Welchen Wert hat ein Mensch?

Artikel von Jonas Hubertus am 19. April 2018 um 17:12 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft - Kategorie: Wissenschaft

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Welchen Wert hat ein Mensch?

19. April 2018   Jonas Hubertus   Kategorie: Wissenschaft
Eine Frage die Philosophisch sicherlich einfacher beantwortet werden kann, ein Leben sollte immer oberhalb jedem materiellem Preis stehen. In der Praxis kommen viele Berechnungen aber nicht darum herum dem Menschen einen Wert zuzuordnen. Über die Statistiken oder Umfragen ermitteln so verschiedene Behörden oder Unternehmen die Wertstellung eines Menschen in der Gesellschaft. Was sich bei näheren Hinblick zeigt, dass dieser Wert nicht überall gleich angenommen wird und zwischen 1 und 8 Millionen Euro schwankt.

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Auf welcher Datenlage wird der Preis des Lebens berechnet?
Was darf ein Medikament kosten, das ein Menschenleben verlängert? Wie viel geben wir für Maßnahmen aus, die die Wasser- und Luftqualität in unseren Städten verbessern, um so unzählige Todesfälle zu vermeiden? Was ist uns eine größere Sicherheit im Straßenverkehr wert? Institutionen und Politiker werden immer wieder mit solchen Fragen konfrontiert, da die Volkswirtschaft nicht unendlich viel Geld bzw Wertschöpfung aufbringt, sind konkrete Summen für Berechnungen Nötig. Eine Gesellschaft, die Leben nicht käuflich sehen will, tut sich schwer mit solchen Vorstellungen. Dennoch liefert die Gesellschaft selbst auch die Antworten.

1,2 Millionen - abgeleitet aus der Berechnung für den Unfalltod
Da der Menschenhandel glücklicherweise heute verboten ist gibt es keinen Preis der sich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Dennoch hängt die höhe des Preises aus wissenschaftlicher Sicht durchaus von der volkswirtschaftlichen Leistung eines Menschen ab und damit auch an der Nachfrage dieser Leistung. Um zu berechnen, was ein Leben der Volkswirtschaft bringt, hat das Bundesamt für Straßenbau im Jahr 2015 einen statistischen Wert berechnet, der sich auf 1,2 Millionen Euro beläuft, diese Summe würde der Wirtschaft durchschnittlich verloren gehen, wenn ein Mensch stirbt. Dieser Betrag wird zum Beispiel für die Berechnung bestimmter Straßenbaulicher Veränderung hergenommen, ob sich Investitionen in eine verbesserte Verkehrsführung lohnt. In der Praxis scheint der Wert wohl zu niedrig, denn in Europa gab es 2017 mehr als 25.000 Verkehrstote und unzählige Überlebende mit Folgeschäden. Eine volle LKW Fracht ist also statistisch gesehen mit Menschenleben bemessen, der Sicherheit zum Trotz sieht man deshalb überfüllte Straßen.

Berechnung des Lebenswertes anhand des Risikozuschlags
Eine weitere Berechnungsmöglichkeit ist die Auswertung von finanziellem Ausgleich eines Arbeiters mit erhöhtem Risiko. Beispielsweise wenn Mitarbeiter in einem Risikogebiet arbeiten, und sich so ein statistisch erhöhtes Sterberisiko ergibt. Liegt das Risiko bei der Arbeit zu sterben 1/100 und wird dies mit 10.000 Euro mehr im Jahr vergütet, dann entspricht das bei einem 100% Sterberisiko rein rechnerisch einen Wert von 1 Million Euro. Allerdings lassen sich mit einer so simplen Rechnung keine Nebenfaktoren mit einberechnen.

