allem, dass Weltklassefahrer reihenweise in konkreten Dopingverdacht geraten sind, während man sich früher eher vagen Verdächtigungen gegen einzelne Profis hingab.​



    [​IMG]
    {img-src: http://www.sportal.de/photos/07/07/4cc7460b4ae4108139b836a320641bbb.jpg}
    Tourfavorit: Alexandre Vinokourov​



    War das Dopingsystem im Radsport, wie Jörg Jaksche es in seinen Enthüllungen gerade formulierte, "pervers, aber gerecht"?
    Das stimmt natürlich nicht ganz - weil ja nicht alle Fahrer und alle Teams Zugang zu den gleichen Mitteln hatten. Nun ist die Formel 1 in diesem Sinne auch nicht "gerecht", weil ja das Geld der Rennställe bestimmt, ob die Autos Siegchancen haben. "Gerecht" wäre das Dopingsystem im Radsport auch dann nicht, wenn einzelne Profis versuchten, ohne jedes medizinische Hilfsmittel zu gewinnen. Das hat zum Beispiel Markus Fothen von sich behauptet. Und auch der frühere Anti-Dopingvorkämpfer Jens Voigt. Dem glauben inzwischen aber nur noch die Wenigsten.


    Haben dopende Profis "niemanden betrogen", wie Jan Ullrich immer noch versichert?
    Geht man davon aus, dass die gesamte Szene grundsätzlich in das Dopingsystem verstrickt war, dann stimmt das zumindest innerhalb des Fahrerfelds - nicht aber unbedingt gegenüber dem (gutgläubigen) Fan, der erwartet hatte, die Profis würden nur mit normalem Fitnesstraining Tausende von Höhenmetern pro Tag überwinden.

    Haben einzelne Profis, wie Milram-Star Alessandro Petacchi, einfach nur "einmal zu viel gesprüht", wenn es um die Einnahme ihres Asthmamittels ging? Die Annahme, hier handele es sich um ein harmloses Versehen, ist sicher nicht besonders glaubwürdig. Richtig ist aber, dass erlaubte Medikamente bis zum Anschlag eingenommen werden, um die größtmögliche Leistungssteigerung zu erzielen - es bleibt eine Grauzone, in der oft die Profis nicht unbedingt sicher sein konnten, ob sie sich ober- oder unterhalb der erlaubten Grenzwerte bewegten.


    Wird mit der neuen Ehrenerklärung, die alle Tourstarter unterschreiben müssen, alles gut?
    Zunächst mal ist das Dokument, das die UCI den Fahrern vorgelegt hat, rechtlich extrem fragwürdig. Die Profis sollen schon im Vorhinein akzeptieren, dass ihnen im Dopingfall ein komplettes Jahresgehalt abgezogen wird. Ob das vor einem ordentlichen Gericht Bestand haben würde, ist sehr zweifelhaft. Darüberhinaus vermissen wir eine Erklärung der Teams und Sponsoren. Was würden sie denn tun, wenn herauskäme, das in ihrer Equipe gedopt wurde? Die Ehrenerklärung tut so, als sei Doping eine Privatentscheidung der Fahrer. Jaksches Enthüllungen zufolge ist das aber eine absurde Annahme.

    Warum sollte man die Tour de France überhaupt noch verfolgen? Um es auf den Punkt zu bringen: Niemals waren die Dopingkontrollen im Radsport intensiver, die Skepsis der Medien größer als in diesem Jahr. Der Fall von Floyd Landis im Vorjahr mag für das Prestige des Sports fatal gewesen sein. Er zeigt aber auch, dass mittlerweile die Kontrollmechanismen funktionieren. Gedopt wurde früher auch. Jetzt wird aber überführt. Wenn man sich gestern noch für die gedopte Tour begeistern konnte, warum sollte man das jetzt nicht mehr tun, da endlich aufgeräumt wird?

    Macht sportliche Berichterstattung überhaupt noch Sinn? Ja! Die Tour de France ist und bleibt eines der faszinierendsten Events der Welt. Perfekte Organisation, wunderschöne Landschaften, vielfältige Herausforderungen und drei Wochen Spannung. Was will man mehr? Deshalb werden wir für Sie auch 2007 ausführlich von der Großen Schleife berichten. Nicht unkritisch, und ohne das Doping zu verschweigen - aber wir werden berichten. In unserem Special finden Sie alle Infos rund um die Tour, und unsere Live-Ticker werden Sie täglich auf dem Laufenden halten. Bonne route!


    Quelle: Hier klicken



    Mit freundlichen Grüßen​
     

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  3. #2 6. Juli 2007
    AW: Welchen Sinn hat das alles noch?

    Vielleicht sollstest du den Topic mal ändern. Worum es geht erkennt man daraus nämlich nicht.
     

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