Leben ist nicht überall gleich wertgeschätzt
Wissenschaftler haben den Wert des Menschen per Fragebogen bestimmt. Die Probanden bestimmen eine bestimmte Summe mit der sie bereit sind ein festgelegtes Risiko einzugehen. Gefragt wurde auch wie viel Geld sie annehmen würden um sich einer konkret benannten Gefahr zu stellen. Um die Statistik auszugleichen, legen Sie dieselben Fragen einem großen Pool von Teilnehmern Weltweit vor. Ein interessantes Ergebnis: Das persönliche Einkommen spielte ein erstaunlich geringe Rolle, wohl aber die Region, aus der ein Mensch stammt. Je nach Land und Methode kommen ganz unterschiedliche Summen heraus. In Deutschland war das Leben zum Beispiel 1,65 Millionen Euro Wert (im Jahr 2004), während die amerikanische Umweltbehörde von 7,4 Millionen USD ausging.

Je oberflächlicher oder ärmer die Gesellschaft desto geringer die Wertschätzung
Letztendlich bestimmen die Kalkulation überwiegend wirtschaftliche Interessen, was zur Folge hat, dass bei zunehmender Produktivität und steigendem Konsum, bei gleichzeitig steigender Bevölkerung und damit "neuen Leistungsträgern" der ermittelte Wert abnimmt. Was zur folge haben kann, dass Investitionen zum Schutz des Lebens (und damit letztendlich auch der Umwelt) geringer ausfallen.


Eine Vorstellung die uns ins grübeln bringt und möglicherweise und hoffentlich auch Entscheidungsträger dazu bewegt, den Wert einer Gesellschaft anders zu bewerten mit dem Ziel deren Wert zu steigern - natürlich nicht hinsichtlich des Volkswirtschaftlichen Umsatzes oder Kapitals.

Zum Thema ein pikantes Audio-Podcast das vieles hinterfragt:
 

Kommentare

#2 4. Mai 2018
Rein Ethisch betrachtet, finde ich diesen Artikel ziemlich fragwürdig. Warum muss alles einen Wert in Form von Geld haben? Andererseits findet ich den Artikel sehr interessant. Bei dem Thema gehen die Meinungen bestimmt noch oft auseinander.
 
#3 10. Juni 2018
Für die Angehörigen unbezahlbar, für alle anderen Null.
Für einen selbst, 1-10 auf einer Skala von 10, je nach dem, wie es einem geht.
Glücklich, gesund, finanziell abgesichert etc. oder aber ein leben voller Sorgen, schwer krank, Armut etc.
 
#4 15. Juni 2018 um 23:32 Uhr
Offensichtlich hat ein Mensch in Deutschland keinen Wert:

Richterin Gnadenvoll: Bewährungsstrafe für Körperverletzung mit Todesfolge

Du kannst problemlos jemand Totschlagen ohne auch nur eine Minute in den Knast zu wandern, obwohl du ein polizeibekannter Gewalttäter ohne Job und ohne Perspektive bist.

Horb/Rottweil: Mädchen vergewaltigt: Bewährung - Schwarzwälder Bote

Horb a. N.: Vergewaltigung: Opfer fühlt sich alleingelassen - Schwarzwälder Bote

Du kannst als zigfach vorbestrafter auch vergewaltigen ohne dass es eine Konsequenz hat. 23 Jahre würdest du in Spanien dafür einfahren, in Deutschland hat es überhaupt keine Konsequenz. Vielleicht liegt es daran dass der Clan im Gerichtssaal war zu dem dem das dreckigen Schwein gehört. Nicht mal die Kosten des Verfahrens sind zu tragen. Begründung des perversen Richters: Der Angeklagte muss ja schließlich seine Eigentumswohnung abbezahlen die er sich ohne Ausbildung als "Gelegeheitsarbeiter" vermutlich mit Drogenhandel finanziert.

In Deutschland hat ein Leben keinerlei Wert!
 
#5 16. Juni 2018 um 18:55 Uhr
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Juni 2018 um 23:18 Uhr
@Boracay Wenn es so einfach wäre... in den usa hast halt die betten voll im zuchthaus. Wobei die neue Weltordnung eh dazu führen sollte das die echte elite die verantwortung übernimmt anstelle sich die taschen voll zu machen mit werten die hinterher wertlos sind.

trump beweist wie die menschheit funktioniert. er nutzt seine macht und er hat die macht und damit kommt er überall durch, weil das einzige Gesetz das real existiert, macht über gewaltausübung ist.

kapitale macht zu brechen ist also sehr simpel... vor gewalt hat jeder angst egal wie reich.

Gesetze sind nie perfekt und menschlich fehlerhaft, ständig müssen sie verbessert werden.. wer glaubt das gesetz stehe über allem der irrt. nur die handlanger die diese ausüben sind oft auch nur normale dumme bürger und keine götter wie wir sie uns wünschen, die perfekte lösungen finden und gerechtigkeit auch sinnvoll und nachhaltig durchsetzen und nicht nur aufgrund von emotionen oder texten in büchern.

kaputte menschen und täter zu inhaftieren ist richtig, aber noch viel wichtiger ist die quelle zu beseitigen welche solche kranke menschen hervorbringt und das hat was mit gesellschaft und sozialem verhalten zu tun.
 
#6 17. Juni 2018 um 08:56 Uhr
Und das wäre in diesem Fall? Die gewalttätige Erziehung von vielen jungen Türken, Kurden und Arabern? Das völlig lachhafte und dumme Weltbild von Ehre?

Diese Mensche sind in einer Gewaltkultur aufgewachsen, Bewährungsstrafen sehen sie als Aufforderung an möglichst brutal weiter zu machen.

Wir haben uns die Unterschicht der Welt ins Land geholt und reagieren darauf mit Kuscheljustitz und absolut Null-Konsequenz selbst bei schlimmsten Gewalttaten. Die lachen sich kaputt über ein paar durch den Anwalt einstudierte Sätze und dann absolut gar keine Konsequenz, auch wenn schon zig Vorstrafen vorliegen.

Hier ein besonders krasses Beispiel:
Kölner Koma-Schläger kommt wieder einmal frei - WELT

Intensivstraftäter schlägt Familienvater ins Koma. Keinerlei Auswirkungen. Sowas passiert halt mal. Das Opfer ist ein Leben lang gezeichnet, der Täter läuft mit einem Schulterklopfen aus dem Gerichtssaal trotz zigfacher Gewalttaten davor. Danach beißt er jemand weil er ihn für "schwul" hält ein Stück Fleisch aus dem Oberarm. Das Opfer ist ein Leben lang gezeichnet, der Täter läuft wieder grinsend aus dem Gerichtsaal. Schrecklich sowas ansehen zu müssen. Solche Richter haben das Wort "Mensch" nicht verdient. Das sind Tiere und ich wünsche mir jeden Tag das der Familie eines solchen Richters mal etwas wirklich schreckliches passiert.
 
#7 17. Juni 2018 um 17:34 Uhr
So ist das im Kapitalismus - Arbeitsleistung, Schutz von Eigentum oder Kapital sind übergeordnet auch im Rechtssystem.
Beklaue Reiche in dem du Urheberrechte verletzt oder den Staat zu wenig Geld zahlst, bist du schneller im Knast als ein Schänder.
 
#8 17. Juni 2018 um 18:19 Uhr
Dann müsste eine Roma-Einbrecherbande ja härtestens betraft werden. Leider passiert das aber nicht - Bewärungsexzesse sind die Regel. Schon am nächsten Tag werden die nächsten Einbrüche begangen.

Ich fürchte eher dass Taten von der Unterschicht generell kaum betraft werden, weil angenommen wird das die Erziehung völlig schief gelaufen ist. Da muss natürlich Milde sein. Und da die Unterschicht in Deutschland heute zum größten Teil aus Migranten besteht wird hier eben immer sehr viel Nachsicht gezeigt. Das wird leider nicht verstanden und sehr viele Menschenleben werden so durch den Deutschen Staat und die dreckigen perversen Richter zerstört.